"Naomi Osaka könnte viel von Maria Sharapova lernen"

Marion Bartoli, Carole Bouchard and Simon Cambers - im Zuge der Expertenrunde von Tennis Majors - diskutierten über die aktuell schwierige Situation von Naomi Osaka und wie die Japanerin von anderen Größen des Sport lernen könnte. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 25.09.2021, 20:31 Uhr

Naomi Osaka hat aktuell nicht nur auf dem Court zu kämpfen
Naomi Osaka hat aktuell nicht nur auf dem Court zu kämpfen

Es war nicht viel Zeit vergangen nach Naomi Osakas bitterem Aus bei den US Open, der Niederlage gegen die junge Kanadierin Leylah Fernandez, da erklärte die Japnerin bereits, sich wohl eine längere Auszeit vom Sport nehmen zu wollen. Worten, welchen die vierfache Grand-Slam-Siegerin nun offenkundig Taten folgen lassen wird, für das WTA-1000-Event von Indian Wells hat die aktuelle Nummer eins der Damen-Tenniswelt bereits abgesagt. Über einer Rückkehr noch im Kalenderjahr 2021 schweben etliche Fragezeichen. Zumindest. 

Nach Osakas Ankündigung, die Pressekonferenzen bei den French Open auslassen zu wollen, dem Rückzug aus dem Major wenige Tage später und ihrer Erklärung, mit psychischen Problemen zu kämpfen zu haben, sollten sich die Wogen rund um das junge Ausnahmetalent nicht glätten. Ganz im Gegenteil. Augenscheinlich mit dem großen Druck kämpfend setzte es bei den Heim-Olympischen-Spielen in Tokio eine frühe, bittere Niederlage. Auch bei den US Open - dort, wo Osaka eins ihren ersten Major-Titel bejubeln durfte - blieb der erhoffte Befreiungsschlag aus. 

Sharapova als Role-Model?

Die große Frage? Wie kann es der Japanerin gelingen, zurück zur alten Stärke und vor allem Unbekümmertheit zu finden? Osaka wäre nun gut beraten, sich den Rat anderer Sportlerinnen zu holen, die mit ähnlichen Situationen im Laufe ihrer Karriere konfrontiert waren, zu holen, meinte etwa die Journalistin Carole Bouchard in einer Gesprächsrunde von Tennis Majors: Von der Russin Maria Sharapova etwa, die es geschafft hätte, den Umgang mit der großen Bekanntheit gut zu meistern. 

Von der Russin könnte Osaka so einiges lernen, ist Bouchard überzeugt: "Wie man eine Geschäftsfrau ist, aber auch, wie man sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, wie man zu einem Fotoshooting nein sagt, wenn man kein Mitspracherecht hat - Maria hat sich wirklich damit auseinandergesetzt: "Ich werde nicht dieses hübsche Ding sein, über das jeder ein Fotoshooting macht und bei dem man nichts zu sagen hat", erklärte die Journalistin. "Sie dominiert wirklich, was um sie herum passiert." 

Bartoli sieht Druck als Hauptfaktor 

"Ich glaube, Naomi hat vielleicht das Gefühl, dass sie die Kontrolle über die Geschehnisse um sie herum verliert, weil sie nicht die Macht hat. Und ich glaube wirklich, dass man von Maria Sharapova eine Menge lernen kann", betonte die Franzosin. Marion Bartoli meinte indes, es sei der große Druck, der die Japanerin hemme: "Wenn man so viel repräsentiert, wenn man das Gesicht so vieler Marken und sehr angesehener Marken ist, hat man natürlich das Gefühl, dass man jedes Mal, wenn man den Platz betritt, nur gewinnen kann, um glücklich zu sein."

Osaka selbst hatte betont, vielmehr erleichtert zu sein, ein Spiel zu gewinnen, als mit dem Geleisteten zufrieden zu sein: " Und nicht einmal glücklich. Wie sie sagt, war es eher eine Erleichterung, wenn sie gewinnt, weil sie das Gefühl hat, jemanden oder eine Marke im Stich zu lassen, wenn sie nicht gewinnt", betonte Bartoli. Höchst unwahrscheinlich scheint zur Stunde, dass Osaka noch 2021 auf die WTA-Tour zurückkehren wird, die Japanerin scheint zumindest fest überzeugt, sich die Zeit zu nehmen, um ihren Problemen Herr zu werden. An Ratschlägen von Außen mangelt es zudem keineswegs. 

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zuletzt bearbeitet: 25.09.2021, 20:31 Uhr

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