Ion Tiriac ist empört über geringes Zuschauerinteresse

Der Turnierbesitzer der Mutua Madrid Open versteht die großen Lücken auf den Tribünen nicht und wütet gegen Dopingsünder.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 10.05.2016, 14:02 Uhr

MADRID, SPAIN - MAY 06: Fans leave their seats as rain falls through the roof on centre court as Dominika Cibulkova of Slovakia plays Louisa Chirico of USA in the semi finals during day seven of the Mutua Madrid Open tennis tournament at the Caja Ma...

Es waren befremdliche Bilder, die die Tennisfans an den Bildschirmen in der vergangenen Woche zu sehen bekamen. Abgesehen vom Finalwochenende boten die Mutua Madrid Open ein tristes Bild. An dieser Stelle ist nicht der sportliche Wert der Veranstaltung gemeint, der zumindest im Damenwettbewerb diskutabel war –außer der späteren Turniersiegerin Simona Haleperreichte keine weitere gesetzte Spielerin das Viertelfinale. Vielmehr sorgten die großen Lücken auf den Zuschauertribünen für Kopfschütteln. Zwar hatteAndy Murraynach seinerFinalniederlagegegenNovak Djokoviclobende Worte für das Madrider Publikum parat, sprach dabei aber explizit von den letzten beiden Turniertagen. Ansonsten blieben oft viele Plätze frei im futuristischen Zauberwürfel „La Caja Magica“. Ein unbefriedigender Zustand, den auch Turnierbesitzer Ion Tiriac nicht einfach so hinnehmen will.

Der „Brasov-Bulldozer“ spricht von unpopulären Damen

Gegenüber der „Marca“ äußerte sich der rumänische Geschäftsmann, der 1970 die French Open im Doppel gewann, zu diesem Ärgernis: „Ich mag Spanien, wo Tennis der zweitwichtigste Sport ist, aber ich kann nicht verstehen, warum wir an einigen Tagen nur 3000 Zuschauer auf den Außenplätzen hatten.“ Der „Brasov-Bulldozer“, der wegen seiner undiplomatischen Art gefürchtet ist, nannte es „mutig“, ein „Combined Event“ auszutragen, wie es seit 2011 in der spanischen Hauptstadt stattfindet. Die Tour brauche zwar Persönlichkeiten wieSerena Williamsoder einst Martina Navratilova, allerdings sei das ökonomische Resultat nicht gut, unterstrich Tiriac und legte nach: „Heutzutage sind die Damen nicht so populär wie die Herren, aber wir wollen trotzdem eine kombinierte Veranstaltung.“

Sportliche Todesstrafe für Dopingsünder

Insgesamt sei das Turnier „etwas besser als letztes Jahr gewesen, wird aber ein wenig schlechter als die nächste Ausgabe sein“, bemerkte der 77-Jährige, dessen Gedanken schon in die Zukunft gerichtet sind. „Ich will einen Außenplatz für 10.000 Zuschauer bauen. Zudem möchte ich die Preise senken, auch wenn wir das günstigste Turnier in Europa sein sollten. Unterdessen wird das Preisgeld im kommenden Jahr um 14 Prozent angehoben.“ Die störenden Schatten auf den Plätzen können vorerst wohl nicht behoben werden, da die Gemeinde Madrid (Eigentümer der Anlage) kein Geld dafür bereitstellen kann. Auch zu Dopingfragen äußerte sich Tiriac gewohnt scharf. „Ich würde die sportliche Todesstrafe einführen. Wenn ein Sportler betrügt, ist er ein Huren***, und verdient es, zu Hause zu bleiben.“ Man darf gespannt sein, was sich der Rumäne noch alles einfallen lässt, um im kommenden Jahr mehr Zuschauer in den „Caja Magica“ zu locken. An markigen Worten wird der „Brasov-Bulldozer“ wohl nicht sparen.

von tennisnet.com

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10.05.2016, 14:02 Uhr