Dominic Thiem bewegt die Massen – auch in Finnland

Der frischgebackene Kitzbühel-Sieger Dominic Thiem hat in der vergangenen Woche auch abseits des Platzes für Schlagzeilen gesorgt. Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek nannte die österreichische Tennis-Nummer-Eins für den Ländervergleich im September gegen Finnland. Dort reibt man sich indessen die Hände.

von Lukas Zahrer
zuletzt bearbeitet: 04.08.2019, 17:46 Uhr

"Dominic hat zu 99,9 Prozent zugesagt. Es sind natürlich die US Open davor, aber ich gehe davon aus, dass er dabei ist. Er wollte ja immer mitspielen, er hat diesmal frühzeitig zugesagt“, sagte ein erfreuter Koubek am vergangenen Mittwoch.

Dabei ließ Koubek es sich nicht nehmen, Kritik am Ex-Trainer und –Manager von Thiem, Günter Bresnik, zu üben. Koubek nannte die Kaderfindung unter dessen Ägide „ein Kasperltheater“, außerdem erinnerte er sich an das Davis-Cup-Viertelfinale von 2015 gegen die Niederlande in Kitzbühel.

"Er ist gedrillt worden am Tag davor, hat drei Stunden sehr intensiv trainiert. Das macht man normalerweise nicht“, sagte Koubek resignierend. „Da waren dir die Hände gebunden, weil Günter einfach gemacht hat, was er wollte."

Thiem verlor an jenem Wochenende seine beiden Einzel-Matches. Zunächst unterlag er Thiemo de Bakker trotz 2:1-Führung in fünf Sätzen, am Sonntag folgte die entscheidende Dreisatzniederlage gegen Robin Haase, mit dem die Gäste den Sieg fixierten.

Österreich gegen Finnland: Dominic Thiem vorerst dabei

Thiems Zusage für das Auswärtsspiel in Finnland kommt etwas überraschend, da die Nordeuropäer von der Papierform her auch für die zweite österreichische Garde hinter Thiem eine vermeintlich machbare Hürde darstellen.  Der Spieltermin am 13. und 14. September, also unmittelbar nach den US Open, könnte bei einem guten Abschneiden Thiems in New York noch dazu beitragen, dass der aktuelle Weltranglistenvierte kurzfristig doch zurückzieht.

Koubek hofft dennoch, dass Thiem das Team unterstützen wird. "Das Team schaut ganz anders aus mit so einem Top-Ten-Spieler“, sagte er. Dennis Novak, Sebastian Ofner und das Doppel Oliver Marach/Jürgen Melzer scheinen ebenfalls im vorläufigen ÖTV-Kader auf.

Doch vor allem Thiems Zusage erfreut nicht nur die Verantwortlichen des ÖTV. Auch der finnische Tennisverband jubelte über die Nominierung und hofft nun auf verbesserte Bedingungen für den Heim-Davis-Cup. „Das ist die Nachricht, auf die Tennis-Finnland wartete“, sagte Jarno Tiusanen, Pressesprecher von Suomen Tennisliitto, dem finnischen Tennisverband, im Gespräch mit tennisnet. „Bislang konnten wir beachtliche 3100 Tickets für das Event verkaufen, aber jetzt hoffen wir auf noch größeres Interesse.“

Davis Cup: Finnland organisiert wegen Thiem größere Halle

Die Veranstalter spekulierten bereits im Vorfeld mit eine Zusage Thiems. Bestritt man die vergangenen Heimspiele noch in Hallen mit Platz für etwas mehr als 1000 Zuseher, entschied sich der Verband diesmal für die deutlich größere Metro Areena in Espoo unweit der Hauptstadt Helsinki. Dort sollen bis zu 7000 Fans die Partien live verfolgen können.

„In Finnland konnte man in den vergangenen Jahren nicht allzu viele Top-Stars spielen sehen“, sagte Tiusanen mit dem Verweis, dass Finnland seit 2013 stets in der Europa/Afrika-Gruppe-II angetreten war. In Tampere findet lediglich ein Challenter-Turnier statt, ein finnisches ATP- oder WTA-Turnier fehlt im Tour-Kalender. „Derzeit herrscht ein kleiner Hype um unser Team. Als wir erfuhren, dass es gegen Österreich geht, entschieden wir uns für die Idee, das Heimspiel deutlich größer aufzuziehen.“

Angeführt werden die Finnen aktuell vom 20 Jahre alten Emil Ruusuvuori, der zuletzt in die Top-300 des ATP-Rankings einzog. In Fergana (Usbekistan) gewann er vor wenigen Wochen den ersten Challenger-Titel seiner Karriere.

Der zwei Jahre jüngere Otto Virtanen gewann im vergangenen Jahr den Junioren-Doppeltitel von Wimbledon und holte sich zudem die prestigeträchtige Orange Bowl. In der aktuellen Saison wurde er durch Verletzungen ausgebremst, „aber insgesamt ist er der talentierteste Junior Finnlands“, versicherte Tiusanen.

„Alle diese jungen Spieler haben Potenzial. Wir versuchen, sie so gut es geht zu unterstützen und sind gespannt, wie hoch sie es im Ranking schaffen werden“, sagte Tiusanen. „Die Finnen freuen sich über die neue Generation nach Jarkko Nieminen.“ Und auf zwei mögliche Einzel-Partien von Dominic Thiem.

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zuletzt bearbeitet: 04.08.2019, 17:46 Uhr

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