0:1! Tapferer Dennis Novak verliert Auftaktspiel nach 4-Stunden-Schlacht

Österreich liegt beim Länderkampf gegen die Ukraine in Kiev am Eröffnungstag mit 0:1 in Rückstand.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.07.2016, 11:34 Uhr

Dennis Novak

Bei seinem Nationalteam-Debüt hatte er am 6. März gegen Portugal in Guimaraesdurch einen Zwei-Satz-Sieg den 4:1-Endstand fixiert. In der zweiten Runde der Europa/Afrika-Zone I (wo es um einen Platz im Play-off zur Weltgruppe der besten 16 Nationen geht) gegen die Ukraine durfteDennis Novaknun zum ersten Mal auch ein nicht nur für die Statistik relevantes Match bestreiten. Der 22-Jährige kam im Campa Tennis Club, als Nummer zwei der österreichischen Mannschaft, gleich in der Eröffnungspartie zum Einsatz. Novak schlug sich dabei sehr wacker – unterm Strich stand jedoch die Niederlage, der im Burgenland wohnhafte Niederösterreicher (ATP 195) musste sichIllya Marchenko(ATP 84) nach über vierstündiger Tennisschlacht mit 6:7 (3), 7:5, 3:6, 2:6 geschlagen geben. Österreich liegt hiermit gegen die Gastgeber am ersten Tag zunächst 0:1 zurück.Gerald Melzerwird im zweiten Einzelspiel im Anschluss versuchen, für die Auswahl von ÖTV-CaptainStefan Koubekzu egalisieren, doch der Niederösterreicher (ATP 108) geht ebenso als leichter Außenseiter ins Duell mitSergiy Stakhovsky(ATP 85).

2 Sätze lang der bessere Spieler

Novak bot auf dem zügigen Hartplatz nahe der Kapitale der Ukraine eine über weite Strecken gute Leistung, vor allem in den ersten beiden Sätzen, in denen er die längste Zeit sogar der um ein kleines bisschen bessere Spieler war. Der Pottendorfer landete den ersten Wirkungstreffer: Nach sechs stets per Returnfehler vergebenen Breakbällen schlug er bei der siebten Chance zu – Marchenko schien vom diesmal zügig ins Feld gespielten Rückschlag überrascht zu sein. Im Anschluss zog Novak auf 3:1 und 30:0 davon, musste allerdings den Ausgleich hinnehmen. In einem Tiebreak musste die Entscheidung fallen, und dort holte er nach einem aufgeholten 1:3-Rückstand durch einige vermeidbare Fehler keinen Punkt mehr. Im zweiten Satz kamen beide in der Anfangsphase zu ihren Möglichkeiten, es war Novak, der durch einen Doppelfehler von Marchenko abermalig erst seine siebte Chance nützte und zu null zum 2:1 breakte. Trotz zwei Spielbällen zum 5:3 setzte es später das 4:4, doch nach schwer umkämpftem Game schlug der Niederösterreicher zum 6:5 erneut zu und servierte daraufhin auch zum Satzausgleich aus.

Dritter Satz bringt Vorentscheidung

Schon zu diesem Zeitpunkt waren 2:24 Stunden gespielt, und Novak versuchte, zu Beginn des dritten Abschnitts sogleich Gas zu geben. Vielleicht wäre das Match anders verlaufen, hätte er seine Breakmöglichkeit im ersten Spiel ergriffen – so war es Marchenko, der nach zwei zuerst noch ausgelassenen Gelegenheiten im vierten Game letztlich zum 4:2 breakte, Novak schaffte trotz einer weiteren Chance im nächsten Game nicht das Rebreak. Dass er von 2:5, 15:40 weg nochmals verkürzen konnte, erwies sich nur noch als Ergebniskosmetik. Wer dabei in der hart umkämpften Begegnung mit etlichen langen Games die Vorentscheidung vermutete, der sollte bestätigt werden. Zwar vermochte Novak im vierten Satz nach 15:40 und abermalig Breakball gegen sich seinen Aufschlag zum 2:1 durchzubringen, doch danach war ihm kein Spielgewinn mehr vergönnt, trotz Breakbällen bei 2:3 und 2:5 (zwei Stück). Schließlich nützte Marchenko, nach kurzem Wackeln zum Abschluss, seinen zweiten Matchball und durfte sich über eine am Ende verdient besorgte 1:0-Führung für die Ukraine freuen.

Novak: „Das ist gegen so einen Spieler zu wenig“

„Das Match war richtig taff bei der Hitze“, stöhnte Novak laut ÖTV-Presseaussendung. Nicht umsonst kam dem Pottendorfer dies so vor, schließlich hatte es auf dem Platz um die 35 Grad. „In den ersten zwei Sätzen hat es sich angefühlt, als ob ich der bessere Spieler bin“, meinte er, „Anfang dritter Satz auch. Dann hat er angefangen, besser zu retournieren, ich habe ein bisserl schlechter serviert. Das ist gegen so einen Spieler zu wenig“, vor allem außerdem, „wenn man dann noch viele unnötige Fehler macht, die einfach nicht passieren dürfen.“ Koubek sah es so: „Marchenko ist am Schluss mit dem schnellen Belag und der Hitze besser zurechtgekommen. Leider ist es das falsche Ergebnis. Ich kann Dennis nichts vorwerfen. Er hat großteils wirklich super gespielt“, befand der Kärntner aber. „Vielleicht hat ihm dann ein bisschen die Erfahrung gefehlt und er hat ein paar falsche Entscheidungen getroffen. Aber das ist normal.“

Hier die Daten und Fakten zum Länderkampf.

von tennisnet.com

Freitag
15.07.2016, 11:34 Uhr