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Rafael Nadal – „Wenn es nicht die Spiele wären, wäre ich gar nicht hier“

Der „Matador“ macht keinen Hehl daraus, dass er alles andere denn mit 100 Prozent in Rio de Janeiro um Medaillen kämpft.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 03.08.2016, 10:46 Uhr

Rafael Nadal

Rafael Nadalkennt die Gefahr genauso gut wie seinen eigenen Körper. Der verletzungsgeplagte Tennisstar von der spanischen Urlaubsinsel Mallorca weiß, was er sich antut, wenn er bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro trotz Schmerzen im linken Handgelenk in allen drei Disziplinen aufschlägt.

„Zu Hause auf dem Sofa ist das Risiko kleiner“

„Eins ist klar: Zu Hause auf dem Sofa ist das Risiko kleiner als auf der Straße“, sagte Nadal nachseiner Entscheidung, im Einzel, Doppel und Mixed um die Medaillen zu spielen: „Wenn es nicht die Spiele wären, wäre ich gar nicht hier.“ Die bitteren Momente nach seiner Absage in London vor vier Jahren wegen einer Knieverletzung haben sich tief in sein Gedächtnis gebrannt. Damals hätte Nadal die spanische Fahne bei der Eröffnungsfeier ins Stadion tragen sollen, eine Ehre, die dem Goldmedaillen-Gewinner von Peking 2008 nun am Freitag endlich zuteilwird. Darauf wollte der 30-Jährige, der seit seiner Aufgabe bei den French Open Ende Mai kein Match mehr bestritten hat, nicht noch einmal verzichten.

Nadal von seinem Handgelenk genervt

„Das Handgelenk ist in einem Prozess, es ist nicht schlecht, obwohl ich zugeben muss, dass es mich nervt“, sagte Nadal. Was ihn nervt, zwingt andere Spieler zu einer Pause. Nadal ist dafür bekannt, über die Schmerzgrenze hinaus zu spielen. „Leider wird er immer Schmerzen spüren, wenn er Matches spielt und trainiert“, sagte sein Onkel und Trainer Toni: „Es ist nicht immer der gleiche Grad an Schmerz, aber es sind immer Schmerzen da.“ Nach den Trainingseinheiten in Rio kühlt er sich das Handgelenk mit Eis. 14 Grand-Slam-Titel hat Nadal trotz aller Probleme an den Knien, den Schultern, den Oberschenkeln, dem linken Fuß und der Hüfte gewonnen, neunmal (Rekord) die besonders kräftezehrenden French Open in Paris. Er ist keiner, der so schnell aufgibt, auch wenn er seinen Ehrgeiz schon oft teuer bezahlen musste.

„In den Doppeln sind die Chancen am größten“

Die Entscheidung, für Rio ins Risiko zu gehen, hat Nadal gemeinsam mit seiner Familie und TeamchefinConchita Martinezgetroffen. „Das Handgelenk ist nicht perfekt, aber die Spiele sind nur einmal alle vier Jahre. Nadal ist die beste Option, die wir haben, um eine Medaille zu gewinnen“, sagte die Wimbledon-Siegerin von 1994. Im Einzel wird er es schwer haben – trotz der Absagen der beiden SchweizerRoger Federer,Stan Wawrinkaund einiger weiterer Spieler aus den Top 20.Novak Djokovicund London-ChampionAndy Murraygelten als die Top-Favoriten auf Gold. „In den Doppeln sind die Chancen am größten“, sagte Nadal, der mitMarc Lopezund French-Open-SiegerinGarbine Muguruzaantritt.

„Werde in keiner Kategorie auf dem besten Niveau sein“

„Ich werde in keiner Kategorie auf dem besten Niveau sein“, meinte Nadal: „Ich habe seit zwei Monaten kein Turnier bestritten und wenig trainiert.“ Aber die Hoffnung und vor allem die Erfahrung, die spanische Mannschaft im altehrwürdigen Maracana anführen zu dürfen, wird ihm niemand nehmen.

von tennisnet.com

Mittwoch
03.08.2016, 10:46 Uhr