Frances Tiafoe über Arthur Ashe - „Du warst so viel mehr als Tennis“

Frances Tiafoe, der in von der ATP 2020 für sein humanitäres Engagement mit dem nach Arthur Ashe benannten Award ausgezeichnet wurde, hat einen Brief an den Namensgeber verfasst.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 06.01.2021, 13:19 Uhr

Der große Arthur Ashe
© Getty Images
Der große Arthur Ashe

Arthur Ashe ist 1993 in NewYork City gestorben. Dem ehemaligen Wimbledon-Champion war bei einer Operation am Herz mit dem HIV-Virus verunreinigtes Blut verabreicht worden, zur damaligen Zeit ein in den allermeisten Fällen tödlicher Irrtum. Die Verdienste Ashes gehen weit über den Tennissport hinaus. Neben seinen Erfolgen auf den großen Courts im Tenniszirkus war es vor allem sein Engagement in Sachen Rassendiskriminierung, die Arthur Ashe auch für die Generationen nach ihm zum Referenzpunkt macht.

Kein Wunder, dass die USTA, der US-amerikanische Tennisverband, das größte Tennisstadion der Welt nach Ashe benannt hat. Und auch die ATP gedenkt des dreimaligen Major Gewinners (US Open 1968, Australian Open 1970 und Wimbledon 1975) alljährlich mit der Verleihung des Arthur Ashe Humanitarian Awards. Dieser ging 2020 an Frances Tiafoe. Der 1998 zur Welt kam, Ashe also nur aus Erzählungen kennen kann.

Serena, Gauff, Monfils und Tsonga am Start

Tiafoe, der in dieser Woche in Delray Beach seine Tennissaison 2021 eröffnet, weiß aber sehr wohl um die Bedeutung von Arthur Ashe. Und hat dem Namensgeber des Preises einen öffentlichen Brief geschrieben, der auf der Website der ATP veröffentlicht wurde. Tiafoe hat im vergangenen Sommer unter dem Motto „Racquets down, Hands up“ ein Video veröffentlicht, in dem er auf Gewalt gegen dunkelhäutige Mitbürger aufmerksam machte. Mit dabei waren auch die KollegInnen Serena Williams, Cori Gauff, Jo-Wilfried Tsonga oder Gael Monfils.

„Ich wollte den Menschen zeigen, dass jeder wichtig ist“, schreibt Tiafoe also. „Es spielt keine Rolle, wer man ist, wo man herkommt, oder welche Hautfarbe man hat. Jeder hat die Möglichkeit, etwas Besonderes zu sein. Ich war eines jener Kinder, die keine große Chance darauf hatten, es so weit zu bringen. Diese Auszeichnung zu erhalten erinnert mich einfach daran, dass ich etwas an die nächste Generation weitergeben muss.“

Tiafoe - Ashe hätte Präsident der USA sein können

An Arthur Ashe gerichtet fährt France Tiafoe fort: „Ich hatte nicht das Glück, dabei zu sein, als Du gewirkt hast, aber ich weiß, dass Du so viel größer als der Tennissport warst. Ganz ehrlich, Du hättest Präsident sein können. Etwas, das Du mal gesagt hast, ist mir immer in Erinnerung geblieben: ´Mit dem, was wir bekommen, können wir unser Leben bestreiten. Mit dem, was wir geben, können wir Leben schenken.“

Nichts, was Arthur Ashe jemals gemacht hätte, wäre auf ihn selbst ausgerichtet gewesen, so Tiafoe. Ashe habe immer versucht, zunächst ein Mensch und dann erst an zweiter Stelle ein Athlet zu sein. „Es ist immer darum gegangen, anderen zu helfen. Das ist wirklich inspirierend.“  

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