Fußball oder Tennis? Nike und Adidas auf unterschiedlichen Wegen
Angesichts der nahenden Fußball-Weltmeisterschaft setzen nicht alle großen Sportartikel-Hersteller in Paris auf Tennis.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
23.05.2026, 13:31 Uhr

Zu sagen, dass die Avenue des Champs-Élysees eine belebte Straße sei, geht nicht einmal als unzulässige Untertreibung durch. Es wurdelt, dass es eine Freude ist. Und ziemlich direkt gegenüber betreiben zwei der größten Sportartikel-Hersteller sehr fein herausgeputzte Geschäfte, nennen wir sie der Einfachheit halber einfach Nike und Adidas. Für wessen Produkte man sich entscheidet, ist letztlich immer Geschmacksache. Interessant ist allerdings die Ausrichtung der Verkaufsflächen während der laufenden French Open und wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA.
Adidas nämlich setzt voll auf Fußball. Wer mag, kann zwischen den offiziellen WM-Trikots etwa der Spanier, Deutschlands oder des Titelverteidigers Argentinien wählen. Aber auch Jerseys von kleineren Nationen, die es zur WM geschafft haben, werden da feilgeboten: etwa jene des deutschen Gruppengegners Curacao.
Wer nach Tennisgrößen sucht, wird bei den drei Streifen so gut wie gar nicht fündig. Dabei stehen mit Alexander Zverev und Elina Svitolina zwei Profis aus dem engeren Favoritenkreis bei Adidas unter Vertrag.
Sabalenka grüßt schon am Eingang
Nike bietet da einen anderen Ansatz. Schon beim Eintreten wird man freundlich, aber bestimmt dazu aufgefordert, mit Aryna Sabalenka zu schlagen. Ein Vorhaben, bei dem man sich zwar nur blamieren kann, aber die Weltranglisten-Erste dominiert auch einen Stock höher. Und zwar an der Seite einer Spielerin, die im Gegensatz zur Belarussin in Roland-Garros schon einen großen Triumph gefeiert hat: nämlich der Olympiasiegerin von 2024, Qinwen Zheng.
Die Männer sind zwar auch vertreten - aber angesichts der Absage von Carlos Alcaraz bleibt aus den vordersten Rängen ja „nur“ Jannik Sinner. Der grüßt zwar auch im ersten Treppenaufgang, steht aber deutlich im Schatten von Sabalenka und Zheng.

Fußballfreunde kommen beim prägnanten Swoosh auch auf ihre Kosten, müssen dafür aber ins Kellergeschoss. Was umso erstaunlicher ist, als dass Nike ja die französische Nationalmannschaft (wie auch jene der Brasilianer, Engländer oder Niederländer) ausrüstet. Aber: So setzt eben jeder andere Prioritäten.
