Funktioniert der Laver Cup auch ohne Federer, Nadal und Djokovic?

Erstmals wird der Laver Cup ohne einen der Großen Drei stattfinden. Können die jungen Vertreter Europas und das Weltteam mit Routinier John Isner in Boston die Halle vom 24. bis 26. September 2021 zum Kochen bringen?

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 24.08.2021, 07:48 Uhr

Zwei der größten Legenden des Tennissports: John McEnroe und Björn Borg
© Getty Images
Zwei der größten Legenden des Tennissports: John McEnroe und Björn Borg

Roger Federer im Doppel mit Rafael Nadal - darauf hatte sich Prag 2017 bei der Premiere des Laver Cups gefreut. Ein Jahr später in Chicago dann das vorsichtige Abtasten zwischen Federer und Novak Djokovic, die sich zwar schon über Jahrzehnte kennen, aber erst als Teamkameraden in der europäischen Auswahl auch menschlich näher zueinander fanden. 2019, bei der bislang letzten Ausgabe des Kontinental-Vergleichs dann ein Heimspiel für Organisator Federer in Genf. Boston als Austragungsort musste aufgrund der Corona-Pandemie ein Jahr nach hinten verschoben werden, in etwa einem Monat soll es aber so weit sein.

Nur: Was ist diesmal die große Geschichte, die die Massen in die Halle und vor die TV-Geräte lockt? Die Europäer, die alle drei bisherigen Ausgaben des Laver Cups gewonnen haben, schicken eine bockstarke Gruppe nach Boston, angeführt von Daniil Medvedev und Alexander Zverev, die sich beim nordamerikanischen Publikum mit ihren Erfolgen in Toronto bzw. Cincinnati ganz aktuell in Erinnerung gerufen haben. Stefanos Tsitsipas wird ebenso wie Matteo Berrettini am Start sein, ergänzt von Casper Ruud und Andrey Rublev. Björn Borg, der europäische Kapitän, hat also gut lachen.

Opelka und Kyrgios für Team World

Auf Seiten der Rest-Welt-Auswahl ruhen die Hoffnungen wohl weniger auf Denis Shapovalov und Félix Auger-Aliassime, sondern auf den breiten Schultern von Reilly Opelka. Eben der hat vor wenigen Tagen in Toronto ziemlich überraschend das Endspiel erreicht, wo er gegen Daniil Medvedev aber nicht viel Land gesehen hat. John Isner gibt in John McEnroes Equipe den Elder Statesman, Diego Schwartzman und Nick Kyrgios ergänzen. Nick Kyrgios? Hatte der nicht körperliche wie auch emotionale Probleme? In der Tat, in Winston Salem zog der Australier vor seinem Auftaktmatch gegen Andy Murray zurück.

Die gute Nachricht: In Mannschafts-Wettbewerben wächst Kyrgios in der Regel über sich hinaus, im TD Boston Garden, wo seine Lieblingsmannschaft aus der NBA, die Boston Celtics, ihre Heimspiele austragen, sollte das umso mehr der Fall sein.

Wird das aber reichen, um die Fans, die ihre Karten in Antizipation zumindest von Roger Federer gekauft haben, zufrieden zu stellen? Es ist immerhin anzunehmen, dass mindestens ein US-Open-Finalist auch beim Laver Cup spielt. Denn neben Novak Djokovic sind vor allem die genannten Europäer sehr starke Kandidaten für einen Platz im Endspiel von New York City.

Helfen könnte auch der Modus, der unabhängig von der Besetzung bislang immer für Spannung gesorgt hat. So zählen Siege am ersten Tag lediglich einen, am zweiten schon zwei und am Schlusstag dann drei Punkte. Ob die Zähler zum ersten Sieg des Team World dann Opelka, Isner oder Shapovalov holen, wird dem bekannt patriotischen US-Publikum fast egal sein.

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