Einmal ist eben doch nicht keinmal

ITF-Präsident David Haggerty verfolgt eine Null-Toleranz-Politik.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.03.2016, 14:53 Uhr

David Haggerty

In Leipzig, bei der Fed-Cup-Begegnung zwischen Deutschland und der Schweiz, war die Tenniswelt zwar auch nicht mehr ganz in Ordnung, der DopingfallMaria Sharapovaaber noch nicht auf den Radar der interessierten Beobachter gerückt. Und also musste David Haggerty, seit kurzem Nachfolger von Francesco Ricci Bitti als Präsident des Internationalen Tennisverbandes (ITF), auf der Malus-Seite lediglich die Berichte über Spielmanipulationen kommentieren. Und konnte sich ansonsten an der Seite von DTB-Chef Ulrich Klaus ganz dem sportlichen Geschehen, also Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber und der Spielerin eben jenes Wochenendes im Februar, Belinda Bencic, widmen.

In einem ausführlichen Interview mit der Associated Press (AP) ging Haggerty nun auf die dringenden Fragen des Tennissports noch einmal ein – und zog eine positive Bilanz seiner sechsmonatigen Amtszeit. Gerade auch in puncto Spielmanipulationen. „Ich kann ihnen versichern, dass unsere Tennis Integritäts-Einheit (TIU) jeden einzelnem Verdacht nachgeht, bis wir Beweise gefunden haben, um eine Untersuchung einzuleiten. Oder dass dies eben nicht nötig ist“, führte der US-Amerikaner aus. „Man muss natürlich die Relationen sehen: Wir haben 246 Berichte über ungewöhnliches Wettverhalten, und das bei 120.000 Tennis-Matches. Der Prozentsatz ist sehr klein. Aber selbst mit Blick darauf gilt: Wir haben eine Null-Toleranz-Politik. Ein Fall ist schon zu viel.“

Kein Profi größer als der Sport

Dasselbe gilt auch für die Doping-Problematik, die David Haggerty gar nicht als solche wahrnimmt, auch wenn Maria Sharapova bei den Australian Open mit einem positiven Test aufgefallen war. „Wir wollen sicherstellen, dass jeder Kunde und Zuschauer uns glaubt, dass Tennis ein sauberer Sport ist. Weil er das auch ist.“ Im Falle der Russin sieht Haggerty die Position der ITF gestärkt: „Aus unserer Sicht zeigt das, dass kein Spieler über der Sauberkeit des Sports steht. Wenn irgendein Profi etwas in seinem System hat, werden wir es herausfinden und die entsprechenden Maßnahmen einleiten.“

von tennisnet.com

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25.03.2016, 14:53 Uhr