tennisnet.comATP › Grand Slam › French Open

Ü30-Party in Paris

Neuer Altersrekord: Nie zuvor waren mehr „Dreißiger“ im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers dabei, in Roland Garros sind es 50!

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.05.2016, 15:57 Uhr

PARIS, FRANCE - MAY 23: A dejected Radek Stepanek of Czech Republic reacts during the Men's Singles first round match against Andy Murray of Great Britain on day two of the 2016 French Open at Roland Garros on May 23, 2016 in Paris, France. (Photo ...

Die französische Hauptstadt ist eine pulsierende europäische Metropole und nicht zwingend als beschauliche Altersresidenz bekannt. Auch im Hauptfeld der Herren legt sich in Paris niemand aufs Altenteil, dennoch, der „Klub der 30er“ hat auch hier das Zepter übernommen. 50 Spieler sind älter als 30 Jahre – Rekord! Die bisherige Höchstmarke bei den Männern betrug 41 und wurde erst jüngst bei den diesjährigen Australian Open aufgestellt. Vor 16 Jahren traten im Haupttableau der French Open gerade einmal zwölf Spieler jenseits der 30er Marke an, wie der „Tagesanzeiger“ berichtet.

Nadal klopft bereits an die Klubtür

Am Freitag nächster Woche kommt sogar noch ein prominentes Klubmitglied hinzu.Rafael Nadalkönnte an diesem Tag nicht nur im Halbfinale aufNovak Djokovictreffen, sondern wird auch seinen 30.Geburtstag in Paris feiern, sollte er sich dann noch im Turnier befinden. Dreiste Fragen zum Alter musste sich der „Stier von Manacor“ bereits vor dem Startschuss am Bois de Boulogne gefallen lassen. „Denken sie manchmal, sie seien alt“, fragte ein Schweizer Journalist unverblümt. Doch Nadal parlierte: „Nein, ich fühle mich nicht alt. Es stimmt, dass ich schon viele Jahre auf der Tour bin. Doch im Kopf und allgemein im Leben fühle ich mich noch jung.“

Den„Altersboom“ im Tennishaben wir zuletzt mehrfach aufgegriffen. Vor allem in den Top 10 lassen die Oldies kaum junges Blut zu.Ende April lag das Durchschnittsalter unter den besten zehn Spielern der Welt bei genau 30 Jahren. Zehn Jahre zuvor betrug der Schnitt noch zarte 24 Lenze. Warum ist das so? French-Open-„Alterspräsident“Radek Stepanekerklärt es so: „Der größte Unterschied zu früher ist, dass wir heute viel mehr Möglichkeiten haben, uns zu erholen und Sorge zu tragen für unseren Körper.“ Halbfitte Spieler gebe es heute nicht mehr, unterstreicht der 37-Jährige: „Jeder kann hart schlagen und täglich fünf, sechs Stunden trainieren. Und alle achten viel besser auf die Ernährung.“

Murray: „Stepanek ist eine Inspiration“

Andy Murray erlebte die Vitalität des agilen Tschechen gerade erst in der ersten Runde der French Open und kam noch mal mit einem blauen Auge davon.„Wenn man sieht, wie gut einer wie Stepanek mit über 37 immer noch spielt, sei das eine Inspiration. Dann denken die anderen Spieler: ,Ich muss nicht aufhören, wenn ich 31, 32 bin’“, lobt der Schotte, der in fünf Sätzen gegen den Dauerbrenner gewann. Auch der rapide Anstieg des Preisgelds sei ein weiterer Grund, warum es sich lange auf der Tour aushalten lässt, bemerkt der Schweizer Autor Simon Graf.

Seit 2008 hat sich das Preisgeld bei den French Open verdoppelt. In diesem Jahr ist das Turnier mit mehr als 32 Millionen Euro dotiert – auch das ist Rekord. Dennoch sind „Ü30-Sieger“ bei Grand-Slam-Turnieren im neuen Jahrtausend eine seltene Spezies. Andre Agassi (Australian Open 2003),Roger Federer(Wimbledon 2012) undStan Wawrinka(French Open 2015) bilden den kleinen Kreis, in den auch Rafael Nadal eintreten könnte, wenn er am 5. Juni zum zehnten Mal in Paris erfolgreich sein sollte.

von tennisnet.com

Mittwoch
25.05.2016, 15:57 Uhr