Kann Andy Murray in London die letzte Hürde nehmen?

Der abgelöste Weltranglisten-Erste Novak Djokovic geht mit einer klar besseren Bilanz in das Turnier.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 08.11.2016, 00:00 Uhr

Andy Murray gratuliert dem Sieger Novak Djokovic (SRB) Herren Finale, Endspiel, Tennis - French Open 2016 - Grand Slam ITF / ATP / WTA - Roland Garros - Paris - - France - 5 June 2016.

Der Rückflug von der Thron-Besteigung in Paris in die britische Heimat ist für Andy Murray entspannt ausgefallen, Mutter Judy hat die neue Nummer eins der Tenniswelt nach seinem Triumph im Palais Omnisports in der französischen Hauptstadt begleitet. Der Schotte fühlt sich gut, das gab er nach seinem Sieg gegen John Isner noch schnell zu Protokoll, erstaunlicherweise auch körperlich. Die vier Turniersiege nach der Halbfinal-Niederlage im Davis Cup gegen Argentinien haben wenig physischen Tribut gefordert, angespannt seien in Paris-Bercy eher die Nerven gewesen.

Die Vorzeichen sind also andere als 2014, als sich Murray mit einem Parforce-Ritt durch die Herbstturniere einen Platz bei den ATP World Tour Finals erstritten hatte. Damals gab der Lokalmatador in der Londoner O2-Arena keine gute Figur ab, konnte keine Reserven mehr aktivieren. Diesmal steigt Andy Murray als Turnierfavorit nicht nur in die Gruppenphase, sondern auch ins gesamte Turnier ein. Oder müsste man diese Rolle nicht doch Novak Djokovic zuschieben, der das Saison-Abschlussturnier zuletzt vier Mal in Folge für sich entschieden hat? Zumal Murray mit Stan Wawrinka, Marin Cilic und Kei Nishikori die auf dem Papier deutlich schwierigere Gruppe in London erwischt hat?

Klare Sache für Djokovic

Die Bilanz der beiden Ausnahmespieler spricht jedenfalls eindeutig für den Serben. Zuletzt hatte man sich im Finale der French Open gegenüber gestanden, das Ergebnis ist bekannt - und hat womöglich dazu beigetragen, dass Djokovic sich auf Sinnsuche befindet und Murray die Spitzenposition in der Weltrangliste einnehmen konnte. Insgesamt aber führt Djokovic in der Bilanz mit 24:10 Siegen, von den letzten 15 Partien hat Murray nur zwei für sich entscheiden können: jene im Finale von Rom 2016 und im vergangenen Sommer in Montreal.

Beim Tour-Finale in London gab es erst eine Begegnung der beiden dominierenden Herren im Welttennis: 2012 behielt Djokovic in einem Gruppenspiel knapp in drei Sätzen die Oberhand. Mit einem besseren Abschneiden als Murray in London könnte sich Novak Djokovic doch noch die Spitzenposition am Jahresende sichern. Die Beobachtungen der letzten Jahre lassen die Vermutung nicht abwegig erscheinen, dass diese Perspektive dem Mann aus Belgrad in der O2-Arena noch einmal Flügel verleihen könnte.

von Jens Huiber

Dienstag
08.11.2016, 00:00 Uhr