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Makelloser Kopf gewinnt ersten HTT-Masters-1000-Karriere-Titel

Ohne Satzverlust hat Power-Server Florian Kopf seinen ersten HTT-Masters-Series-1000-Karriere-Titel ...

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.05.2016, 14:04 Uhr

Ohne Satzverlust hat Power-Server Florian Kopf seinen ersten HTT-Masters-Series-1000-Karriere-Titel erobert. Bei der 21. Auflage des März-Masters-1000-Turniers in Maria Enzersdorf behielt der 23jährige Niederösterreicher auch im Endspiel am Dienstag Nachmittag gegen den HTT-Australian-Open-Sieger von 2015 Bernhard Scheidl in zwei Sätzen die Oberhand, und feierte nach nur 87 finalen Minuten einen abermals souveränen 7:6, 6:2 Erfolg. Mit 45 Winnern untermauerte Kopf auch im Endspiel seine Ausnahmestellung während der fünf Turniertage in der Südstadt, und krönte mit seinem zweiten HTT-Karriere-Turniersieg ein höchst gelungenes Saison-Debüt. Bernhard Scheidl muss hingegen trotz einer ansprechenden Leistung im Verlauf des 25. Saisonturniers weiter auf seinen ersten Titelgewinn seit Jänner letzten Jahres warten. Ein Bericht von C.L

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5 Tage höchste Dominanz – Florian Kopf avanciert völlig verdient zum 45. Siegergesicht auf HTT-Masters-Series-1000-Ebene

45 Winner bei nur 20 “unforced errors”, 71 Prozent erste Aufschläge mit denen er zu 88 Prozent gleich danach zum Punktgewinn kam, auch die Match-Facts von hobbytennistour.at belegen ganz klar und zudem höchst eindrucksvoll, wie dominant sich Florian Kopf in den vergangenen fünf Tagen am südlichen Stadtrand von Wien gegen die starke Konkurrenz präsentierte. Die HTT-Nr. 29 sorgte wie schon bei seinem letzten Titelgewinn im September 2015 “auf Donaufeld” für einen atemberaubenden Auftritt, der an Tempo und Konstanz kaum Wünsche offen ließ. Mit dem Triumph im Tennispoint Südstadt avancierte der 23jährige zum 45. Sieger eines HTT-Masters-Series-1000-Turniers in der Open Era, und er prolongierte zudem die unglaublich anmutende Serie von 25 verschiedenen Siegern nach dem 25. HTT-Saison-Event im Jahr 2016.

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Bernhard Scheidl bestätigt im ersten Satz seinen Ruf, bester Volley-Spieler des gesamten HTT-Circuits zu sein

Auch am Finaltag war wettertechnisch wieder angerichtet für ein ganz großes Tennis-Match. Es herrschten perfekte Verhältnisse mit windstillen 24 Grad, die scheinbar auch Bernhard Scheidls “geschundener Muskulatur” der vergangenen beiden Turniertage entgegen kamen. Und so lieferte der Ranglisten-Sechste vom Neusiedler See dem favorisierten Power-Server vom Schwechater TC im ersten Satz von Beginn an einen ebenbürtigen und grandiosen Schlagabtausch. Kopf versuchte es zunächst einmal mit der “Scheidl-Taktik” und offensiv geführten Ballwechseln mit dem Abschluss am Netz, eine Variante die der 23jährige in der Zukunft viel häufiger in sein Repertiore aufnehmen muss. Denn Kopf zeigte sich äußerst geschickt und erfolgreich am Netz, wie acht gewonnene Punkte bei elf Netzangriffen am Ende statistisch belegten. Scheidl wiederum hatte gar keine andere Wahl, als sein Heil am Netz zu suchen, und einmal mehr bestätigte der 30jährige Burgenländer mit Wahnsinns-Volleys aus den schwierigsten Positionen und unmöglichsten Situationen seinen mehr als berechtigten Ruf, der beste Volley-Spieler im gesamten HTT-Circuit zu sein. Damit hielt sich Scheidl nicht nur bis zum Ende dieses ersten Satzes im Rennen, sondern er hätte sogar die Möglichkeit gehabt, Kopf mit dem Gewinn des ersten Durchgangs nachhaltig unter Druck zu setzen. Denn Kopf hatte nach vier leichtfertig vergebenen Break-Chancen zum möglichen 4:2, Minuten später selbst das erste Break in diesem Finale zum 3:4 hinnehmen müssen. Doch Scheidl kassierte prompt das Re-Break, rettete sich bei 5:6 mit einem souveränen Aufschlagspiel und zwei Assen ins Tie-Break, wo er letztlich nach 3:0 Führung den “Tie-Breaker” mit einem Doppelfehler zum 4:7 abgeben musste.

