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Mit der Kraft von Lehrmeisterin Novotna: Krejcikovas großer Paris-Coup

Barbora Krejcikova spielt am Samstagnachmittag das Überraschungsfinale der French Open gegen Anastasia Pavlyuchenkova. Einen großen Anteil daran hat auch die viel zu früh verstorbene tschechische Ikone Jana Novotna.

von SID / tennisnet
zuletzt bearbeitet: 12.06.2021, 12:31 Uhr

Barbora Krejcikova
© Getty Images
Barbora Krejcikova

Barbora Krejcikova blickte ergriffen gen Himmel. Im Augenblick ihres größten Erfolges spürte die Finalistin der French Open ihre einstige Trainerin Jana Novotna ganz nah bei sich. Sie schickte der viel zu früh verstorbenen tschechischen Tennis-Ikone einige Küsse und sprach dann emotionale Worte des Dankes.

"Vor und nach jedem Match habe ich das Gefühl, dass sie da ist und sich um mich kümmert", sagte Krejcikova, der mit dem 7:5, 4:6, 9:7-Erfolg in einem hochdramatischen Duell gegen die griechischen Athletin Maria Sakkari Sensationelles gelungen war: "Ihretwegen bin ich hier und es ist mir wirklich wichtig, das laut auszusprechen."

Krejcikova kann das "Double" holen

Krejcikova ist die achte ungesetzte Spielerin seit Beginn des Profitennis 1968, die in Roland Garros ins Finale vorpreschte und nun die Favoritin Anastasia Pavlyuchenkova aus Russland am Samstag (15.00 Uhr/Eurosport und ServusTV) herausfordert. Und am Freitag setzte sie sogar noch einen drauf und zog mit ihrer Partnerin Katerina Siniakova auch noch ins Doppelfinale ein. Dort könnte sie erstmals seit Mary Pierce im Jahr 2000 das "Double" gewinnen. 

Ihr gelang der Coup im Einzel mit einem hohen Tennis-IQ, den sie Sakkaris Power entgegensetzte. Und sie bewies in der Partie über 3:18 Stunden, dass sie die mentale Kraft eines Champions aufbringen kann. Dabei hatte sie im Turnierverlauf offenbart, dass auch ihr der enorme Druck bei einem Major Probleme bereiten kann. 

Krejcikova überwindet Furcht vorm Achtelfinale

Nach ihrem Achtelfinalerfolg gegen die US-Amerikanerin Sloane Stephens hatte Krejcikova von mentalen Schwierigkeiten vor dem Match berichtet. "Ich habe mich sehr gestresst gefühlt. Eine halbe Stunde vor der Partie wollte ich nicht auf den Platz gehen, weil ich mich wirklich schlecht fühlte", sagte die 25-Jährige. Sie habe sich im Physioraum eingeschlossen und mit ihrem Psychologen geredet. Sie habe Angst gehabt, nicht gut genug zu sein für Matches auf dem Niveau. 

Krejcikova schaffte es, ihre Furcht zu überwinden, und fühlte sich nach dem Finaleinzug mental "einfach da", wie sie sagte: "Ich bin wirklich gereift. Ich schätze die Dinge einfach mehr. Besonders nach dem, was ich durchgemacht habe, auch mit dieser Pandemie und allem."

Dazu gehört auch der Verlust von Novotna, die 2017 im Alter von nur 49 Jahren einem Krebsleiden erlag. Drei Jahre zuvor hatte Krejcikova als Teenie den Mut aufgebracht, an der Tür der früheren Wimbledonsiegerin zu klingeln und sie zu fragen, ob sie ihr als Trainerin helfen kann.

Die gemeinsame Zeit verleiht ihr bis heute Kraft. Krejcikova wird auch vor dem Finale wieder an Novotna denken.

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von SID / tennisnet

Samstag
12.06.2021, 13:40 Uhr
zuletzt bearbeitet: 12.06.2021, 12:31 Uhr