Piqués Davis-Cup-Premiere mit Schwierigkeiten: "Müssen einige Sachen verbessern"

Die Premiere des Davis-Cup-Finalturniers offenbarte einige Schwächen des neuen Formats. Für die Ausgabe im kommenden Jahr muss nachgebessert werden - auch wenn dies nicht alle Probleme lösen wird.

von SID
zuletzt bearbeitet: 25.11.2019, 07:38 Uhr

Gerard Piqué sieht Änderungsbedarf
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Gerard Piqué sieht Änderungsbedarf

 Im modischen schwarzen Anzug saß Gerard Pique da, das weiße Hemd oben lässig aufgeknöpft, und lächelte die Kritik an seinem "Lebensprojekt" charmant weg. "Es war ein einzigartiges Event. Wir sind sehr glücklich darüber, wie es lief", sagte der Fußballstar des FC Barcelona über die holprige Premiere des Davis-Cup-Finalturniers in Madrid. "Wir wollten die Seele des Davis Cups beibehalten", fügte er an, und dies sei gelungen.

Ganz verleugnen konnte Pique, der den traditionsreichen Mannschaftswettbewerb im Vorjahr mit seiner Investmentfirma Kosmos für angeblich drei Milliarden Dollar übernommen und radikal umgekrempelt hatte, die Probleme bei der Premiere dann aber doch nicht. "Es war das erste Mal, wir wussten, dass es Schwierigkeiten geben wird. Wir müssen einige Sachen verbessern", erklärte er.

Hordorff - "Den Davis Cup gibt es nicht mehr"

Matches, die teilweise bis tief in die Nacht dauerten, viele leere Plätze in den Stadien und wenig Stimmung hatten das Bild in der Finalwoche in Madrid oft getrübt. Pique kündigte deshalb Optimierungen bei der Spielplanung an, auch über den Bau eines vierten Stadions werde für die Ausgabe im nächsten Jahr beraten - aber auch das wird nicht alle Kritik am neuen Format verstummen lassen.

"Den Davis Cup gibt es nicht mehr", fällte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff im Gespräch mit dem SID sein klares Urteil. Dass der alte Modus mit vier über das Jahr verteilten Runden reformiert werden musste, darüber waren sich in Madrid alle Beteiligten einig. Über die Schwächen des neuen Formats mit 18 Nationen, die innerhalb einer Woche um den Titel spielen, aber auch.

Zwar waren viele Topspieler am Start, die Matches waren auch am Ende der langen Saison auf einem hohen Niveau. Dazu seien die Bedingungen für die Spieler auf der Anlage top gewesen, betonte etwa Philipp Kohlschreiber. Doch nicht nur der deutsche Routinier vermisste die "besondere Atmosphäre" des alten Formats.

Die gab es zwar vereinzelt, vor allem am Finalwochenende - Gastgeber Spanien um Nationalheld Rafael Nadal vermochte es, das über 12.000 Zuschauer fassende Hauptstadion zu füllen und würdige Davis-Cup-Atmosphäre zu generieren. Ansonsten ergab sich jedoch meist ein tristes Bild. 

Verschmelzung mit dem ATP Cup?

Auch der späte Termin im prall gefüllten Tenniskalender ist äußerst ungünstig. Der Davis Cup liegt jedoch in Konkurrenz mit dem Laver Cup im September und dem neuen ATP Cup im Januar mit 24 Teams in Australien. Rafael Nadal und Novak Djokovic regten deshalb schon eine Verschmelzung des Davis Cups mit dem ähnlich angelegten ATP Cup an.

"Wir sind offen, uns mit der ATP zusammenzusetzen und einen Deal zu finden", sagte Pique, der hofft, schon "in den kommenden Monaten" Fortschritte verkünden zu können. Denn es mache "keinen Sinn, zwei verschiedene Wettbewerbe zu haben".

Aus sportlicher Sicht verlief das Turnier für die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ordentlich, das Minimalziel Viertelfinale wurde erreicht. Trotz der Enttäuschung über das vermeidbare Aus gegen Großbritannien blickte Teamchef Michael Kohlmann "zuversichtlich ins Jahr 2020". 

Dann geht es für Deutschland am 6. und 7. März darum, sich im Heimspiel gegen Weißrussland wieder für das Finalturnier in Madrid zu qualifizieren - und sich von den angekündigten Verbesserungen vor Ort ein Bild zu machen.

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25.11.2019, 08:00 Uhr
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