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Aus die Maus – Modlik & Hickl im Semi raus

Zwei Titel wollte der erfolgsverwöhnte Tennisclub aus Strebersdorf an diesem zweiten Februar Wochene...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 15.02.2022, 13:18 Uhr

Zwei Titel wollte der erfolgsverwöhnte Tennisclub aus Strebersdorf an diesem zweiten Februar Wochenende 2022 aus dem UTC La Ville entführen. Die ambitionierten Titelhoffnungen der “Blau-Jacken” haben sich allerdings an einem “schwarzen Montag” in Schall & Rauch aufgelöst. Sebastian Hickl hatte schon nach 42 Minuten seinen halbfinalen Auftritt beim 15. Peugeot Februar HTT 250 Turnier mit Schmerzen im Schlagarm und einem klar verlorenen ersten Satz gegen Christian Gisch abgebrochen, während der topgesetzte Jonah Modlik im Teenager-Duell mit Belarus-Jungstar Alexander Miazhynski dem Publikum im UTC La Ville einen phantastischen, sehenswerten – am Ende allerdings auch unbelohnten – Schlagabtausch lieferte. Schließlich komplettierte Kevin Suppin auf HTT Future-Ebene mit seinem halbfinalen Ausrutscher gegen Russlands Stanislav Perepelkin das Triple-Pack-Aus des Strebersdorfer HTT-Trios am gestrigen vierten Spieltag. Ein Bericht von C.L

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Modlik holt ersten Satz des Teenager-Semifinales gegen Miazhynski

Übermorgen Donnerstag wird Jonah Modlik seinen 18. Geburtstag feiern. Er hätte sich selbst das schönste Geschenk machen, und erstmals in seiner Karriere bei einem HTT-250-Turnier die Hauptrolle bei der abschließenden Siegerehrung spielen können. Doch da gab es am Montag Abend auch noch einen Party-Crasher aus Belarus, der am Valentinstag weder Blumen noch Geschenke zum anstehenden Geburtstag seines Gegners zu verteilen hatte. Im Gegenteil: Der 15jährige Alexander Miazhynski steht zum ersten Mal überhaupt in einem HTT-250-Endspiel, und im insgesamt fünften Finale seiner erst seit Mai 2020 laufenden HTT-Karriere. Und das nach einem attraktiven, über weite Strecken durchaus hochklassigen und im dritten Satz megaspannenden Teenager-Duell im Semifinale der 15. Peugeot Februar HTT 250 Auflage, das Miazhynski mit 3:6, 6:2, 7:5 für sich entschied. Beide Spieler sichtlich nervös, fand Miazhynski mit dem frühen ersten Break und einer 3:0 Führung besser in diesen Semifinal-Schlager. Modlik freilich konsoldierte sein Spiel, und startete in nur 24 Minuten eine sehenswerte und mit sechs in Folge gewonnenen Games im Satzgewinn gipfelnde Aufholjagd.

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Miazhynskis Comeback nach Satz & Break Rückstand

Es folgten wohl die Schlüsselszenen dieses großartigen Semifinal-Fights, an die Modlik wohl noch länger mit Schrecken zurückdenken wird. Eine Break beinhaltende 2:0 Führung hatte der bald 18jährige vom TC Strebersdorf inne, dazu einen Spielball auf 3:0 vor der Brust, als er unnötig hektisch eine Vorhand ins Netz beförderte. Der Anfang vom Ende, auch wenn das Spiel erst eineinhalb Stunden später nach einem phantastischen dritten Satz entschieden wurde. Doch Modlik holte in diesen bitteren Momenten seinen unsicher und fehleranfälligen weißrussischen Konkurrenten zurück ins Spiel, und veränderte selbst plötzlich seine bis dahin tadellose Herangehensweise an dieses Match und den 15jährigen Gegner. Modlik wurde passiver, nahm sich in Sachen Aggressivität merklich zurück, und offerierte Miazhynski so eine Perspektive, um in diesem umkämpften Spiel wieder ein Wörtchen mitreden zu können. Jetzt hatte der junge Mann aus Belarus plötzlich Oberwasser, und mit sechs gewonnenen Games in Serie den Satzausgleich klar gemacht. Ein entscheidender dritter Satz musste her, und dieser hatte dann alles zu bieten, was man sich als neutraler Zuseher von einem HTT-250er-Semifinale zweier hoffnungsvoller Nachwuchs-Cracks erwarten darf. Tolles Tennis, großartige Ballwechsel, eine immens hohe Intensität auf und neben dem Platz, und das Alles abgerundet von einem Spielverlauf, der bis zum Ende Hochspannung pur garantierte.

