Alex Corretja warnt vor Debütanten Gael Monfils und Dominic Thiem

Für den Ex-Weltranglisten-Zweiten sind die zwei bei ihren Masters-Premierenauftritten keineswegs als Titelkandidaten auszuschließen.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 10.11.2016, 00:00 Uhr

LONDON, ENGLAND - NOVEMBER 16: Andy Murray of Great Britain reacts during his mens singles match against Kei Nishikori of Japan on day four of the ATP World Tour Finals at O2 Arena on November 16, 2016 in London, England. (Photo by Clive Brunskill/...

Fünf Mann haben es bislang geschafft, das Jahres-Abschlussturnier der ATP-Tour sofort beim ersten Antritt für sich zu entscheiden: Stan Smith (1970), Ilie Nastase (1971), Guillermo Vilas (1974), John McEnroe (1978) und Alex Corretja (1998). Fünf Mann, die also allzu gut wissen müssen, wie man es bei einer Premiere bei den ATP World Tour Finals am besten so angehen sollte. In diesem Sinne hat der Letzte, dem dies gelungen ist, den diesjährigen Debütanten des Masters-Turniers in der Londoner O2-Arena Mut gemacht und zugleich vor Gael Monfils und Dominic Thiem in aller Deutlichkeit gewarnt. Corretja mahnte nämlich alle Tennisfans davor, Frankreichs Publikumsliebling und Österreichs Jungstar als ernstzunehmende Titelkandidaten auszuschließen.

"Wenn einer von ihnen das Turnier gewinnt, sollte keiner davon überrascht sein."
Alex Corretja über Gael Monfils und Dominic Thiem

Denn auch wenn ein Andy Murray oder Novak Djokovic über weitaus mehr Erfahrung bei der Millionenveranstaltung im Osten der englischen Hauptstadt verfügen, hätten sich Monfils und Thiem über die gesamte Saison hinweg ebenso auf der großen Bühne bewiesen, wie auch ihre Sieg-Niederlagen-Bilanzen von 44:15 bzw. 57:22 zeigen. Für Corretja sei eines für die beiden der Schlüssel: sich selbst zu überzeugen, dass sie bei einem der größten Turniere überhaupt zu den besten der Welt gehören. "Warum denn nicht?", fragte der Spanier dieser Tage gegenüber ATPWorldTour.com nur rhetorisch. "Wenn einer von ihnen das Turnier gewinnt, sollte keiner davon überrascht sein, da sie gute Spieler sind. Sie sind sehr gute Spieler. Natürlich haben die anderen mehr Erfahrung, aber sie sind gute Spieler."

Erfolgsrezept: Vom ersten Tag weg mutig zu sein

"Monfils' und Thiems' Glaube an sich selbst wird in London der Schlüssel sein", wie Corretja betonte, "es kann einschüchternd sein, beim Saisonfinale zu debütieren, einem Turnier, das du über weite Strecken in deiner Karriere erreichen willst, zu welchem jedoch nur die besten acht Spieler eingeladen werden." So wie Thiem habe auch der 42-Jährige bereits ein paar Jahre vor seiner Premiere das Masters beobachtet, mit Boris Becker und Ivan Lendl im Madison Square Garden in New York spielend. "Zum ersten Mal fühlst du dich hierbei so: ‚Wow, ich bin einer der großen Namen meines Sports.' Du fühlst dich besonders, wenn du dich dafür qualifizierst, weil du so hart gekämpft hast." Was auch beim finalen Showdown natürlich nötig sein werde: "Du weißt, dass du mit den besten Spielern der Welt spielen wirst. Aber das hilft dir auch, um deinen Level anzuheben, weil jeder Spieler sehr gut ist. Jeder fühlt sich sehr aggressiv... Dies gibt einem das Gefühl, wirklich vom ersten Tag weg mutig sein zu müssen." Exakt so habe er sich vor 18 Jahren selbst gefühlt. Das Ergebnis ist bekannt.

von Manuel Wachta

Donnerstag
10.11.2016, 00:00 Uhr