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Erste Bank Open: Dominic Thiem schlägt Vitaliy Sachko trotz mäßiger Leistung

Nach Novak Djokovic ist auch der zweite Topfavorit auf den Titel bei den Erste Bank Open erfolgreich ins Turnier gestartet. Dominic Thiem musste in seinem Auftaktmatch gegen Vitaliy Sachko zwar mehr kämpfen, als ihm lieb war, siegte aber mit 6:4 und 7:5 (Das Match könnt ihr hier im Liveticker nachlesen).

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 27.10.2020, 20:24 Uhr

Dominic Thiem besiegte den Lucky Loser Vitaliy Sachko in der ersten Runde der Erste Bank Open
Dominic Thiem besiegte den Lucky Loser Vitaliy Sachko in der ersten Runde der Erste Bank Open

Von Michael Rothschädl aus der Wiener Stadthalle 

Im Nachhinein wird Dominic Thiem wohl froh sein, Kei Nishikori vor dem vermeintlichen Erstrundenduell "nicht zu sehr analysiert" zu haben, wie er in der Eröffnungspressekonferenz erklärte. Am Montagabend - ziemlich genau zur gleichen Zeit, als der Österreicher am verwaisten NextGen-Court mit Dennis Novak im Doppelbewerb aufschlug - musste der Japaner nämlich bekanntgeben, verletzungsbedingt doch nicht starten zu können. Für ihn rückte der Weltranglisten-529. Vitaliy Sachko als Lucky Loser ins Feld. 

Einen dementsprechend eindeutigen Sieg erwarteten sich jene 1000 Glücklichen, die sich ein Ticket für die Night-Session am eigens für den Lokalmatador gebrandeten "THIEMstag" gesichert haben, um dem Publikumsliebling Dominic Thiem bei der Arbeit zuzusehen. Erstmals nach seinem Vorjahreserfolg durfte der frischgebackene US-Open-Sieger als Titelverteidiger auf den Centre Court der Wiener Stadthalle schreiten. 

Thiem startet fulminant

Bereits früh in dieser Partie wurde der Klassenunterschied der beiden Spieler deutlich, Sachko musste viel riskieren, um die hohe Intensität von Dominic Thiem von der Grundlinie mitgehen zu können - und produzierte dementsprechend viele Fehler. Der Österreicher hingegen hatte sogar die Chance, ein paar Dinge auszuprobieren und ging dennoch schnell mit 3:0 in Führung. 

Dem Lichtenwörther sollte in dieser Anfangsphase eine durchschnittliche Leistung reichen, um Vitaliy Sachko jederzeit auf Distanz halten zu können. Sobald der Österreicher mit seiner starken Vorhand etwas andrückte, kam vonseiten des Ukrainers zumeist der Fehler. Das sollte sich wenig später auch am Scoreboard niederschlagen, Dominic Thiem erhöhte im sechsten Spiel erneut die Schlagzahl und holte sich nach einer sehenswerten Rallye per Rückhandwinner ein weiteres Break. 

Thiem doch noch mit dem Satzgewinn

Als Satz eins bereits entschieden schien, riss der Faden aber komplett beim Weltranglisten-Dritten. Sachko gelang ein Rebreak, der Ukrainer brachte sein folgendes Aufschlagspiel souverän durch und schaffte sogar ein weiteres Rebreak - plötzlich war alles wieder in der Reihe. Der Weltranglisten-529. hatte dann sogar zwei Chancen, bei eigeem Aufschlag auf 5:5 zu stellen, musste aber mitansehen, wie Dominic Thiem beide vereiteln konnte und wenig später mit einem feinen Inside-Out-Vorhandwinner Satz eins doch noch für sich entscheiden konnte. 

Wer gedacht hätte, dass damit die Gegenwehr des ukrainischen Lucky Losers gebrochen wäre, der fehlte weit. Sachko blieb auch zu Beginn des zweiten Satzes bissig, profitierte zugleich von zahlreichen Fehlern des Weltranglisten-Dritten und ging erstmals in diesem Match per Break in Führung. Vor allem mit der Rückhand wirkte Dominic Thiem alles andere als sattelfest und hielt seinen Kontrahenten so gut im Spiel. Aber auch Sachko streute immer wieder unerzwungene Fehler ein, weshalb Dominic Thiem ohne großartigen Aufwand zum Rebreak kam. 

Erneutes Aufbäumen von Sachko

Der Österreicher schien sich nun wieder etwas gefangen zu haben, brachte sein Aufschlagspiel locker durch und breakte Vitaliy Sachko ein weiteres Mal - diesmal zu Null. Mit einem souveränen Aufschlagspiel stellte Thiem wenig später auf 4:1. Auch auf diesen Rückschlag sollte der junge Ukrainer eine Antwort parat haben, erneut waren es etliche Fehler ohne Not bei Dominic Thiem, die Sachko das neuerliche Rebreak brachten. 

Vitaliy Sachko spielte nun phasenweise munteres Tennis, machte dem Österreicher insbesondere mit guter Defensivleistung das Leben schwer. Auch, weil dieser beim letzten Schlag stets ein wenig zu viel wollte. Nach der nächsten Negativserie stellte Thiem dann aber mit einem souveränen Service-Game auf 5:4 - Sachko musste gegen den Matchverlust servieren. Auch diesem Druck wurde der 23-Jährige aber Herr und stellte in einem umkämpften Game auf 5:5. Zumindest als Aufschläger war Thiem nun wieder auf den Court zurückgekehrt, der Österreicher holte sich recht ungefährdet das 6:5. Nun hielten die Nerven beim jungen Ukrainer aber nicht mehr Stand, Thiem erhöhte noch einmal die Schlagzahl und verwertete nach etwas mehr als einer Stunde und 45 Minuten seinen zweiten Matchball. Die Stadthalle tobte. 

Thiem nun gegen Wawrinka oder Garin

"Es ist ein unglaubliches Gefühl, vor so einer Stimmung in einer so schwierigen Zeit, wie der jetzigen, zu spielen, wieder heimzukommen zu einem der für mich wichtigsten Turniere", erklärte Dominic Thiem nach seinem Erstrundensieg. "Ich habe ein bisschen von seinen bisherigen Matches gesehen. Für mich war es das erste Match nach Paris, diese Matches sind nie einfach. Vor allem gegen einen Gegner, den ich nicht kenne. Ich habe sicher meine Schwierigkeiten gehabt, ins Spiel reinzukommen, aber generell bin ich zufrieden, es hat wieder richtig viel Spaß gemacht." 

Für Dominic Thiem geht es in Runde zwei gegen den Sieger der Partie zwischen Stan Wawrinka und Cristian Garin, die den Spieltag am Centre Court in der Wiener Stadthalle direkt nach dem Österreicher beschließen werden. Im Viertelfinale könnte es zum großen Clash mit Andrey Rublev kommen, der sich in den letzten Wochen in so überragender Form präsentiert hatte und 2020 bereits vier Titel holen konnte. 

Hier könnt ihr Dominic Thiems Auftaktsieg in unserem Liveticker nachlesen

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