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Sportliches Erdbeben am UTC La Ville

Spätestens mit dem Semifinale der aktuell laufenden 12. Auflage des Peugeot September Masters Series...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 04.10.2021, 14:18 Uhr

Spätestens mit dem Semifinale der aktuell laufenden 12. Auflage des Peugeot September Masters Series 1000 Turniers im UTC La Ville, haben die unaufhaltsam nach oben strebenden Jungstars der Peugeot Hobby Tennis Tour auch ihre Anwartschaft auf große Titel angemeldet. In Abwesenheit der Top 20 Elite haben Hauer, Rieger & Co mit großartigen Leistungen die sich bietende Gelegenheit beim Schopf gepackt, und sich bei einem Turnier der zweithöchsten HTT Kategorie ins Blickfeld des allgemeinen Interesses gespielt. So kommt es am Montag Abend im Semifinale des fünften HTT Masters Series Events der Saison zum Aufmarsch von vier Semifinal-Neulingen auf HTT 1000er-Ebene. Die großen Namen in dem morgen Abend zu Ende gehenden 939. HTT Sandplatz-Turnier der Open Era sind hingegen am gestrigen Sonntag sang- und klanglos ausgeschieden. Ein Bericht von C.L

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Vier Nobodies auf HTT Masters 1000 Ebene im Semifinale

Es war ein mittelschweres sportliches Erdbeben, das da gestern am Sonntag Nachmittag in Wellen den Dr. Karl Walt Weg im Union Tenniscenter La Ville am Altmannsdorfer Ast erschüttert hat. Vier absolute Nobodies was Tennis auf HTT Masters Series 1000 Ebene betrifft, haben am dritten Spieltag des 12. Peugeot September Masters Series 1000 Turniers die Peugeot Hobby Tennis Tour mit ihren Auftritten gegen aktuelle und ehemalige Superstars der Szene n ihren Grundfesten erschüttert. Bernhard Hauer (19 Jahre – Sportzentrum Süd Liesing), Alexander Rieger (20 Jahre – WAT Meidling), Tarik Mustafik (19 Jahre – SC Hakoah) und Michael Margreiter (30 Jahre – TC Top Serve) heißen jene Herren, die ohne eine einzige Masters-Series-1000-Semifinal-Teilnahme in ihren bisherigen HTT Karrieren für das wohl sensationellste Halbfinal-Feld der kompletten 32jährigen HTT Geschichte auf Masters-1000-Niveau sorgen. Einer dieser vier Underdogs wird am Dienstag Abend zum insgesamt erst 65. Sieger eines Masters Series 1000 Turniers auf der Peugeot Hobby Tennis Tour avancieren, zuvor aber noch zwei schwierige Aufgaben zu lösen haben.

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Das ungewöhnlichste Masters Series 1000 Turnier der Open Era

Begonnen hatte dieser wild und sensationell endende Super-Sonntag im UTC La Ville eigentlich mit einer Auferstehungsfeier der Helden aus vergangenen Zeiten, der Vorfreude auf das Comeback des 3fachen HTT Wimbledonsiegers Vladimir Vukicevic und dem Auftrag an die Statistik-Abteilung der Peugeot Hobby Tennis Tour zu erheben, wie es denn um die Achtelfinal-Erfahrungen der noch im Turnier befindlichen 16 Herren des fünften HTT Saison-Masters stünde. Das Ergebnis dokumentierte deutlichst, dass man es bei der 12. Ausgabe des September Masters 1000 Turniers in Abwesenheit  der kompletten Top 20 mit keinem gewöhnlichen Event der zweithöchsten HTT Kategorie zu tun hat. Lediglich auf 98 Achtelfinal-Teilnahmen kamen die 16 am Sonntag im Einsatz befindlichen HTT-Spieler, wobei die Routiniers Vladimir Vukicevic und Bernhard Scheidl mit zusammen 58 Achtelfinal-Auftritten den Löwenanteil auf sich vereinten. Der Rest des Feldes fällt unter die Rubrik “Jugend forscht”, wobei gleich ein Viertel der Achtelfinal-Starter überhaupt zum ersten Mal eine Runde der letzten 16 auf so hohem Turnier-Niveau erreicht hatten.

