Sebastian Ofner als zweiter Einzelspieler in der Ukraine?

Da sich Jürgen Melzer nach seiner Schulteroperation nur für ein Doppel bereit sieht, könnte es dazu kommen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 12.06.2016, 11:23 Uhr

Dominic Thiem - Alexander Peya - Stefan Koubek

„Man kann nur eine Überraschung schaffen, wenn man Außenseiter ist. Wir wollen diese Überraschung schaffen“, sagte ÖTV-KapitänStefan Koubekam Montag vor dem Abflug nach Kiev. Gewinnt das SIMACEK Austrian Davis-Cup-Team von Freitag bis Sonntag in der Ukraine, spielt die Tennis-Nationalmannschaft im September im Play-off um den Aufstieg in die Weltgruppe. Im Fall einer Niederlage bleibt Österreich in der Europa/Afrika-Zone I.

Die beiden YoungstersDennis Novak(22) undSebastian Ofner(20) werden womöglich die Einzelpartien bestreiten. „Ich traue mir noch keine Best-of-five-Matches zu. Es wäre fahrlässig, die ganze behutsame Reha-Arbeit an einem Wochenende zusammenzuhauen“, sagte Jürgen Melzer, der mit dem VorarlbergerPhilipp Oswaldnur für das Doppel infrage kommt. Der Rekord-Davis-Cup-Spieler (32 Nominierungen, 68 Einsätze) fühlt sich nach seinerSchulteroperation im Herbstimmerhin bereit für die knifflige Doppel-Mission, zuletzt gewann der 35 Jährige souverän zwei Einzelmatches in der deutschen Bundesliga (nach einem 6:1, 6:4 gegen den DeutschenTobias Kamkeein 6:2, 6:1 gegen den FranzosenJulien Obry. „Ich kann noch nicht drei Sätze voll durchservieren. Da muss ich dosieren. Sonst ist alles okay.“

Koubek: „Brauchen uns nicht verstecken“

Was Melzer erwartet? „Mit Philipp habe ich noch nie gespielt, aber er ist mit breiter Brust angereist nach denChallenger-Titeln in Marburg und Braunschweig. Als Team werden wir nicht den Fehler machen und uns einreden, dass wir chancenlos sind.“ Das sieht auch Koubek so. „Wir fahren nicht mit dem Einser-Team hin, das ist klar. Aber verstecken brauchen wir uns trotzdem nicht, die meisten, außer Sebastian Ofner, haben Davis-Cup-Erfahrung. Ich möchte sehen, dass die Burschen alles geben, vom ersten bis zum letzten Punkt. Dann werden wir schauen, was herauskommt.“ Erleichternd sei, dassAlexandr Dolgopolov, der beste Ukrainer, fehle. „Aber nur ein bisschen.“

Dennis Novak stieg mit dem „lässigen Gefühl“ in den Flieger, womöglich die rot-weiß-rote Nummer eins in Kiew zu sein. Vor einem Jahr, gegen die Niederlande in Kitzbühel, war der Niederösterreicher noch Sparringpartner gewesen,im März steuerte er den letzten Punkt zum 4:1 in Portugal bei. „Ich habe nichts zu verlieren“, sagte die Nummer 195 der Welt. Novak hat in seiner Karriere bereits eine Handvoll Top-100-Spieler geschlagen. „Wir sind der Außenseiter und ich werde alles daran setzen, uns möglichst lang im Spiel zu halten.“ Letzte Tipps wird er sich telefonisch von seinem KumpelDominic Thiemund von Jürgen Melzer vor Ort holen. „Jürgen kann auf eine Wahnsinnserfahrung zurückgreifen, von der wir alle profitieren wollen.“ ObGerald Melzer, der Montag zu Mittag beim ATP-Turnier in Hamburgeine Auftaktniederlage kassierte, doch dabei sein darf – und das dann als Österreichs Nummer eins –, steht noch nicht fest: „Es müssen noch Gespräche zwischen Stefan(Koubek; Anmerkung)und der ATP geführt werden, aber es schaut gut aus“, sagte der Niederösterreicher zu tennisnet.com.

Ofner „kann befreit spielen“

Schwierig ist die Aufgabe für Sebastian Ofner. Der österreichische Hallenmeister undFreiluft-Staatsmeisterwar ursprünglich von ÖTV-Präsident Robert Groß als Trainingspartner eingeladen worden. Nun stieg der 20-Jährige aus St. Marein im Mürztal zunächst in den Kader auf. „Wie es auch ausgehen mag, ob ich nun zum Einsatz komme oder nicht – es wird das größte Erlebnis in meiner bisherigen Karriere sein.“ Er habe genau nichts zu verlieren. „Deshalb kann ich befreit spielen. Ich bin noch überhaupt nicht nervös“, sagte die Nummer 563 der Welt, die es in der Ukraine erstmals mit Top-100-Spielern zu tun bekommen könnte. Die Gastgeber habenIllya Marchenko(ATP 84),Sergiy Stakhovsky(ATP 85),Artem Smirnov(ATP 280) undDenys Molchanov(ATP 281 und ATP-Doppel 72) nominiert.

Das ÖTV-Partnerreisebüro Tourism Concept Group schnürt individuelle Packages für Fans, die die Nationalmannschaft in die Ukraine begleiten wollen. Eintrittstickets gibt’s vom ÖTV dazu. Infos unter der Telefonnummer +43-1-9610601.

von tennisnet.com

Sonntag
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