Henri Kontinen und John Peers krönen erste gemeinsame Saison

Der Skandinavier und der "Aussie" gewinnen ungeschlagen den Doppelwettbewerb des Masters in London.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 20.11.2016, 00:00 Uhr

Henri Kontinen - John Peers

Erst im Februar 2014 war Henri Kontinen erstmals unter die Top 100 im ATP-Doppelranking eingezogen, am 7. November 2016 dann unter die Top Ten. John Peers hingegen hatte letztes Jahr mit dem Schotten Jamie Murray in Wimbledon und bei den US Open seine ersten beiden Grand-Slam-Finals erreicht. Zum Beginn dieses Jahres schlossen der Finne und der Australier eine neue Partnerschaft. Und krönten nun ihre erfolgreiche, erste gemeinsame Saison mit dem Coup bei den ATP World Tour Finals in der Londoner O2-Arena. Die beiden entschieden das Doppelfinale im Osten der englischen Hauptstadt gegen das südafrikanisch-US-amerikanische Überraschungsteam Raven Klaasen und Rajeev Ram am frühen Sonntagabend trotz kapitalem Fehlstart mit 2:6, 6:1, 10:8 für sich. Damit schnappten sie sich insgesamt in der Turnierwoche immerhin 455.000 US-Dollar Preisgeld und 1500 ATP-Punkte.

Kontinen/Peers hatten 2016 in Brisbane, München, Hamburg und Paris-Bercy triumphiert, bei den Großereignissen mit einem Viertelfinale in Wimbledon und sonst nur zweiten Runden bei den weiteren Grand Slams aber ziemlich ausgelassen. Das änderten die beiden in London voll und ganz: Hatten sie schon mit einem Finaleinzug in Shanghai und zuletzt besagtem Erfolg in Paris-Bercy (jeweils ATP-Masters-1000-Kategorie) eine starke Herbstform gezeigt, so setzten sie sich beim Masters in fünf Partien ungeschlagen durch. Beim Endspiel gegen Klaasen/Ram erwischten Kontinen/Peers zuerst einen kapitalen Fehlstart, holten ab 2:1 kein Spiel mehr und verloren dabei ab 2:2 drei Entscheidungspunkte am Stück. Im zweiten Satz drehten die beiden den Spieß darauf völlig um, zogen mit zehn gewonnenen Punkten in Serie auf 3:0 und stellten zwei Mal über den Entscheidungspunkt letztlich gar auf 5:0.

Ein einziges Minibreak gibt den Ausschlag

Die Entscheidung musste in einem Match Tiebreak fallen - dort überzeugten beide Teams mit einer starken Serviceleistung. Ein einziges Minibreak gab schließlich den Ausschlag: Klaasen hatte bei 7:6 mit einem vermeintlich leichteren Passierball eine Chance auf dieses, aber dieses gelang dann Kontinen bei 8:8 dank eines schnellen Returns auf den Netzmann. Peers servierte mit einem Servicewinner zum größten Karriereerfolg für beide aus. "Wir sind zwei glückliche Kerle, das unseren Job zu nennen, vor euch für eine Woche lang als unsere Arbeit zu spielen", sagte Kontinen bei der Siegerehrung strahlend in Richtung des Publikums.

Der 26-Jährige und der 28-jährige Peers sind inklusive Paris-Bercy nunmehr seit zehn Spielen unbesiegt - und haben dabei mittlerweile drei Mal ihre Finalgegner Klaasen/Ram (6:4, 7:6 (4) im Paris-Achtelfinale, 6:3, 6:4 in der Gruppenphase des Masters), zwei Mal das erfolgreichste Doppel aller Zeiten Bob und Mike Bryan und zwei Mal die aktuellen Nummern eins und zwei in der Doppelwelt, die FranzosenPierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut , bezwungen. Mit anderen Worten: zwei äußerst würdige Champions. Als Nummer-eins-Duo der Saison wurden übrigens die im Teamranking führenden Jamie Murray und Bruno Soares (Brasilien) geehrt.

von Manuel Wachta

Sonntag
20.11.2016, 00:00 Uhr