Novak Djokovic kritisiert "politische Spielchen" der ATP

Novak Djokovic muss sich vor dem alles entscheidenden Gruppenspiel gegen Alexander Zverev (ab 15:00 Uhr im Tennisnet-Liveticker) in erster Linie mit politischen Sachverhalten beschäftigen. Vor allem mit den jüngsten Entscheidungen der ATP zeigte sich der Serbe nicht einverstanden.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 20.11.2020, 10:37 Uhr

Novak Djokovic bei den ATP Finals in London
© Getty Images
Novak Djokovic spielt am Freitag gegen Alexander Zverev um den Aufstieg

Bereits im englischen Teil der Pressekonferenz hatte sich Novak Djokovic zu den Gerüchten um eine mögliche Rückkehr in den Players' Council geäußert: Nicht er hätte sich aktiv um eine Rückkehr in den Spielerrat bemüht, vielmehr seien es die Kollegen gewesen, die ihn und Vasek Pospisil dafür nominiert hätten. Aufgrund einer neuen Regelung der ATP, die ein Mitwirken bei zwei verschiedenen Organisationen untersagt, wird aus einer Rückkehr in den Council aber zumindest vorerst nichts.

Eine unverständliche Entscheidung der ATP, wie Djokovic auf Serbisch ausführlich erklärte. "Sie haben eine klare Botschaft geschickt, wie sie über all das denken. Wieder hat sich die ATP gegen die Wünsche einer großen Gruppe von Spielern, die Vasek und mich nominiert hat, ausgesprochen."

Djokovic kritisiert auch die Medien

"Das sind politische Spielchen, die hinter den Kulissen stattfinden und man sieht kaum, dass darüber geschrieben wird. Aber es ist wichtig zu schreiben, dass Novak ein Heuchler ist", ließ der Weltranglistenerste auch an den Medien kein gutes Haar. Insbesondere die Berichterstattung der vergangenen Tage stieß dem 33-Jährigen sauer auf - fälschlicherweise wurde in zahlreichen Medien berichtet, dass er sich wieder für einen Platz im neuen Council beworben hätte.

Aufgeben wolle Djokovic deswegen aber nicht, er sei das bereits aus der Vergangenheit gewohnt. "Das gibt mir noch mehr Motivation, um das zu machen, was für den Sport und die Spieler richtig ist." Den Fokus will der Branchenprimus dabei offenbar auf die Spieler außerhalb der Top-Regionen der Weltrangliste legen.

Djokovic mit der PTPA erst am Anfang

"Über all die Jahre habe ich versucht, verfügbar zu sein und proaktiv meine Ideen und Vorschläge einzubringen. Mit dem einzigen Ziel, das Tennissystem zu einem besseren Ort zu machen - vor allem für die schlechter platzierten Spieler. Wir müssen auf alle Spieler, die stark leiden, aufpassen. Sie kritisieren das System die ganze Zeit, weil sie viele Probleme haben", so Djokovic.

Daher habe er versucht, als einer der PTPA-Gründer mit der ATP zusammenzuarbeiten - dies sei von Seiten der Herrenorganisation aber nicht gewünscht. "Zumindest wissen wir jetzt aber, wo wir in puncto ATP stehen", meinte der 17-fache Grand-Slam-Sieger, der mit der PTPA noch einiges vorhat: "Es ist erst der Beginn. Natürlich müssen wir jetzt sehen, was unser nächster strategischer Zug sein wird. Wir werden einen etwas anderen Zugang brauchen." Man darf gespannt sein, wie dieser aussehen wird.

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von Nikolaus Fink

Freitag
20.11.2020, 09:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 20.11.2020, 10:37 Uhr

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