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„Tennis zu verlassen, hat ein großes Loch erzeugt“

Die Französin hatte sich in jungen Jahren bereits in der Weltspitze etabliert. 2008 musste sie aber ihre Karriere wegen chronischer Rückenprobleme im frühen Alter von 20 Jahren beenden.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 28.11.2011, 13:58 Uhr

Tatiana Golovin galt als ein kommender Star auf der WTA-Tour. Die Französin mit russischen Eltern war mit viel Talent und einem sehr attraktiven Erscheinungsbild gesegnet. Beste Voraussetzungen also für eine glänzende Weltkarriere. Golovin stand 2004 mit 16 Jahren bereits im Achtelfinale der Australian Open und spielte sich in den nächsten Jahren Stück für Stück nach oben. Die hübsche Blondine gewann bis Ende 2007 zwei Turniere, stand in fünf weiteren Finals und rückte bis auf Platz 12 der Weltrangliste vor.

Karriere zu Ende, bevor sie so richtig begann

Eine chronische Rückenverletzung am Zenit ihrer Karriere machte der damals 20-Jährigen aber einen Strich durch die Rechnung und beendete schließlich ihre Laufbahn als professionelle Spielerin.

„Ich war an der Spitze meines Spiels. 2007 hatte ich im Herbst zwei Endspiele in Stuttgart und in Zürich. Ich habe Topspieler geschlagen und das Jahr beinahe in den Top 10 abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich nie geglaubt, dass ich ein halbes Jahr später aufhören würde. Es hat eine lange Zeit gedauert, um herauszufinden, was kaputt war. Es stellte sich heraus, dass es eine Entzündung des Rücken ist, für die es keine Behandlung gibt. Das letzte Turnier zu dem ich geflogen bin, waren die Olympischen 2008 in Peking. Aber ich war unsicher wegen meines Rücken und konnte nicht spielen“, sagt die heute 23 Jahre alte Golovin.

Golovin ist nun Journalistin

Nach ihrem ungewollten Karriere-Ende fiel die Französin in ein tiefes Loch. „Es hat ein Jahr gedauert, bis ich wieder mit dem Leben angefangen habe. Das Tennis zu verlassen, hat ein großes Loch in meinem Leben erzeugt. Das war ein großer Schock für mich. Wenn du in die Tenniswelt hineingeboren wirst, kann sich nichts damit vergleichen. Du bekommst nie die Gefühle und Emotionen, als wenn du vor Zuschauern spielst, große Matches und Turniere gewinnst, deine Fans siehst, jeden Morgen zum Training gehst. Eigentlich vermisse ich das Training am meisten - wenn du auf den Platz gehst, hart und schweißtreibend trainierst und dann danach erschöpft nach Hause gehst“, erklärt Golovin.

Den Absprung ins normale Leben hat die Französin aber bravourös geschafft. Heute ist sie vor allem als Journalistin aktiv. Sie kommentiert für das französische Fernsehen und schreibt eine Kolumne in der Sportzeitung „L'Equipe“. Mit ihrem neuen Leben ist sie sehr zufrieden. „Ich habe Dinge gemacht, die ich auf der Tour nicht tun konnte. Ich habe mehr Zeit mit meiner Familie verbracht, die nicht überall dabei sein konnte. Ich habe ein Haus in Südfrankreich und einen Hund. Für mich selbst und meine Freunde habe ich viel mehr Zeit.“

Comeback so gut wie ausgeschlossen

Bei der Frage nach einem möglichen Comeback gibt sich Golovin realistisch. „Ich mag es nicht, dass man 'Niemals' sagt. Ich bin ja erst 23. Aber ich glaube nicht, dass ich fähig bin, noch einmal zu spielen. Zumindest glaube ich nicht, dass ich professionelles Tennis spielen kann. Es ist schon schwer genug, laufen zu gehen.“(Text: cab; Foto: GEPA pictures)

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