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Modlik kann Eisberg aus Belarus nicht zum schmelzen bringen

Vor dem “grande finale” hatte Modlik bei 2:1 und 15:40 zwei Break-Chancen um sich vorzeitig abzusetzen, in Miazhysnki aber einen nervenstarken Widerpart, der “cool wie eine Gurke” mit seiner Vorhand das Ärgste verhindern konnte. Modlik wiederum hatte wenig später das verflixte siebente Game mit Mühe gewonnen, und danach erneut einen Breakball auf dem Schläger. Vorwurf in diese Richtung gibt es aber keinen an den Jungstar des TC Strebersdorf, denn in diesen heiklen Situationen abzuwehrender Break-Chancen agierte Miazyhnski eiskalt. Und diesen Eisberg aus Belarus brachte Modlik auch im restlichen Verlauf des an Spannung kaum mehr zu überbietenden dritten Satzes nicht zum schmelzen. Miazhynski musste bei bei 4:5 gegen den Matchverlust servieren, streute seinen zweiten Doppelfehler ein, sah wie Modlik mehrmals nur zwei Punkte vom Sieg entfernt stand, und rettete sich dennoch zum 5:5. Damit war der Druck wieder bei Modlik, der mit Doppelfehler Nr. 9 und drei Rückhand-Patzern schließlich ins Verderben lief. Miazhynski verwandelte nach 2:10 Stunden Spielzeit mit einem Service-Winner gleich seinen ersten Matchball, und trifft im Endspiel des neunten HTT Saisonturniers auf den Burgenländer Christian Gisch.

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Hickl & Suppin machen Strebersdorfer “Black Monday” perfekt

Der “Black Monday” aus Strebersdorfer Sicht hatte sich aber schon eineinhalb Stunden vor Modliks Halbfinal-K.o abgezeichnet. Denn der makellos bis ins Semifinale vorgedrungene Sebastian Hickl hatte am Abend des Valentinstags nicht nur mit seinem Gegner sondern auch mit einer Verletzung zu kämpfen. Und so hatte Hickls Gegners im Semifinale der unteren Tableau-Hälfte des Peugeot Februar HTT 250 Turniers leichtes Spiel, um nach nur 42 Minuten und einem 6:2, 2:0, ret. Erfolg das Endspiel zu erreichen. Das Duell der Ranglisten-Nachbarn (Gisch Nr. 100 und Hickl Nr. 95 der HTT Computer-Rangliste) stand vom ersten Aufschlag an ganz im Zeichen des 33jährigen aus dem Burgenland, der seinem Gegenüber nebst dem Finaleinzug auch den anstehenden 100. Einzelsieg seiner Karriere vermasselte. Und was war mit dem dritten Strebersdorfer Semifinalisten Kevin Suppin los? Ein gewonnener erster Satz, eine 3:1 Führung im Match-Tiebreak, all das reichte für den großgewachsenen 34jährigen nicht, um gegen Russlands HTT Urgestein Stanislav Perepelkin seine Nummer 1 Setzung mit dem Finaleinzug beim 10. Peugeot HTT Februar Future im UTC La Ville zu bestätigen. Danach war der “Lange” richtig bedient, und auf seinen Gegner mächtig sauer. “Die ausgedehnte WC-Pause Perepelkins im Tsitsipas-Style wäre noch irgendwie akzeptabel für den Strebersdorfer Turnierfavoriten gewesen. Die offensichtliche und von Suppin monierte Sehschwäche seines russischen Gegenübers in heiklen Situationen brachte das Faß aber zum Überlaufen. “Wann immer Perepelkin in einem Turnier mit mir gleichzeitg genannt ist, werde ich mich wieder abmelden”, so Suppin in der Nachbetrachtung eines insgesamt betrüblichen Tennisabends aus Strebersdorfer Sicht.

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15.02.2022, 12:38 Uhr
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