Angelique Kerber hat keine Angst vor Draculas Hexenkessel

Das Porsche Team Deutschland kämpft am Wochenende gegen Gastgeber Rumänien um den Klassenerhalt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.04.2016, 11:14 Uhr

Vor dem heißen Tanz im Hexenkessel von Cluj gabAngelique KerberEntwarnung. „Der Jetlag ist zwar noch ein bisschen da, aber ich fühle mich ansonsten wieder gut. Es kann losgehen, wir sind bereit“, sagte die Australian-Open-Siegerin mit Blick auf das schwierige Play-off-Spiel des Porsche Team Deutschland gegen Gastgeber Rumänien am Samstag und Sonntag (jeweils 12.00 Uhr MESZ). Gedanken an den ersten Abstieg seit 2012 versucht Kerber, die nach ihrer Rückkehr aus den USA erst am Mittwoch angereist war, einfach auszublenden. „Ich denke nicht an den 'worst case'“, betonte die Weltranglisten-Dritte, die in Draculas transsilvanischer Heimat die Hoffnungsträgerin der Gäste ist.

Petkovic mit Erinnerungen an die French Open

Deshalb könnte dem DTB-Quartett die Auslosung am Freitag im Untergeschoss des Mannschafts-Hotels auch in die Karten gespielt haben. Als Favoritin eröffnet Kerber am Samstag gegenIrina-Camelia Begu(WTA 35) das Duell in der seit Wochen mit 7500 Zuschauern ausverkauften Sala-Polivalenta-Arena.  In Charleston hatte die Kielerin die rumänische Nummer zwei Begu jüngst besiegt. „Ich hoffe, das ist ein kleiner psychologischer Vorteil für mich“, sagte Kerber: „Aber eigentlich fängt alles bei Null an.“ Teamchefin Barbara Rittner hat zunächst nur einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn wir im ersten Match vorlegen könnten.“ Wohl wissend, dass anschließend die fanatischen Fans ihre VolksheldinSimona Halep(WTA 6) gegenAndrea Petkovicmit allen Mitteln zum Sieg treiben wollen.

Und Petkovic ist sich der besonderen Bedingungen in der modernen, aber dunklen Halle bewusst. „Es wird sehr stickig, und man wird viel schwitzen. Es ist wichtig, vorher viele Elektrolyte zu sich zu nehmen“, meinte Petkovic, die Nummer 30 im Ranking. Die eloquente Hessin sinnt gegen Halep auf Revanche. 2014 hatte Petkovic das Halbfinale der French Open gegen die Rumänin verloren. „Wenn ich mir aussuchen könnte, welches Match meiner Karriere ich noch mal spielen könnte, dann dieses in Paris“, verriet „Petko“, die bislang sämtliche fünf Vergleiche mit Halep verloren hat: „Zuletzt bin ich aber immer näher dran gewesen.“

Kommt die Fed-Cup-Reform?

Petkovic bekam den Vorzug gegenüberAnnika Beck(WTA 41), die im Februar ihr Einzel-Debüt im Erstrundenduell gegen die Schweiz (2:3) gewonnen hatte. Rittner („Die Tagesform wird entscheiden“) sieht die Chancen für den Klassenerhalt bei „50:50“. „Der Gedanke an den Abstieg lähmt mich nicht, er motiviert mich eher“, sagte die 42-Jährige. Für das Doppel am Sonntag sind Beck undJulia Görges(WTA 59) nominiert.

Die Stimmung im deutschen Team jedenfalls ist trotz der wachsenden Anspannung sehr gut. Doch der Druck ist allseits präsent: Sollte das DTB-Quartett verlieren, könnte es wohl frühestens 2018 nach dem ersehnten Titel greifen, den eine deutsche Auswahl schon zweimal (1987 und 1992) gewonnen hatte. Allerdings gäbe es in diesem Fall noch die kleine Hoffnung, dass die Internationale Tennis Federation (ITF) die Weltgruppe bereits Ende 2016 reformiert und von acht auf 16 Teams aufstockt. Dies ist seit einiger Zeit im Gespräch.

von tennisnet.com

Freitag
15.04.2016, 11:14 Uhr