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Eiskalte Dusche – Samantha Stosur und Co. fühlen sich wie auf Klassenfahrt

Im Olympischen Dorf ist offenbar das warme Wasser knapp. Bei Thanasi Kokkinakis geht die Spülung nicht.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 09.08.2016, 13:45 Uhr

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - AUGUST 07: Samantha Stosur of Australia in action against Jelena Ostapenko of Latvia in their first round match on Day 2 of the Rio 2016 Olympic Games at the Olympic Tennis Centre on August 7, 2016 in Rio de Janeiro, Brazil....

Olympia ist nichts für Warmduscher. Das gilt nicht nur für den Kampf um die Medaillen, sondern auch für die Bedingungen im Olympischen Dorf. Das Gros der gut situierten Tennisprofis logiert gewöhnlich in bestens ausgestatteten Luxusbehausungen rund um den Globus.Samantha Stosurdürfte als ehemalige US-Open-Siegerin und aktuelle Nummer 17 der Welt ebenfalls gehobenen Komfort gewöhnt sein. Kaltes Wasser aus dem Duschkopf gehört da wohl in die Kategorie Kulturschock, wie die 32-jährige Australierin dem „Sydney Morning Herald“ erzählte: „Es ist Olympia, da versuchst du alle negativen Dinge auszublenden, aber mit einer Sache geht das schlecht: ,Ich habe es satt, ständig kalt zu duschen. Immer wenn ich es zu den unmöglichsten Zeiten versuche, kommt nur eiskaltes Wasser.’“ Dabei sei ihr Raum ansonsten völlig in Ordnung, nur das Bad eben nicht.

Nase zu! Kokkinakis improvisiert auf der Toilette

Als sonniges, australisches Gemüt verlegte sich Stosur jedoch nicht aufs Jammern: „Wir machen das Beste daraus, lachen darüber und haben Spaß.“ Die vergleichweise gute Laune dürfte auch deshalb intakt sein, da im Achtelfinale ein Duell mit Australian-Open-SiegerinAngelique Kerberwartet. Für Olympia-Debütant Thanasi Kokkinakis war die Einzel-Konkurrenz allerdings schon nach der ersten Runde beendet. So muss sich der 20-jährige Rekonvaleszente notgedrungen etwas intensiver mit einigen „ärgerlichen Dingen“ auseinandersetzen. „Da es nicht möglich ist, die WC-Spülung zu benutzen, war ich gezwungen, Toilettenpapier nachzustopfen“, sagte der „Aussie“ zu den hygienischen Missständen und fühlte sich an frühere Schulausflüge zurückerinnert. Für anderthalb Wochen könne man damit umgehen, so Kokkinakis. Er kenne aber viele Leute, denen das überhaupt nicht gefallen würde.

Dazu gehört wohl auchAndreas Seppi. Der italienische Zweitrunden-Gegner vonRafael Nadalkritisierte die Zustände im Olympischen Dorf gegenüber dem Online-Portal „Sportface“: „Es ist schlechter als bei den letzten zwei Olympia-Auflagen. Viele Gebäude sind unfertig, in den Räumen gibt es kein warmes Wasser. Du weißt aber, dass das die Olympischen Spiele sind, wo es zu Komplikationen wie diesen kommen kann.“ Seppi stößt damit ins gleiche Horn wieSvetlana Kuznetsova, dieden Tenniskomplex mit einer Baustelle verglichen hatte. AuchTimea Bacsinszkybeschwerte sich. Die Schweizerinbezeichnete die Verpflegung vor Ort als „furchtbar und ungenießbar“.

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09.08.2016, 13:45 Uhr