So fährt Dominic Thiem zum Masters nach London

Für Österreichs Shootingstar ist die Tür zur erstmaligen Teilnahme am Saisonfinale der besten Acht offener denn je.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.10.2016, 10:31 Uhr

Dominic Thiem

Auch wenn die letzten Turniere alles andere denn wunschgemäß verlaufen sind,Verletzungen und Erkrankungen ihr Übriges taten: Alles spielt derzeit fürDominic Thiem. NachdemRafael Nadalseine Saisonfrühzeitig für beendet erklärt hatte, genügt in diesem Jahr sogar die neunte Weltranglisten-Position, um bei den ATP World Tour Finals aufschlagen zu dürfen. Und nach dem schondritten Auftakt-AusdesTomas Berdychnacheinander am späten Montagabend bei den Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle rückt der Premierenantritt in der Londoner für Thiem nun immer näher, der Niederösterreicher wird nämlich bereits zumindest mit einem Polster von 325 ATP-Zählern auf den im „Race to London“ neuntklassierten Tschechen in das letzte Turnier vorm Saisonfinale, das ATP-Masters-1000-Event in Paris-Bercy, gehen.

Gefahr auch durch Goffin und Cilic

Doch was heißt das für die zwei verbleibendenden Turnierwochen vor dem Masters? Dass die Chancen von Thiem sogar dann gut stehen, wenn er nicht mehr punkten sollte. Um das zu tun, müsste er beim ATP-World-Tour-500-Heimevent in Wien mindestens ins Endspiel kommen – so gut sind seine bisherigen Ergebnisse bei 500er- und 250er-Turnieren in diesem Jahr. Bliebe es bei diesen 325 Punkten Vorsprung auf Berdych, müsste dieser trotz aktuell schlechter Form in Paris-Bercy das Halbfinale erreichen, um ihn zu überholen – und sollte Thiem, nach Freilos zu Beginn, seine erste Hürde meistern und ins Achtelfinale oder Viertelfinale einziehen, sogar das Finale. Sollte Berdych aus dem Nichts heraus ein zweites Mal in seiner gesamten Karriere (nach Paris-Bercy 2005) ein Masters-1000-Event gewinnen, würde Thiem allerdings auch ein Finaleinzug (was für ihn in dieser Turnierkategorie eine Premiere wäre) nicht reichen, um ihn auf Distanz zu halten.

Thiems Karten, um vor Berdych, der bloß noch in der französischen Hauptstadt punkten kann, zu bleiben, stehen jedenfalls bestens. Doch Gefahr droht auch noch insbesondere durchDavid Goffinbzw.Marin Cilic, die mit dem Turniersieg in Basel bis auf 90 bzw. 160 ATP-Zähler an ihn herankommen könnten. Sollte dies einem der beiden gelingen, wäre Thiem gut beraten, in Paris-Bercy zu punkten und zumindest entsprechend seiner dortigen Setzung das Viertelfinale zu erreichen. Dass dann zwei seiner drei oder gar alle seiner drei Hauptrivalen noch besser als er abschneiden, was diese müssten, lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen. Womöglich allein schon durch die Auslosung, die ein Aufeinandertreffen seiner direkten Konkurrenten vor der entscheidenden, letzten Turnierphase mit sich bringen könnte.

Monfils so gut wie durch

Mathematische Chancen haben übrigens noch drei weitere Herren, um im Rennen um die drei noch zu vergebenden Masters-Tickets zuzuschlagen – dochLucas Pouille,Jo-Wilfried TsongaundGrigor Dimitrovbräuchten dazu in dieser Woche wohl zumindest ein Finale und in Paris-Bercy den Sieg, und selbst dann wäre ein Last-Minute-Platz in London unwahrscheinlich. Ein Mann hat hingegen ganz klar die beste Ausgangsposition:Gael Monfilshat es als Sechster im „Race to London“ so gut wie geschafft. Das einzige Szenario, in dem seine Qualifikation nach dieser Woche noch nicht gesichert wäre? Es sähe vor, dass Goffin oder Cilic in Basel gewinnt und Thiem das Wien-Finale erreicht, und selbst dann müsste es bei seinem Heimturnier schon mit dem Teufel zugehen…

von tennisnet.com

Dienstag
25.10.2016, 10:31 Uhr