Karolina Pliskova: Mit der bitteren Fed-Cup-Niederlage im Gepäck nach Doha

Die Australian-Open-Halbfinalistin sah am Montag müde aus, als sie  mit ihrer Trainerin Rennae Stubbs auf Court 1 stand und kurz vor dem Startschuss des WTA-Premierturniers in der katarischen Hauptstadt Aufschläge übte.  

von Ulrike Weinrich aus Doha
zuletzt bearbeitet: 11.02.2019, 15:47 Uhr

Karolina Pliskova reiste mit der Fed-Cup-Niederlage im Gepäck in Doha an
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Karolina Pliskova reiste mit der Fed-Cup-Niederlage im Gepäck in Doha an

Der "Ace Queen" war am Mittag danach nicht nach Asse schlagen zu Mute. Stubbs versuchte zwar immer wieder, ihren Schützling mit flotten Sprüchen aufzumuntern. Aber die Strapazen der vergangenen Tage waren Pliskova anzumerken.

Und wenn sich zu den Anstrengungen auch noch Enttäuschungen gesellen, dann verschlimmert es die Sache noch ungemein. Pliskova hatte noch am Sonntagmittag in der Erstrundenpartie der Tschechinnen gegen Rumänien in Ostrava das Spitzenduell mit Simona Halep mit 4:6, 7:5, 4:6 in 2:37 Stunden verloren.

Am Ende musste sich der Titelverteidiger überraschend dem Weltranglistenachten mit 2:3 geschlagen geben. Es war die erste Heim-Niederlage der Tschechinnen seit zehn Jahren. 

"Natürlich ist es traurig, weil wir so oft gewonnen haben. Und jeder hat erwartet, dass das jetzt ewig so weitergeht"

Noch am Sonntagabend war Pliskova vom Spielort nach Wien gefahren und hatte den Nachtflug nach Doha genommen, wo sie am Montagfrüh ankam. Und wie lange wird es dauern, bis die Nummer fünf der Welt die Fed-Cup-Enttäuschung verdaut hat? 

"Natürlich ist es traurig, weil wir so oft gewonnen haben. Und jeder hat erwartet, dass das jetzt ewig so weitergeht", sagte die 26-Jährige bei der Pressekonferenz im Khalifa International Tennis und Squash Complex in Doha: "Die Rumäninnen hatten am Wochenende ein starkes Team - stärker als wir es waren. Wir wussten, dass es schwer werden wird, wenn Simona mit dabei ist."

Pliskova hat gute Erinnerungen an Doha

Aber allzu lang wollte sich Pliskova nicht mit dem geplatzten Titeltraum 2019 aufhalten. "Das ist abgehakt. Der Fed Cup ist vorbei - und das Turnier startet." Bis zu ihrem Auftaktmatch auf dem Plexicushion-Prestige-Belag des Centre Courts hat die an Position zwei gesetzte Wahl-Monegassin noch bis Mittwoch Zeit.

Dann wartet im Achtelfinale ihre Landsfrau Katerina Siniakova oder Elise Mertens (Belgien). "Im Moment bin ich noch müde, weil ich seit dem Match gegen Simona nicht viel geschlafen habe, aber ich werde übermorgen bereit sein", kündigte die Turniermitfavoritin an, die in der ersten Runde in den Genuss eines Freiloses kommt.     

Doha verbindet "Karo" mit angenehmen Erinnerungen. 2017 holte Pliskova hier den Titel. Und in diesem Jahr tritt sie bei den Qatar Total Open mit ihrer um wenige Minuten jüngeren Zwillingsschwester Kristyna dank einer Wildcard sogar im Doppel an.

Viel Lob für Branchenführerin Naomi Osaka 

"Wir haben ja nicht so viele Chancen, zusammen zu spielen, weil unsere Turnierpläne manchmal unterschiedlich sind und ich bei einigen Events nur Einzel spiele. Deshalb freue ich mich besonders - es wird ein Spaß", sagte sie über die Familienzusammenführung der besonderen Art.

Lobende Worte hatte Pliskova, die in Melbourne Serena Williams (USA) bezwang, zudem für Naomi Osaka übrig, gegen die sie im Halbfinale der Australian Open in drei Sätzen unterlag. Sie findet, dass die Branchenführerin gut mit den gewachsenen Erwartungen umgehe. 

"Es ist sicher nicht einfach für sie, weil der Rummel in Japan wohl sehr groß ist. Am Anfang ist es ja immer schwer, mit dem Druck umzugehen. Aber Naomi hat bewiesen, dass sie das kann", sagte Pliskova und begründete: "Nach den US Open hat sie gleich ein weiteres Grand-Slam-Turnier gewonnen."

Zu einem Duell gegen Osaka kann es beim mit 916.131 Dollar dotierten Tournament im Wüstenstaat indes nicht kommen. Die Australian-Open-Gewinnerin hatte ihre Teilnahme in Doha wegen einer Rückenblessur abgesagt. 

von Ulrike Weinrich aus Doha

Montag
11.02.2019, 19:00 Uhr
zuletzt bearbeitet: 11.02.2019, 15:47 Uhr