„Albtraum-Termin“ – Andy Murray verzichtet auf Einsatz gegen Serbien

Der frisch gekürte Wimbledon-Sieger wird nicht für die Briten im Davis-Cup-Viertelfinale antreten, sein Teamchef hat dafür Verständnis.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.07.2016, 11:19 Uhr

LONDON, ENGLAND - JULY 10: Andy Murray of Great Britain speaks to the media following victory in the Men's Singles Final against Milos Raonic of Canada on day thirteen of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Cro...

Die Vorfreude war groß, was bleibt ist Ernüchterung.Novak DjokovicgegenAndy Murray– so hätte die Spitzenpartie im Davis-Cup-Viertelfinale zwischen Serbien und Großbritannien lauten sollen. Doch weder der Branchenprimus noch sein ärgster Verfolger werden von Freitag bis Sonntag im Tasmajdan Stadion von Belgrad die Klingen kreuzen.Djokovic hatte bereits kurz nach seinem sensationellen Drittrunden-Aus beim Rasen-Klassiker in London verkündet, dass er seinem Heimatland nicht zur Verfügung stehen wird. Die Briten hofften bis zuletzt auf den Einsatz ihres Zugpferdes, doch auch Murray wird seinen Platz im Aufgebot nicht aktiv wahrnehmen.

Reist Murray als Edelfan mit nach Belgrad?

Allerdings besteht noch die Möglichkeit, dass der zweifache Wimbledon-Champion trotzdem mit dem Nationalteam in die serbische Hauptstadt reist, um den Titelverteidiger aus der Zuschauerrolle zu unterstützen. „Wir würden es großartig finden, wenn er mitkommt. Wir sind eine verschworene Gemeinschaft“, sagte Smith gegenüber „BBC Sport“ und verwies auf den umstrittenen Zeitpunkt der Ansetzung: „Dieser Termin ist ein Albtraum für jeden, nicht nur für ihn (Murray). Es ist eine Schande, dass die besten Spieler nicht antreten.“ Parallel zum Davis Cup finden in dieser Woche noch die ATP-Turniere in Hamburg, Bastad und Newport statt. Aufgrund des olympischen Tennisturniers in Rio de Janeiro (6. bis 14. August) sorgten ITF und ATP für eine extreme Termindichte im Vorfeld der „Spiele“.Zurück bleiben unzufriedene Turnierstandorte mit ausgedünnten Teilnehmerfeldernund ein fortwährend kriselnder Nationenwettbewerb.

Smith könne verstehen, dass der amtierende Einzel-Olympiasieger seinen Fokus bereits auf die Titelverteidigung in Rio und einen zweiten Sieg bei den US Open richtet. Zudem hatte der Weltranglisten-Zweite zuletzt mehrfach betont, dass er sich die Zeit nehmen will, um seinen neuerlichen Triumph an der Church Road zu genießen. Auch die kurzfristige Umstellung auf Sand – auf dem in Belgrad gespielt wird –  sei demnach abträglich für die bevorstehende Olympia-Vorbereitung und den US-amerikanischen Hartplatz-Sommer. Murray habe sich das Recht verdient, auch mal auf ein Länderspiel zu verzichten, betonte Smith. Der 29-jährige Schotte verpasste mehr als drei Jahre lang keine einzige Partie im Davis Cup und war federführend daran beteiligt, dass die Briten im vergangenen November ihre 79-jährige Titeldürre beenden konnten.

Serbien ohne Troicki, auch Evans fehlt den Briten

Neben ihrem Anführer muss „Team GB“ auch auf Daniel Evans verzichten, der in der dritten Runde in Wimbledon anRoger Federergescheitert war. Die Nummer 73 der Welt wird aufgrund einer Schulterverletzung durchJames Wardersetzt. Des Weiteren stehenKyle Edmundund die DoppelspezialistenJamie MurrayundDominic Inglotim Aufgebot. Serbien muss neben Novak Djokovic auch auf die etatmäßige Nummer zwei,Viktor Troicki, verzichten. Der Davis-Cup-Sieger von 2010 will mitDusan Lajovic,Filip Krajinovic,Janko TipsarevicundNenad Zimonjicdie Runde der besten Vier erreichen.

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14.07.2016, 11:19 Uhr