MercedesCup: Kann Jan-Lennard Struff die Welle bis ins Finale reiten?

Die vergangenen Wochen waren für Jan-Lennard Struff von Erfolg geprägt. Beim MercedesCup in Stuttgart möchte der deutsche Davis-Cup-Spieler nun erstmals das Finale eines ATP-Turniers im Einzel erreichen. 

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 15.06.2019, 10:48 Uhr

Jan-Lennard Struff peilt sein erstes ATP-Finale an
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Jan-Lennard Struff peilt sein erstes ATP-Finale an

Von Jens Huiber aus Stuttgart

Am Ende einer Turnierwoche werden die Trainingspartner knapp - und so musste sich Félix Auger-Aliassime am Freitag eben mit jenem Mann für sein Match gegen Dustin Brown warm spielen, gegen den er nicht einmal 24 Stunden zuvor noch gewonnen hatte: Gilles Simon. Gleichzeitig übte Félix´ Kumpel Denis Shapovalov, der aber für seinen Einsatz im Doppel-Halbfinale am Samstag an der Seite von Rohan Bopanna.

Was auch immer Simon mit Auger-Aliassime gemacht hat: es war erfolgreich. Der Kanadier qualifizierte sich nach Abwehr eines Matchballes für das Halbfinale des ATP-Tour-250-Turniers in Stuttgart, trifft dort auf Landsmann Milos Raonic. Mit dem er übrigens trotz des großen Altersunterschieds von zehn Jahren ein sehr gutes Verhältnis pflegt, wie "FAA" nach seinem Sieg gegen Brown erklärte.

Struff nutzt spät seine Chancen

Für Jan-Lennard Struff wiederum scheint es im Moment keine Rolle zu spielen, mit wem er sich einschlägt. Oder wer in den Matches auf der anderen Seite des Netzes steht. Sechs Sätze gespielt, sechs Sätze gewonnen, das ist die makellose Bilanz für den 29-jährigen Warsteiner beim MercedesCup 2019. Beinahe etwas zu selbstkritisch analysierte Struff nach dem Erfolg gegen den Sieger von 2017, Lucas Pouille, dass er mit seiner Return-Leistung in bestimmten Phasen nicht zufrieden war. Tatsächlich aber dominierte der Deutsche die gesamte Partie - und nutzte seine Breakchancen jeweils spät im Satz.

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Sechs Halbfinal-Teilnahmen hat Jan-Lennard Struff in seiner Karriere bis dato vorzuweisen, die letzte davon in Auckland zu Beginn des Jahres. Da hätten die Voraussetzungen für den ersten Final-Einzug nicht ungünstiger sein können, wie Struff in Stuttgart noch einmal betonte. Am Abend vor seinem Match gegen Cameron Norrie hatte er zunächst ein Marathon-Match gegen Pablo Carreno Busta absolviert, danach noch ein Doppel mit Ben McLachlan bestritten. Keine Referenzgröße für den Auftritt am Samstag in Stuttgart.

Berrettini wird ein schwieriger Gegner

Einfach wird es dennoch nicht. Gegen Matteo Berrettini hat Struff noch nie gespielt, man kennt sich allerdings von gemeinsamen Trainings. Der Italiener hat sich in seinen ersten drei Matches ebenso souverän präsentiert wie Struff, weder gegen Nick Kyrgios noch gegen Karen Khachanov und Denis Kudla einen Satz abgegeben.

Welchen Übungspartner Struff für den Samstag findet, wird sich erst weisen. Dass Lucas Pouille so wie Gilles Simon noch eine Nacht in Stuttgart dranhängt, darf bezweifelt werden.

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Samstag
15.06.2019, 09:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.06.2019, 10:48 Uhr