Dominic Thiem – „Ich habe definitiv eine Menge gelernt“

Österreichs Youngster freut sich, sich in London anständig verabschiedet zu haben und über ein in Summe „sehr gutes Jahr“.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 19.11.2016, 14:23 Uhr

LONDON,ENGLAND,17.NOV.16 - TENNIS - ATP World Tour Finals. Image shows Dominic Thiem (AUT). Photo: GEPA pictures/ Alan Grieves

Mit dem 6:7 (5), 3:6 gegenMilos RaonichatDominic Thiembei den ATP World Tour Finals in London im dritten Gruppenspiel am Donnerstagdie zweite Niederlage kassiert und hiermit das Halbfinale verpasst. Der 23 Jahre junge Niederösterreicher zog über sein Masters-Debüt und seine so starke Saison, in der er sich von Platz 20 auf acht verbessert hat, eine zufriedene Bilanz. Hier die englischsprachige Pressekonferenz von Thiem in der Übersetzung – noch als ein Nachtrag aus der O2-Arena, aus der tennisnet.com bis inklusive Donnerstag live vor Ort berichtet hat.

Du magst es offensichtlich, eine Menge Tennis zu spielen, so viele Turniere wie möglich. Ist es angenehm, nun endlich in die Off-Season zu können?

Nun ja, natürlich hätte ich es vorgezogen, heute zu gewinnen und ein weiteres Match zu spielen. Aber ja, jetzt ist es natürlich angenehm. Jetzt kann ich nichts mehr ändern. Ich freue mich natürlich auf ein paar freie Tage.

Wie schwer ist es, besonders in engen Sätzen und Tiebreaks, wenn man einem Kerl gegenübersteht, der so serviert?

Ich denke, es war ein ziemlich guter erster Satz. Ich war mit keinem Breakball konfrontiert. Er auch nicht. Es ist auf ein Tiebreak hinausgelaufen. Das Tiebreak war ziemlich offen, denke ich. Es ist, denke ich, der eine oder andere Fehler, der immer noch den Unterschied zwischen mir und der absoluten Spitze ausmacht.Djokovichätte diese Fehler vor zwei Tagen beispielsweise nicht gemacht. Darum hat er zwei Tiebreaks gewonnen.

„Man muss von Beginn weg bei 100 Prozent sein.“
Dominic Thiems Erkenntnis von den ATP World Tour Finals

Es ist dein erstes Mal hier, am Ende deines ersten Jahres, das dich unter die Top Ten gebracht hat. Was hast du diese Woche gelernt, das dir helfen wird, wenn du hier in der Zukunft zurückkehrst?

Zuerst mal hoffe ich, dass ich hier in der Zukunft zurückkehre. Es ist eines der besten Turniere. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Ich bin auch glücklich darüber, dass ich ein Match gewonnen habe und dass ich im letzten Match immer noch die Chance hatte, ins Halbfinale zu kommen. Aber ja, hier sind nun mal die besten acht Spieler der Saison. Jedes Match ist wahrscheinlich eng. Man muss von Beginn weg bei 100 Prozent sein. Ich habe definitiv eine Menge gelernt.

Es war ein langes Jahr. Wirst du Urlaub machen oder fängst wieder zu trainieren an?

Ja, ein paar Tage, dann werde ich natürlich in die Vorbereitung fürs nächste Jahr starten.

„Es ist mein Ziel für nächstes Jahr, einen hohen Level übers ganze Jahr hinweg zu halten.“
Dominic Thiem

Abgesehen davon, Gael (Monfils; Anmerkung)zu schlagen: Was war das Highlight dieser Woche?

Ich denke, ich habe in allen drei Matches ziemlich gutes Tennis gespielt, im Vergleich zu vor diesem Turnier. Ich schätze, es ist mein Ziel für nächstes Jahr, einen hohen Level übers ganze Jahr hinweg zu halten. Es ist offensichtlich, dass ich nachgelassen haben, sicher. Ich war ziemlich happy damit, wie ich in diesen drei Matches gespielt habe. Das ist auch etwas, das ich gelernt habe. Ich meine, auch wenn ich bei den Turnieren davor sehr schlecht gespielt habe, habe ich es geschafft, hier ein ordentliches Turnier zu spielen. Alle drei Matches waren natürlich ein großes Highlight, ganz klar. Ich bin über den Sieg gegen Gael am glücklichsten.

Wie zufrieden bist du, am Ende der Saison die Nummer acht der Welt zu sein? Erinnerst du dich daran, was dein Ziel zu Beginn der Saison war?

Wenn ich die Weltranglisten-Position, die ich jetzt einnehme, mit dem Ziel vergleiche, das ich mir vor der Saison gesetzt hatte, bin ich sehr zufrieden. Mein größtes Ziel war es, das Jahresend-Ranking vom letzten Jahr zu halten, es vielleicht ein bisschen zu verbessern. Ich habe ehrlich nie erwartet, am Ende der Saison hier zu sein und das Jahr unter den Top Ten zu beenden. Alles in allem war es ein sehr gutes Jahr. Ich bin auch glücklich darüber, dass es nicht mit einem sehr schlechten Turnier von mir wie in Paris-Bercy endet, sondern es mit drei anständigen Matches hier in London zu Ende gegangen ist.

„Ich habe ehrlich nie erwartet, am Ende der Saison hier zu sein und das Jahr unter den Top Ten zu beenden.“
Dominic Thiem

Was ist deine Meinung zur Veränderung in Milos’ Spiel, wie du es gesehen hast? Er ist für seinen Aufschlag bekannt. Er kommt öfter ans Netz, bewegt sich mehr über den Platz. Was macht ihn jetzt schwerer zu spielen als davor?

Ich habe gegen ihn in Cincinnati gespielt, also das ist nicht so lange her. Das war auch das erste Mal, das wir gespielt haben. Natürlich ist sein Service der beste Schlag. Aber auch abgesehen vom Aufschlag kann er jede Sekunde einen Winner schlagen. Darum verspürt man eine Menge Druck, wenn man selbst am Aufschlagen ist. Also es ist sehr schwer, gegen ihn zu spielen.

Bist du mit deiner Rückhand heute glücklich? Sie ist für dich eine ziemlich verlässliche Waffe. In ein paar wichtigen Momenten hast du einige Fehler damit gemacht.

Allgemein bin ich mit meiner Rückhand immer glücklich. Aber ja, es war für mich nicht so leicht. Es ist ein ziemlich schneller Belag. Zu Beginn der Woche habe ich mich auf diesem Belag nicht so toll gefühlt. Im Vergleich dazu habe ich mich sehr gesteigert. Aber ja, ich spiele auf langsameren Belägen sicher besser und fühle mich dort wohler. Darum habe ich wohl auch ein paar Fehler mehr als sonst gemacht.

Aufgezeichnet von Manuel Wachta.

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Samstag
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