Novak Djokovic: "Ich glaube nicht an Stagnation"

Novak Djokovic geht topgesetzt ins ATP-250-Event von Tel Aviv. Im Vorfeld des Turniers sprach der Serbe über die COVID-19-bedingten Schwierigkeiten in der Turnierplanung, seine größten Rivalen und die persönlichen Schlüssel zum Erfolg. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 27.09.2022, 19:03 Uhr

Novak Djokovic hat im Vorfeld des ATP-250-Events von Tel Aviv seine Schlüssel zum Erfolg erklärt
Novak Djokovic hat im Vorfeld des ATP-250-Events von Tel Aviv seine Schlüssel zum Erfolg erklärt

Novak Djokovic musste 2022 bislang improvisieren. Nicht anders ist zu erklären, dass sich der 21-fache Grand-Slam-Sieger in dieser Phase der Saison nach Tel Aviv aufmacht, um dort bei einem ATP-250-Event aufzuschlagen. Natürlich verbinde er mit der Stadt und dem Land viel Positives, erklärte Djokovic in einer Pressekonferenz vor Turnierstart, aber das Event sei insbesondere aufgrund der Lage im Kalender sehr attraktiv für den Serben gewesen. 

Nachdem Djokovic den nordamerikanischen Swing nämlich verpasst hatte, habe er mit seinem Team lange über die Turnierplanung nachgedacht: "Ich habe bereits für den Laver Cup zugesagt gehabt und ich mag es, drei, vier Wochen an Turnieren aneinanderzuketten, weshalb Tel Aviv in einer perfekten Woche für mich war", erklärte der Serbe, der beim ATP-250-Event topgesetzt ans Werk gehen wird. 

Emotional keine einfache Phase für Djokovic

Insgesamt sei diese schwierige Phase in Sachen Turnierplanung jedoch nicht spurlos an Djokovic vorübergegangen, wie dieser erklärte: "Dieses Jahr habe ich leider zwei Grand Slams verpasst, das sind die Turniere, bei denen ich mein bestes Tennis zeigen möchte, die für mich in diese Phase meiner Karriere am meisten zählen", erklärte Djokovic. "Es war aber nicht so schwierig für mich, die physische und mentale Verfassung zu bewahren. Emotional war es viel schwieriger, weil ich Umständen entgegentreten musste, mit denen ich noch nie konfrontiert war." 

Sein Körper auf der anderen Seite sei durchaus dankbar gewesen, etwas Erholung vom ansonsten dicht-getakteten Terminkalender zu bekommen. Wenngleich sich auch diese Einstellung zuletzt geändert habe, wie der 35-Jährige erklärte: "Die letzten paar Jahre habe ich Zeit mit meiner Familie priorisiert und versucht, die Dinge auszubalancieren. Ich habe versucht, die Turniere, die Swings im Jahr auszusuchen, bei denen ich dabei sein möchte und bei denen ich mein bestes Tennis zeigen möchte", so Djokovic. 

Djokovic gibt Entwarnung 

Der große Nachteil wiederum sei, so Djokovic, dass einem die wirklich kompetitiven Matches in den Beinen fehlen würden: "Je mehr Matches du spielst, desto wohler fühlst du dich in diesen. Mein letztes Match – abgesehen vom Laver Cup – war vor mehr als drei Monaten", so der Serbe, der zumindest hinsichtlich der Handgelenksbeschwerden, die Djokovic in London zu beeinträchtigen schienen, Entwarnung geben kann: "Ich habe heute zwei Stunden trainiert und es war okay. Ich fühle mich gut, ich bin froh, dass die Mini-Verletzung jetzt hinter mir ist."

Mit dem Umstand aber, dass der 21-fache Major-Sieger auch weiterhin bei Turnieren aufgrund der fehlenden COVID-19-Impfung fehlen könnte, hat sich der Mann aus Belgrad abgefunden, wie es scheint: "Es ist niemals einfach, die Matches in einem Grand Slam zu sehen, wenn du weißt, dass du dich vorbereitet hast und bereit gewesen wärst, dort zu spielen. Aber es ist eine Situation, die ich akzeptieren muss, weil ich eine Entscheidung getroffen habe und ich die Konsequenzen akzeptieren muss."

Nadal der größte Rivale 

Angesprochen, wer denn die größten Rivalen im derzeiten Spiel für den 35-Jährigen seien, betonte Djokovic erneut: "Mein größter Rivale ist Rafael Nadal, ohne Zweifel. Wir haben die meisten Matches gegeneinander gespielt als jede andere Rivalität in der Geschichte des Tennis", so Djokovic, der aber auch betont, dass mit Carlos Alcaraz ein neuer, großer Rivale emporkommt. Und um diese auch weiterhin auf Distanz zu halten, erklärte der Serbe, welche Schlüssel für ihn in seiner Laufbahn zum Erfolg geführt hätten. 

"Es gibt nicht einen Schlüssel zum Erfolg. Es ist eine Kombination auf Faktoren, die Teil deines Charakters sind, die dieses großes Bild von Erfolg offenbaren. Ich habe mich konstant verändert und neu erfunden", so der Serbe. "Ich glaube nicht an Stagnation. Es gibt entweder Regression oder Progression und ich versuche, auf der Seite der Progression zu sein", so Djokovic. 

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Dienstag
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