French Open 2026: Wer sich nach Runde eins in den Hintern beißen muss
Grand-Slam-Turniere bringen oft besondere Geschichten. Zum Beispiel jene von Profis, die in einem Marathon die Nase eigentlich schon vorne hatten - und auf der Zielgeraden doch noch gescheitert sind.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
27.05.2026, 10:56 Uhr

Wer auch immer am Best-of-Five-Format rüttelt: Er oder sie möge damit aufhören. Ja, die Matches können sich ziehen, aber nein: Das ist keineswegs schlecht für den Tennissport. Und die von Fünf-Satz-Marathons Betroffenen fahren ja entweder eh nach Hause oder haben vor dem nächsten Match in der Regel einen Tag Pause. Vielleicht sogar zwei.
Bitter natürlich, wenn man den Sieg schon auf dem Schläger hat. Und dann doch noch seinem Gegner gratulieren muss. Genau dafür gab es auch in Roland-Garros wieder einige prächtige Beispiele.
Terence Atmane etwa hatte gegen Thanasi Kokkinakis nach einem steten Hin und Her alles in der Hand, lag im fünften Satz mit einem Break in Führung. Und leistete sich in der Schlussphase aber Fehler (vor allem bei Überkopf-Bällen), die jedes Kuriositäten-Kabinett geziert hätten. So hauchte er dem verletzungsgeplagten Australier wieder Leben ein.
Roman Safiullin wiederum muss man hoch anrechnen, dass er sich alle Mühe gegeben hat, gegen Casper Ruud nicht nur wegen dessen Problemen mit der Hitze als Sieger den Platz zu verlassen. Safiullin nahm sich Ende des vierten Satzes selbst eine medizinische Auszeit, vor Beginn der Entscheidung verschwand auch der Russe länger in der Kabine. So konnte sich Ruud wieder einigermaßen in Schuss bringen.
Daniil Medvedev hat derweil am Dienstag sein Kunststück vom letzten Jahr wiederholt, wo er ja gegen Cameron Norrie ebenfalls mit einem Break im fünften Satz in Führung gelegen war. Gegen Adam Walton lieferte Meddy nun ein Da Capo, nahm es in der an- und für ihn abschließenden Pressekonferenz aber immerhin gelassen.
Und auch Daniel Altmaier, der die erste Runde spät am Dienstagabend beschlossen hat, muss sich grämen, dass er, bei all seiner kämpferischen und spielerischen Klasse, den Vorsprung gegen Félix Auger-Aliassime nicht in einen Sieg verwandeln konnte. Es wäre der dritte herausragende Erfolg für Altmaier im Stade Roland-Garros gewesen, nachdem er in den vergangenen Jahren auch schon Taylor Fritz und Jannik Sinner bezwungen hatte.
Hier das Einzel-Tableau der Männer
