Mira Antonitsch mit 17 Jahren im ersten internationalen Damenfinale

Die große österreichische Zukunftshoffnung steht in Serbien vor ihrem ersten Triumph bei den Erwachsenen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 09.07.2016, 15:03 Uhr

Mira Antonitsch - ITF-Tour

Bereits seit der Weltrangliste vom 2. Februar 2015 ist Österreich ohne eine Top-100-Spielerin - doch es besteht allmählich Hoffnung auf Besserung. Einerseits etwa vor allem durch die 20-jährige, immer weiter nach vorne kommende Barbara Haas , die am Montag erstmals unter den besten 150 erscheinen wird, andererseits in einigen Jahren womöglich durch Mira Antonitsch . Letztere lässt in der laufenden Woche wieder mal ihr großes Talent aufblitzen. Zum erst elften Mal in ihrer noch jungen Karriere und zum vierten Mal in dieser Saison spielt die Nummer 51 im ITF-Jugendranking ein internationales Damenturnier. Hatte ein Viertelfinale Ende Februar 2016 in Antalya, Türkei, das bisher beste Abschneiden dargestellt, so steht die Hinterbrühlerin jetzt gar vor ihrem ersten Titel bei den Erwachsenen - mit 17 Jahren. Die Niederösterreicherin (WTA 982) verbuchte am Samstagnachmittag beim 10.000-US-Dollar-Sandplatzturnier in Nis dank eines 6:4, 6:3 gegen die zweitgesetzte serbische Lokalmatadorin Tamara Curovic (WTA 632) schon ihren vierten Sieg. Am Sonntag kämpft sie hiermit im Finale gegen die topgesetzte Slowakin Viktoria Kuzmova (WTA 348) um den Turniersieg.

Alexander Antonitsch: "Beeindruckend, wie sehr sie es will"

Antonitsch hatte die 17-jährige serbische Wildcard-Empfängerin Sara Cvorovic (WTA -) glatt mit 6:2, 6:2, die serbische Lucky Loserin Kristina Ostojic (WTA -) knapp mit 4:6, 6:4, 7:6 (3) und die viertgereihte Ukrainerin Marianna Zakarlyuk (WTA 645) mit 5:7, 6:3, 6:1 geschlagen und so das Halbfinale erreicht. Dort musste sie gegen Curovic 2:10 Stunden lang kämpfen. Im Eröffnungssatz musste sie nach 5:2-Führung samt vier Satzbällen noch zittern, bis sie sich mit einem Break zu null den Satzgewinn sicherte, im zweiten Abschnitt verlor sie nach einem 2:3-Rückstand mit Break kein Game mehr. Ihr Vater, tennisnet.com-Herausgeber, Ex-Davis-Cup-Spieler und Kitzbühel-Turnierdirektor Alexander Antonitsch , der sie vor Ort betreut, berichtet gegenüber tennisnet.com von "sehr extremen Bedingungen. Es hat jeden Tag 30 bis 35 Grad." Der Sprung ins Endspiel sei mit einem 7:6 im dritten Abschnitt im Achtelfinale (2:56 Stunden Spielzeit) und auch einem Satzrückstand im Viertelfinale (2:04 Stunden Spielzeit) keineswegs ein Durchmarsch gewesen, "doch es ist für mich beeindruckend, wie sehr sie es will - obwohl sie aus ihrer Sicht nicht unbedingt ihr bestes Tennis spielt."

Verwarnung, "weil ich meinen Mund nicht halten kann"

Laut Alexander Antonitsch überzeuge seine Tochter in Serbien jedoch bei den Big Points voll und ganz: "In den richtigen Momenten spielt sie wirklich gut. Sie ist nach den langen Matches hier nun relativ erledigt, aber natürlich happy." Erschöpft zeigte sich der Herr Papa aus einem anderen Grund: "Für mich ist es wahnsinnig nervenaufreibend, da draußen zu sitzen und nicht wirklich helfen zu können - einfach nur da zu sein." Einmal habe Mira im Semifinale diesmal auch eine Coaching-Verwarnung erhalten - "weil ich meinen Mund nicht halten kann", lachte Alexander Antonitsch. Der sich freute, dass sich das große Talent "echt durchgefightet" habe. Der Lohn: eine Verbesserung im WTA-Ranking auf einen Platz um 830, beim Turniersieg gar auf einen Rang um 750. Dieser dürfte gegen Kuzmova aber nicht sehr leicht zu erreichen sein: "Sie ist auch ein 98er-Jahrgang, wirklich gut und hat hier bisher nicht wirklich was anbrennen lassen. Mira hat letztes Jahr im French-Open-Jugendbewerb gegen sie 3:6, 6:3, 2:6 verloren." Wie auch immer die Revanche ausgeht: Für Alexander Antonitsch geht es nach dem Endspiel sofort nach Kitzbühel. Schließlich will die ATP-Veranstaltung in den Tiroler Bergen, vom 16. bis 23. Juli, ja auch ein voller Erfolg werden.

Hier die Ergebnisse und Spielpläne aus Nis.

von tennisnet.com

Samstag
09.07.2016, 15:03 Uhr