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Feuchtgebiet Roland Garros – Ein Schauplatz des Lächelns für die Schweiz

Während Timea Bacsinzsky ins Viertelfinale einzieht, ist Stan Wawrinka bereits einen Schritt weiter.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 01.06.2016, 16:14 Uhr

PARIS, FRANCE - JUNE 01: Timea Bacsinszky of Switzerland celebrates victory during the Ladies Singles fourth round match against Venus Williams of the United States on day eleven of the 2016 French Open at Roland Garros on June 1, 2016 in Paris, Fra...

Die French Open 2016 mögen einmal als traurige Regen-Festspiele in die Grand-Slam-Geschichte eingehen. Doch für das Schweizer Tennis bleibt das „Major“ im Pariser Westen bisher ein Schauplatz des Lächelns – genau so wie vor zwölf Monaten. Und mit den gleichen Hauptdarstellern, mit einer couragiertenTimea Bacsinszkyund einem furchtlosen, von keinen Zweifeln umgebenenStan Wawrinka.Im Feuchtgebiet Roland Garros war jedenfalls, inmitten aller Wetter-Tristesse, am Mittwochabend eine vergnügliche Zwischenbilanz zu ziehen: Bacsinszky, die Sensations-Halbfinalistin der Vorsaison hier unterm Eiffelturm, spielte sich mit einem höchst souveränen 6:2- und 6:4-Sieg über AltmeisterinVenus Williamsschon wieder ins Viertelfinale vor, dort spielt sie am Donnerstag gegen die NiederländerinKiki Bertens.

Finden die Finalspiele planmäßig statt?

Und Wawrinka, der stolze Titelverteidiger, ist bei seiner außerordentlich anspruchsvollen Mission, den letztjährigen Sieg zu wiederholen, bereits eine Etappe weiter als Landsfrau Bacsinszky – der 30-jährige Kraftprotz rückte mit einem ungefährdeten 6:2,-6:1,-7:6-(7)-Sieg über den SpanierAlbert Ramos-Vinolasin die Runde der letzten Vier vor. Wawrinka trifft nun auf den BritenAndy Murray,gegen den er über eine leicht negative 7:8-Matchbilanz verfügt. Die letzten drei Partien gewann Wawrinka allerdings gegen Murray, der am Mittwoch den letzten im Turnier verbliebenen FranzosenRichard Gasquetausgeknockt hatte. Währenddessen durchbrach Tennis-FrontmannNovak Djokovicnach seinem Viersatz-Sieg überRoberto Bautista Agutals erster Spieler überhauptdie 100-Millionen-Dollar-Preisgeldgrenze. Der Serbe steht, anders als Wawrinka, allerdings erst im Viertelfinale der Offenen Französischen Meisterschaften.

Womit wir beim beherrschenden Thema der nächsten Tage wären, dem vollgepackten Spielprogramm für die meisten verbliebenen Professionals. Im Frauen-Wettbewerb muss bis zum Finale am Samstag durchgespielt werden, ohne die üblichen Pausentage zwischen den Matches. Viertelfinals am Donnerstag, Halbfinals am Freitag, dann das Endspiel am Samstag – immer vorausgesetzt, das launische Frühlingswetter würde endlich zum Verbündeten der Tennis-Manager in Paris. „Ich habe keine Probleme damit. In Paris würde ich bis zum Lebensende jeden Tag ein Match bestreiten“, sagte Bacsinszky, die seit dem glänzenden Vorjahreslauf eine noch größere Sympathie zu Frankreichs Hauptstadt und ihrem „Major“-Wettbewerb verbindet.

Kiki Bertens erinnert an Bacsinszky

Wawrinka zählt ungewollt eher zu den Profiteuren des Schmuddelwetters, denn er und die meisten Mitstreiter aus seiner Hälfte des Auslosungs-Tableaus absolvierten ein fast normales Programm – nur das Viertelfinal-Spiel des Romands ging am Mittwoch statt am Dienstagüber die Bühne. Djokovic, der in diesem Jahr im zwölften Anlauf endlich seinen ersten Pariser Titel holen will, hat ein Match Rückstand – kein leichtes dazu gegen den Tschechen Tomas Berdych. Noch ist unklar, ob im Herren-Wettbewerb wegen der höheren Belastung von potentiell noch mehreren Fünf-Satz-Matches das Finale erst am Montag stattfinden wird. Unklar ist das allerdings auch deswegen, weil die Wetterprognosen für die Endphase des Turniers wieder schlechter sind.

Bacsinszky ist am Donnerstag gegen eine der formstärksten Spielerinnen gefordert.Bertens, die Nummer 58 der Weltrangliste, feierte mit dem 7:6 (4), 6:3 gegen die US-Amerikanerin Madsion Keys bereits den elften Sieg in Serie– die 24-Jährige hatte im Vorfeld des Pariser Grand Slams als Qualifikantin das WTA-Turnier in Nürnberg gewonnen, nicht nur im Einzel übrigens, sondern auch noch im Doppel. „Es ist unglaublich, was im Moment passiert“, sagte Bertens, deren Erfolgsstory ein wenig an den Cinderella-Auftritt von Bacsinszky im Vorjahr erinnert. Das bisher einzige Match der beiden Spielerinnen endete bei den US Open 2013 mit einem Aufgabesieg von Bacsinszky. Als Bertens in der Pressekonferenz der Schweizerin mit einem durch das Turnier preschenden Expresszug verglichen wurde, sagte Bacsinszky: „Die Schweiz ist berühmt für ihre Züge.“

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Mittwoch
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