Countdown zum 42. Porsche Tennis Grand Prix: Mythos Sieger-Auto

"Stuttgart? Das ist doch das Turnier, bei dem die Siegerin einen Porsche bekommt..?" Genau so ist es: Denn der Porsche Tennis Grand Prix ist seit mehr als 40 Jahren das Tennisevent mit dem attraktivsten Siegerpreis – und Tracy Austin, Martina Navratilova oder Maria Sharapova haben es auf eine beeindruckende Sammlung gebracht.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 12.04.2019, 18:51 Uhr

Laura Siegemund, Gewinnerin des Porsche Tennis Grand Prix 2017!

Anke Huber hatte nach ihrem Sieg in Filderstadt ein kleines Problem. Die Karlsdorferin hatte im Finale 1991 gerade Martina Navratilova völlig überraschend geschlagen und sich damit ein Porsche 968 Cabriolet gesichert.

Das Problem? Huber war erst 16 – und ein Führerschein noch Zukunftsmusik.

Sie war damit nicht die Erste und Einzige: Tracy Austin, im Jahr 1978 Premierensiegerin und letztlich vierfache Siegerin beim Porsche Tennis Grand Prix, gewann im Alter von 15 Jahren, natürlich auch ohne Fahrerlaubnis. Und Martina Hingis, einst Schweizer Wunderkind, holte ihren ersten von vier Titeln mit 17 Jahren.

Martina Navratilova mit Fuhrpark

Ein nagelneuer Porsche statt schnödem Mammon: Es war schon immer der große Reiz beim Porsche Tennis Grand Prix. Rekordsiegerin Martina Navratilova hatte am Ende ihrer Laufbahn einen ganzen Fuhrpark bei sich zu Hause. Sie war zwar bereits bei ihrem ersten Sieg im Besitz einer Fahrerlaubnis, der Transport ihrer Siegerautos ging allerdings stets etwas kompliziert voran, schließlich musste es der Porsche erst mal über den großen Teich in die USA schaffen...

Martina Navratilova
© Porsche
Bitte einmal von Filderstadt in die USA!

Im Jahr 1986 kam Navratilova gar zu zwei Autos: Eins schenkte ihr Freundin Judy Nelson zum 30. Geburtstag, den sie im Verlaufe der Woche feierte; einen weiteren gewann Navratilova regulär im Finale. Insgesamt bringt es die „Grande Dame des Tennis" auf sechs Siege in Filderstadt. (Turniergründer Dieter Fischer schenkte ihr zum Karriereende im Jahr 1994 noch einen Abschieds-Porsche.)

Probleme mit eventuellen Stellplätzen schien keine der Siegerinnen zu haben. Maria Sharapova, Siegerin 2012, 2013 und 2014 und längst Porsche-Markenbotschafterin, brachte es nach ihrem zweiten Sieg auf den Punkt, als sie gefragt wurde, ob es nun eng würde in ihrer Garage: „Für einen Porsche ist immer Platz!“

Maria Sharapova
© Porsche
Maria Sharapova

Auch die deutschen Siegerinnen nach Huber, also Julia Görges (2011) und Angelique Kerber (2015, 2016) - inzwischen ebenfalls Markenbotschafterinnen -, sind mittlerweile glückliche Porsche-Fahrerinnen, ebenso Laura Siegemund (2017).

„Tausche Boxster gegen Carrera!“

Dass man in Filderstadt und Stuttgart den Spielerinnen jeden Wunsch von den Lippen abliest, ist ohnehin bekannt – Stichwort „Betthupferl“, das Dieter Fischer den Akteurinnen stets ins Hotelzimmer legte. Aber auch was die Auto-Wahl angeht: Als Martina Hingis im Jahr 2000 einen Porsche Boxster S gewann, kam sie mit einer ungewöhnlichen Bitte um die Ecke: „Ich würde den Boxster gerne in einen Carrera umtauschen.“ Der Wunsch wurde ihr natürlich erfüllt.

Wie kam‘s überhaupt dazu, ein Auto als Siegprämie auszuloben? Dieter Fischer, der Ende der 1970er-Jahre die eigentliche Idee eines Turniers auf den Feldern von Filderstadt hatte, lief zunächst bei vielen Sponsoren ins Leere. Die Tennis-Weltelite im beschaulichen Filderstadt? „Verrückt“, so das allgemeine Urteil. Erst Lars Schmidt, damals Vertriebschef der Porsche AG, gefiel die Idee. „Ihm habe ich das Turnier zu verdanken“, sagt Fischer.

Die Siegerinnen nahmen den Porsche stets dankend an. Rennfahrer Hans-Joachim "Strietzel" Stuck gab sich sogar einst die Ehre, den Preis auf den Platz zu fahren, nicht ohne Warnung der Siegerin. „Pass bloß auf mein Auto auf“, drohte ihm Pam Shriver im Jahr 1986.

Mittlerweile obliegt dieses Vergnügen meistens den Spielerinnen selbst - Betonung auf "meistens": Karolina Pliskova, Siegerin im Vorjahr und immerhin schon 26 Jährchen alt, hatte ihren Matchball ebenfalls (noch) ohne Führerschein verwandelt. Ein Problem? Nein. Pliskova ließ sich von einem auf den Platz chauffieren, der das Siegerauto so gut kannte wie kaum ein anderer: vom Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG, Oliver Blume.

Gallery der Porsche-Siegerinnen: Von Austin bis Pliskova

Countdown zum 42. Porsche Tennis Grand Prix, Teil 1: Maria Sharapova - Von der "Kuh auf Eis" zur "Terra-Pova"

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