Sebastian Ofner mit dem „besten Match des Turniers“ zum zweiten Future-Titel

Die heimische Nachwuchshoffnung gibt im Finale des ITF-Herrenturniers in Innsbruck nur fünf Games ab.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 13.08.2016, 10:37 Uhr

Sebastian Ofner

Es könnte für Sebastian Ofner auf dem Tennisplatz derzeit kaum besser laufen. Gerade einmal drei Wochen nach dem im steirischen Bad Waltersdorf errungenen ersten Sieg bei einem ITF-Future hat der 20-Jährige den zweiten nachgelegt - der ÖTV-Schützling hat am Samstag auch das Men's Future Innsbruck für sich entschieden und somit das zweite Mal bei der Österreich-Turnierreihe zugeschlagen. Im Endspiel dieses 10.000-US-Dollar-Sandplatzevents machte der drittgesetzte Steirer (ATP 478) mit dem zweitgelisteten portugiesischen Linkshänder Goncalo Oliveira (ATP 451), Gewinner des Telfs-Futures, kurzen Prozess und brauchte für seinen 6:2,-6:3-Erfolg bloß 72 Minuten. Dabei führte er schon mit 6:2, 5:1 und hatte Matchball, ehe er am Schluss noch kurz wackelte. Dass es so glatt laufen würde, "habe ich überhaupt nicht erwartet - daran hätte ich zu Beginn gar nicht gedacht", gab Ofner gegenüber tennisnet.com zu. "Er ist ein Lefty, spielt so unangenehm, steht richtig weit draußen beim Aufschlag und serviert einen ziemlichen Kick oder Slice. Von der Grundlinie kommt mal ein Vorhand-Slice-Schuss, dann wieder ein langer Rückhand-Slice, dann aus dem Nichts ein Vorhand-Longline-Schuss."

Die Schule macht den Unterschied

Doch Ofner präsentierte sich an dem Tag auf der Höhe. "Ich habe ziemlich gut gespielt. Mein bestes Match des Turniers, kann man wohl sagen, das war eine souveräne Leistung und genau das, was ich mir davor vorgenommen hatte. Ich habe von der Grundlinie sehr gut gespielt, nur wenige Fehler gemacht, ihn oft unter Druck gesetzt, auch sehr gut returniert." Seinen einzigen Satzverlust im Turnierverlauf hatte er gleich beim ersten Match, gegen den Deutschen Hannes Wagner , kassiert: "Das war in der Sandhalle in Igls, und das ist doch 300 bis 400 Meter höher gelegen. Das war nicht so einfach - den ersten Satz habe ich deshalb verloren, weil es schwer zu spielen war. Danach war das wieder eine souveräne Woche." Über seine Fortschritte zeigte sich Ofner natürlich sehr erfreut: "Man merkt auch, dass die Schule jetzt wegfällt. Ich habe im Vorjahr vor den Österreich-Futures maturiert, das macht sicher einen Unterschied", nun bleibt schließlich mehr Zeit zum Training. Auch ein halbes Jahr Grundausbildung beim Bundesheer hat er von letztem Oktober an schon hinter sich gebracht. "Ich bin bis November Militärsoldat auf Zeit und weiterverlängert worden auf drei Jahre, das ist eine super Unterstützung."

Fit im Kopf: "Jetzt traue ich es mir einfach zu"

Ofner hat nunmehr 18 seiner letzten 21 Matches bzw. 13 seiner letzten 14 gewonnen. Und das Gefühl bekommen, dass der Knoten allmählich geplatzt ist. "Das glaube ich schon, zumindest auf Future-Ebene. Wir werden schauen, wie es auch auf Challenger-Ebene läuft. Jedenfalls ist seit dem Turnier in der Türkei, nach dem Sieg bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften , wirklich viel weitergegangen. Ich denke, da spielt auch der Kopf eine Rolle. Ich habe ja davor auch schon gute Leute geschlagen und dann aber die nächste Partie gegen einen Schwächeren verloren, ich habe nicht wirklich Konstanz gehabt. Jetzt traue ich es mir einfach zu und glaube an meine Schläge." Grund genug, es demnächst erstmals auf höherer Ebene zu probieren. "Ich werde jetzt noch die Österreicher-Futures fertigspielen und darauf sicher die ersten Challenger versuchen." Einen allzu riesigen Unterschied im Spielniveau erwartet Ofner "sicher nicht. Die Spieler sind konstanter, es wird sicher härter - aber vom Niveau her sind auch bei den Futures Challenger-Spieler. Es wird aber bestimmt weniger ganz leichte Matches geben, denn bei den Futures hat man doch immer wieder noch Leute, die dumm spielen oder viele Fehler machen. Das gibt es dort dann wohl kaum noch."

Linzer und Diarra verpassen Endspiele

Die Hoffnungen auf weitere österreichische Titelgewinne erfüllten sich in dieser Woche indes nicht. Michael Linzer verlor in Novi Sad (Serbien) genauso im Halbfinale wie Gibril Diarra in Slovenska Lupca (Slowakei), jeweils bei 10.000-US-Dollar-Sandplatzevents und jeweils nach zuvor drei gefeierten Siegen. Linzer lag als Vorwochen-Finalist vom selben Ort abermalig auf Kurs in Richtung Endspiel: Nachdem der topgesetzte Niederösterreicher (ATP 329) bereits im ersten Satz ein 4:3 und 0:40 als Rückschläger ausgelassen hatte, führte er im dritten Abschnitt gegen den drittgereihten Australier Christopher O'Connell (ATP 393) mit 3:0 und ohne Break mit 4:3, verlor aber neuerlich die letzten drei Games und hiermit nach 2:33 Stunden die Partie. Der achtgesetzte Diarra (ATP 734) scheiterte beim sechsten Future-Halbfinale seiner Karriere mit 1:6, 4:6 am fünftgelisteten Tschechen Petr Michnev (ATP 551). Im ersten Satz war der so wie Linzer 26 Jahre alte Niederösterreicher ohne Chance, kam ab 1:1 zu keinem Gamegewinn mehr. Im zweiten Durchgang hingegen ließ der Stockerauer bei 2:1 gleich vier Breakbälle aus - seine einzigen im gesamten Spiel und die Möglichkeit, um dem Spielgeschehen einen Ruck in seine Richtung zu geben. Zwar hielt er noch bis in die Schlussphase seinen Aufschlag, doch ein Serviceverlust zu null zum 4:5 brach ihm schließlich das Genick. Wie Linzer muss sich so auch Diarra mit sechs ATP-Punkten begnügen.

Hier die Ergebnisse und Spielpläne aus Innsbruck.

Hier die Ergebnisse und Spielpläne aus Slovenska Lupca.

Hier die Ergebnisse und Spielpläne aus Novi Sad.

von tennisnet.com

Samstag
13.08.2016, 10:37 Uhr