MercedesCup: Auger-Aliassime unbekümmert bei Rasen-Premiere

Das kanadische Talent Félix Auger-Aliassime pflügt beim MercedesCup in Stuttgart bei seinem ersten ATP-Rasenturnier munter und unbekümmert durch das Teilnehmerfeld.

von Robert M. Frank
zuletzt bearbeitet: 15.06.2019, 10:50 Uhr

Aus Stuttgart berichtet Robert M. Frank

Félix Auger-Aliassime (ATP 21) sitzt nach seinem Viertelfinal-Sieg gegen Dustin Brown auf dem Podest der Pressekonferenz. Der 18-jährige Kanadier plaudert entspannt nach dem Dreisatz-Krimi, den er kurz zuvor nach einem abgewehrten Matchball für sich entschieden hat. Aufgewühlt von dem Krimi wirkt das in Montreal geborenen Talent nicht. Diese Abgeklärtheit rang auch seinem unterlegenen Gegner Brown ein Grinsen ab. "So ruhig wäre ich in diesem Alter nicht geblieben", sagte der 34-jährige deutsche Routinier. "So etwas sieht man nicht sehr oft."

Für den Kanadier ist es nicht nur der erste Auftritt beim MercedesCup in Stuttgart gewesen, sondern auch die Premiere bei einem ATP-Turnier-Hauptfeld auf Rasen. Nach seinen Erfolgen auf der Anlage des TC Weissenhof mit drei Siegen gegen Ernests Gulbis (ATP 90), Gilles Simon (ATP 37) und jüngst gegen Brown (ATP 170) zeigte sich das in Monte Carlo lebende Tennistalent unbekümmert und sorglos. „Ich bin ein bisschen überrascht von mir“, sagte der Kanadier.

Weitere Überraschungen in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs sind für den Kanadier nicht auszuschließen. Vor allem dann nicht, wenn Auger-Aliassime so unbeirrt weiterspielt wie gegen Brown. Dort ließ sich das Talent weder von der teils unkonventionellen Spielweise Browns aus der Ruhe bringen noch von einem Verlust des eigenen Aufschlagsspiels zum 4:5 im entscheidenden Satz, das in Folge auch noch einen Matchball für Brown mit sich gebracht hatte. Im Halbfinale wartet mit seinem Landsmann Milos Raonic (ATP 18) ein spezielles Duell. Gegen den ehemaligen Weltranglisten-Dritten hat Auger-Aliassime vergangenes Jahr in Indian Wells sein erstes ATP-Masters-Turnier bestritten und in der Zweitrundenpartie nur knapp mit 4:6, 4:6 verloren.

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Sollte ihm diesmal gegen den 28-Jährigen ein Sieg gelingen, stände Auger-Aliassime zum dritten Mal in seiner Karriere nach den Endspielteilnahmen in Lyon und Rio de Janeiro im laufenden Jahr in einem ATP-Finale. Und sollte das Talent auch das Endspiel in Stuttgart für sich entscheiden, würden nicht nur 250 Weltranglistenpunkte und ein Preisgeld von 117.050 Euro auf ihn warten. Sondern auch das Siegerauto des Namenssponsors. Einzig der Gedanke an den Gewinn des Gefährts bei seinem möglichen ersten ATP-Turniersieg brachte den unbeirrten Kanadier dann doch etwas zum Nachdenken. Er habe ja noch keinen Führerschein, sagte Auger-Aliassime und fügte mit einem Lachen schnell an: "Vielleicht wird das Auto dann meine Schwester fahren."

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von Robert M. Frank

Samstag
15.06.2019, 11:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.06.2019, 10:50 Uhr