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ÖTV mit neuem Präsidium und Melzer als sportlichen Leiter: „Möchten Kräfte bündeln“

Der österreichische Tennisverband hat am Montag in einer außerordentlichen Generalversammlung ein neues Präsidium gewählt. Staatssekretär Magnus Brunner wird das Amt des Präsidenten fortan bekleiden, als sportlicher Leiter wurde Jürgen Melzer mit ins Boot geholt. Als Motto für die dreijährige Legislatur-Periode gab die neue Führungsriege Zusammenarbeit aus.

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 26.10.2020, 20:09 Uhr

Mit neuem Präsidenten und Jürgen Melzer als sportlichen Leiter soll es mit dem ÖTV in Zukunft bergauf gehen
Mit neuem Präsidenten und Jürgen Melzer als sportlichen Leiter soll es mit dem ÖTV in Zukunft bergauf gehen

Von Michael Rothschädl aus der Wiener Stadthalle

In beschaulicher Atmosphäre am Rande der Erste Bank Open gab der ÖTV am Sonntagnachmittag sein neues Präsidium bekannt. An der Spitze des österreichischen Tennisverbands wird demnach in Zukunft Magnus Brunner stehen, der seit Anfang des Jahres als Staatssekretär im Bundesministerium für Klimaschutz und Umwelt tätig ist. Elke Romauch, Martin Ohneberg und Georg Blumauer komplettieren als Vizepräsidenten die Führungsriege des ÖTV.

Der einstimmigen Wahl des neuen Vorstands seien in den vergangenen Wochen intensive Gespräche mit den Landesverbänden und verschiedenen Stakeholdern des österreichischen Tennissports vorangegangen. „Wir verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: Wir wollen den Tennissport in Österreich voranbringen. Deswegen ist es unser Bestreben, alle Kräfte zu bündeln und gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, erklärte Neo-Präsident Brunner im Zuge der Pressekonferenz. Außerdem wäre es das erklärte Ziel, die Expertise der zahlreichen ehemaligen und aktiven Profis und Coaches im Land zu Rate zu ziehen.

Um insbesondere sportlich weiterhin konkurrenzfähig zu sein, hat das neue ÖTV-Präsidium mit Jürgen Melzer einen ehemaligen Top-Acht-Spieler ins Boot geholt, der als sportlicher Leiter junge österreichische Talente unter seiner Ägide haben wird. Auch Günter Bresnik soll an einer Zusammenarbeit mit dem österreichischen Tennisverband sein Interesse bekundet haben, wie Melzer bestätigte. „Wir führen Gespräche, müssen nun aber abwarten, in welche Richtung es sich in den nächsten Monaten entwickelt.“ Um sich voll und ganz dem neuen Projekt widmen zu können, wird Melzer nach den Australian Open seine Profikarriere an den Nagel hängen. Lediglich ein paar „Genussprojekte“ soll es danach noch geben, von einer Profikarriere seien diese dann aber weit entfernt.

Bei den Davis Cup Finals um Halbfinalplätze mitspielen

Im Zentrum seiner Aktivität als sportlicher Leiter soll selbstverständlich das Trainingszentrum Südstadt stehen, von welchem laut Melzer eine deutliche Aufwertung geplant ist. „Wir wollen ein Top-Produkt anbieten, denn die Konkurrenz ist groß. Junge Spieler sollen aufgrund der Bedingungen zu uns in die Südstadt kommen“, so Melzer, der plant, auch selbst viel am Platz zu stehen, um dort sein „Know-How aus über 30 Jahren Tennis weitergeben zu können.“ Konkurrenz kommt unterdessen aus den eigenen Reihen, erst vergangene Woche präsentierte das von Wolfgang Thiem geleitete Austrian Tennis Committee (ATC) sein Trainingszentrum in Traiskirchen, in dem mit Dominic Thiem, Dennis Novak und Jurij Rodionov alle österreichischen Topspieler ihren Trainingsmittelpunkt haben. Problem sieht Melzer darin aber keines: „Ich glaube, Konkurrenz belebt das Geschäft. Es wird bestimmt keine Machtspielchen geben“, so der ehemalige French-Open-Halbfinalist.

Somit soll es auch in Hinblick auf den Davis Cup in Zukunft zu keinen Zerwürfnissen kommen. Auch nicht, nachdem Wolfgang Thiem und der ÖTV in der Vergangenheit bewusst getrennte Wege gewählt haben. „Ich bin der Meinung, die Spieler so gut zu kennen, dass ich weiß, dass sie heiß darauf sind, 2021 in Madrid zu spielen.“ Der Deutsch-Wagramer ging sogar einen Schritt weiter: „Wir werden in Spanien ein Team stellen, das um die Halbfinalplätze mitspielen kann“, so Melzer, der trotz der glänzenden Tennis-Gegenwart vor allem den Fokus auf die Talenteförderung und auch Talentefindung setzen will.

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