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Kopf im zweiten Satz beim Service “unantastbar”

Drei Punkte hatte Kopf nach den ersten 58 Minuten dieses bis hierher doch recht offenen Finales mehr auf dem Konto, eine Bilanz die sich in Durchgang 2 grundsätzlich ändern sollte. Denn Florian Kopf präsentierte sich im zweiten Heat bei eigenem Aufschlag derart souverän und ungefährdet, ja eigentlich schon unnahbar, dass es nur eine Frage der Zeit war, wann Scheidl dem Druck “des Aufschlag halten müssens” nicht mehr stand halten würde. Ganze zwei Punkte bei eigenem Aufschlag in vier Service-Game ließ Kopf noch gegen sich zu, unantastbarer kann man beim Service eigentlich nicht sein. Scheidl hingegen fabrizierte bei 1:1 einen Horror-Smash ins Netz, und mit dem ersten Break im zweiten Satz war die Partie praktisch durch. Scheidl hatte nicht mehr die physischen Möglichkeiten, um diesen Rückstand aufholen zu können, auch weil Kopf wie schon erwähnt beim Aufschlag in einer anderen Liga spielte. Doch der 23jährige wollte sich gar nicht mehr “nur” auf sein Service verlassen, und legte ein sensationelles Return-Spiel im siebenten Game des zweiten Satzes zum 5:2 hin. Augenblicke später – Kopf hatte weitere vier unnehmbare Geschosse über das Netz gefeuert – war er dann perfekt, der erste HTT-Masters-Series-1000-Titel des Florian Kopf.

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Florian Kopf: “Das hat richtig viel Spaß gemacht”

“Dieser Titel freut mich sehr, weil ich endlich einmal meine Leistung über ein ganzes Turnier durchziehen konnte. Ich habe fünf Matches lang sehr gut gespielt, vielleicht bis auf ein paar kleine mentale Durchhänger, aber die haben nur ein paar Games gedauert. Von daher bin ich sehr zufrieden. Ich habe locker gespielt, das hat richtig viel Spaß gemacht”, so der frischgebackene März-Masters-Series-1000-Champion, der dann auch noch zum Endspiel an sich Stellung nahm: “Zu Beginn war es vorallem mental sehr schwierig mich mit dem Umstand anzufreunden, dass ich bei seinem Aufschlag nicht viele Chancen bekommen werde. So hatte ich natürlich auch ein bißchen Druck auf meinem Service, aber ich habe dann immer besser in dieses Spiel reingefunden und vorallem sehr gut returniert”, so der 23jährige.

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Bernhard Scheidl: “Einen Titel hole ich mir heuer noch, und wenn es …….”

“Körperlich ging es mir heute viel besser als noch gestern im Semifinale und als erwartet. Vielleicht lag das auch am Wetter. Leider habe ich im ersten Satz meine Chancen und meine Ausgangslage nicht genützt. Leider war mein zweiter Aufschlag heute nicht so gut. Dann ist mir das erste Break gelungen, noch dazu mit einem wirklich guten Ball und nicht mit einem “passiven Schieber”. Dieses Break hätte ich halten müssen, und auch im Tie-Break war ich 3:0 vorne. Gerade in so einem Match, wo man eh nicht zu hundert Prozent fit ist, sollte man den ersten Satz gewinnen. Im zweiten Durchgang wollte ich zwar, aber das war auch im Kopf nicht mehr zu machen. Mit dem ersten Break war die Partie entschieden, dann hat er auch grandios gespielt”, betonte der Ranglisten-Sechste, der dann auch noch eine Turnierbilanz zog: “Das Resümee ist auf jeden Fall positiv. Ich habe gegen drei sehr starke Spieler vor dem Finale gespielt. Auch mein Erstrunden-Gegner war stark, das ist in den Turnierberichten auf der Homepage ein bißchen unterschätzt worden. Dos Santos hat sehr solide und gescheid gespielt und mir einfach nichts geschenkt. Von daher war es von der ersten Runde an schwierig. Wenn man drei enge Matches gewinnt, eines noch dazu mit abgewehrten Matchbällen, dann kann man nicht unzufrieden sein, vorallem wenn man sich ansieht, wie der “Flo” durch das Feld gepflügt ist. Gegen einen wie ihn kann man verlieren”, analysierte der Unterlegene, nicht ohne noch eine Kampfansage an die Konkurrenz zu richten: “Einen Titel hole ich mir heuer noch, und wenn es mein Heimturnier in Neusiedl ist”.

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