Novak Djokovic: Gespräch mit Rafael Nadal über PTPA "in den Tagen vor Roland Garros"

Novak Djokovic hat in der Pressekonferenz nach seinem Auftaktsieg beim ATP-Masters-1000-Event von Rom über die Gründung der PTPA (Professional Tennis Players Association) gesprochen und verraten, dass das Gespräch mit Rafael Nadal noch aussteht. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 17.09.2020, 10:17 Uhr

Novak Djokovic und Rafael Nadal könnten schon bald ein Gespräch bezüglich der PTPA führen
Novak Djokovic und Rafael Nadal könnten schon bald ein Gespräch bezüglich der PTPA führen

Es war eine jener Aktionen, mit der Novak Djokovic in den letzten Monaten ganz besonders viel Gegenwind erntete. Der Serbe präsentierte sich während der Zeit in der Bubble in New York City umtriebig, versuchte Spieler zu finden, die an der Idee einer eigenen Spielvertretung interessiert seien - und zusammen mit dem Branchenprimus einen solchen Weg beschreiten wollen. 

Mit der Interessensvertretung wollen sich Djokovic und die Gründungsmitglieder Isner und Pospisil noch intensiver für die Bedürfnisse der Spieler einsetzen. Als Zielgruppe wurden zum Start die Top-500 der Weltrangliste ausgeschrieben, Damen waren anfangs noch kein Thema für die PTPA. Wenige Momente nach der Gründung gab es bereits erste Kritik am Vorgehen, Nadal und Federer etwa betonten unisono, dass nun Zeit für Einigkeit und nicht für getrennte Wege sei. 

Auch Dominic Thiem konnte der PTPA zu deren Gründung wenig abgewinnen, der Österreicher meinte in einer Pressekonferenz vor den US Open knapp: "Ich habe nicht unterschrieben. Die ATP macht einen guten Job, Tennis ist in einer guten Position." Landsmann Oliver Marach hingegen hat der Idee der PTPA sein Interesse bekundet, Jürgen Melzer als Mitglied des Players Council steht der Idee standesgemäß skeptisch gegenüber. 

Nadal: Zu viele offene Fragen

Nun hat auch Rafael Nadal seine Kritik an der Idee Djokovics noch einmal unterstrichen. Der Spanier gab am Rande des ATP-Masters-1000-Events von Rom zu verstehen: "Es gibt da eine Reihe von Dingen, die ich nicht für richtig halte. Wir machen derzeit eine weltweite Krise durch, in jeder Hinsicht. Es ist eine harte Zeit für uns alle, für die Spieler, für die Organisatoren, für die gesamte Tour. Wir sollten deshalb mehr denn je zusammenhalten, und man sollte sich nicht trennen und jeder seine eigenen Interessen verfolgen."

Laut Nadal gäbe es zu viele offene Fragen rund um die neue Interessensvertretung. Fragen, die Novak Djokovic dem Weltranglisten-Zweiten offenkundig noch nicht beantwortet hat, wie dieser in einer Pressekonferenz erklärte: "Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen, und ich werde es auch nicht tun, solange dieses Turnier stattfindet. Vielleicht ist die ideale Gelegenheit nächste Woche in den Tagen vor Roland Garros 2020", so der Branchenprimus. 

Keine Konkurrenz zur ATP 

"Wir wollen zusammenarbeiten, auch mit den Spielern, es gibt fast 200 Spieler, die unseren Vorschlag unterschrieben haben. Die Spielervereinigung schreitet voran, es ist sehr wichtig für uns, dass wir uns vertreten fühlen und eine neue Idee in die ATP einbringen. Wir wollen nichts zersplittern, aber wir wollen und brauchen einen Verband, der uns vertritt. Das ist es", erklärte Djokovic, der wiederholt betonte, nicht in Konkurrenz zur ATP gehen zu wollen. 

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von Michael Rothschädl

Donnerstag
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zuletzt bearbeitet: 17.09.2020, 10:17 Uhr

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