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Rafael Nadal kann den Verzicht von Dominic Thiem & Co. nicht verstehen

Für den 14-maligen Grand-Slam-Sieger haben die Spiele einen ganz anderen Stellenwert als für Österreichs Jungstar und viele andere.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 29.05.2016, 21:46 Uhr

Dominic Thiem - Rafael Nadal

Rund zweieinhalb Wochen ist es her, dassDominic Thiemam Rande des ATP-Events in Rom seinenoffiziellen Verzicht auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, zugunsten des ATP-World-Tour-250-Turniers im mexikanischen Los Cabos, verkündet hatte. „Ich spiele nicht bei Olympia. Vielleicht erkläre ich das zu einem anderen Zeitpunkt, aber nicht heute“, ließ der 22 Jahre junge Österreicher bloß wissen. Bei den French Open in Paris hat der Niederösterreicher seine Ansichten zu diesem Thema nun nochmal etwas näher ausgeführt.

Abgesehen davon, dass er bei Olympia – im Gegensatz zu Los Cabos – gar keine ATP-Punkte machen könnte: „Ich finde nach wie vor, dass etwa Schwimmen, Leichtathletik die wirklichen olympischen Sportarten sind. Außerdem, wenn ich jetzt dieses Jahr nicht spiele und ich meine Meinung in den nächsten Jahren ändere, dann habe ich immer noch zwei Olympische Spiele“, sagte Thiem. „Obwohl ich das jetzt noch nie erlebt habe und alle sagen, dass das so besonders ist: Vielleicht spreche ich auf den olympischen Geist nicht so sehr an. Und ich habe jetzt nicht wirklich das Verlangen, dass ich dort nur wegen der Eröffnungszeremonie hinfahre.“

Nadal: „Ich verstehe Leute nicht, die nicht zu Olympia wollen“

Mit seiner Einstellung ist Thiem freilich nicht alleine, so etwa haben auchJohn Isner,Bernard TomicundFeliciano Lopezvon einem Start in Brasilien Abstand genommen. WährendKevin Andersonwegen des Aussetzens im Davis Cup in den letzten vier Jahren nicht spielberechtigt ist. Bei vielen Fans stößt diese Haltung von Thiem und Co. auf wenig Verständnis – und auch bei einigen teils prominenten Tennisprofis wie beispielsweiseRafael Nadal, der am Ort seines neunfachen Triumphs seine Meinung ganz offen preisgab. „Ich verstehe Leute nicht, die nicht zu Olympia wollen“, so der Spanier. „Das ist etwas, das nicht alle Jahre stattfindet. Ein Event, an dem du ein, zwei oder mit Glück vielleicht drei Mal in deiner Karriere teilnehmen kannst“, strich der Goldmedaillen-Gewinner von Peking 2008 nun in Roland Garros hervor.

Die Bedeutung des Medaillenkampfes im Zeichen der fünf Ringe genießt bei Nadal hier einen komplett anderen Stellenwert: „Die Erfahrung, an Olympischen Spielen teilzunehmen, ist eine völlig andere als bei jedem anderen Wettbewerb, sie sind das wichtigste Event in der Welt des Sports“, brach der 29-Jährige eine Lanze für Olympia, nicht umsonst hatte er es als „einen der der traurigsten Momente meiner Karriere“ deklariert, als er die Spiele in London 2012 verletzt verpasst hatte.

Isner erhält „70 bis 80 Prozent negatives Feedback“

Die Erfahrung, dass ein Olympia-Verzicht in der Öffentlichkeit nicht besonders gut ankommt, hat inzwischen übrigens auch Isner persönlich gemacht: „Ich habe 70 bis 80 Prozent negatives Feedback erhalten“, gab der US-Amerikaner am Sonntag, nach der Achtelfinal-Niederlage bei den French Open, zu. Ihm werde schon mal vorgeworfen, dass er kein Patriot sei. Jedoch: Das Argument, in Rio keine ATP-Punkte holen zu können, bleibe nun mal bestehen…

von tennisnet.com

Sonntag
29.05.2016, 21:46 Uhr