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Tarik Mustafik schreibt als erster Nordmazedonier in einem HTT Masters Series 1000 Semifinale Geschichte

Danach ging es auf der roten Asche des UTC La Ville bei sommerlichen Bedingungen unter freiem Himmel sportlich zur Sache, und der Tag – respektive der Abend – nahm stündlich sensationellere Züge an. Für den Startschuss sorgte quasi Alexander Rieger, der sich im ersten von drei viertelfinalen Generationen-Duell gegen den doppelt so alten und ergebnistechnisch vielfach erfolgreicheren ehemaligen Ranglisten-Ersten Lukas Planteu mit 6:4, 6:4 durchsetzen konnte. Mit seinem 10. Saison-Einzelsieg und dem insgesamt 135. Matcherfolg seiner Karriere, zog Rieger als Erster der Next Generation in sein erstes Semifinale auf Masters Series 1000 Ebene ein. Einen Bremsschwung auf dem noch am Tag zuvor von hobbytennistour.at getitelten “Weg nach Oben” legte hingegen der HTT Wimbledonsieger von 2018 Bernhard Scheidl ein. Der 35jährige unterlag dem 16 Jährchen jüngeren Tarik Mustafik glatt in zwei Sätzen mit 3:6, 4:6, und kritisierte danach einmal mehr das Mitwirken junger und intensiv trainierender Spieler. Tarik Mustafik hingegen bedankte sich artig beim 2fachen HTT Grand Slam Champ für ein schönes Spiel und schrieb mit seinem ersten Semifinal auf HTT 1000er-Niveau mit der ersten Nordmazedonischen Halbfinal-Teilnahme für Geschichte.

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Bernhard Hauer zwingt HTT Superstar Vladimir Vukicevic bei dessen Comeback in die Knie

Die größe Überraschung des Abends war aber doch das Ausscheiden des dreifachen serbischen HTT Wimbledonsiegers Vladimir Vukicevic, der bei seinem Comeback nach achtelfinalem Sieg über Marcus Schischlik im Kampf um den Semifinal-Einzug beim 12. Peugeot September Masters 1000 Turnier mit dem frischgebackenen Peugeot Oktober HTT 250 Champion Bernhard Hauer die Klingen kreuzte. Noch im letzten Jahr demontierte der Sieger von 16 HTT Turnieren seinen nicht einmal halb so alten Gegner im Viertelfinale des März-Masters-Series 1000 Turniers in der Südstadt mit 6:0, 6:2, fünfzehn Monate später sollte “Berni” aber bereit zum umjubelten Gegenschlag sein. Mit 6:3, 7:5 buchte Hauer sein Halbfinal-Ticket, und gesellt sich damit zu jener exklusiven und nun 9köpfigen Gruppe an HTT-Star-Spielern, die es geschafft haben, Vladimir Vukicevic in einem seiner 36 absolvierten HTT Masters Series 1000 Turniere vor dem Semifinale zu besiegen. Hauer in einem Atemzug genannt mit HTT Größen wie Philipp Schneider, Philipp Nitsche, Philipp Wiegele, Alexander Schager, Alexander Sikanov, Anton Würflingsdobler, Martin Mayer und Florian Kopf, Gratulation an den 19jährigen. Vukicevic selbst wartet nun schon seit 28 Turnierteilnahmen auf einen Turniersieg, zeigte sich trotz Niederlage aber nicht unzufrieden mit seinem Comeback-Auftritt. “Die Hand hat gehalten und das stimmt mich zuversichtlich. Ich habe vorallem deshalb diese Woche gespielt, weil ich meine Chance auf eine Tour-Finals-Teilnahme wahren, und ein paar Punkte einsammeln wollte. Verloren habe ich heute aufgrund der Bedingungen. Sand liegt mir ja bekantlich nicht so”, meinte der 40jährige, dem natürlich bei erst acht ernsthaft bestrittenen Turnier-Partien auch die nötige Matchpraxis fehlt.

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