tennisnet.com Kolumne

Sabine Lisicki – Der Rückfall als Chance

Sabine Lisicki wirkt vorbereitet wie lange nicht - es mangelt nur am Selbstvertrauen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 28.03.2016, 09:22 Uhr

KUALA LUMPUR, MALAYSIA - FEBRUARY 29: Sabine Lisicki of Germany looks on at a post match press conference during round one of the 2016 BMW Malaysian Open at Kuala Lumpur Golf & Country Club on February 29, 2016 in Kuala Lumpur, Malaysia. (Photo by ...

Und tatsächlich war sie wieder zurück auf dem Titelblatt. Die junge Frau, der vor drei Jahren bei ihrem Finaleinzug in Wimbledon nachgesagt wurde, sie habe einen gewissen Seite-1-Appeal. Sportliche Gründe waren es allerdings nicht, die Sabine Lisicki nun prominent ins Blickfeld rückten, es war vielmehr eine gut bezahlte Abrechnungsgeschichte nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten Oliver Pocher im Yellow-Blatt "Gala". Betrachtete man insgesamt die Reaktionen auf diesen privaten Vorgang in Lisickis Leben, dann wurde er stets eng mit ihrem sportlichen Wirken verknüpft. Nicht wenige legten über die Zeit der Liaison eine Art Parallel-Kalender des schleichenden sportlichen Abstiegs.

Viel ist in Lisickis Karriere unglücklich und zuweilen auch nicht übermäßig professionell verlaufen. Zu selten war Lisicki auch wirklich ehrlich sich selbst gegenüber, etwa, wenn zu häufig irgendwelche Blessuren als Erklärung für Scheitern auf dem Centre Court herhalten mussten. Dummerweise fehlte ihr ausgerechnet in jüngster Vergangenheit, da sie drahtig, fit und körperlich bestens austrainiert wirkte, jenes Mindestmaß an Selbstvertrauen, das es für Erfolge in der Weltspitze braucht. Ganz abgesehen von den Belastungen, die sich aus den persönlichen Beschwernissen ergaben.

Nun stellt sich die Frage: Kann Lisicki noch einmal ihre Karriere drehen und wenden, vor allem ein Mindestmaß an Stabilität und Konstanz finden. Also Qualitäten, die sie selbst in besten Zeiten nicht vollständig aufzubringen vermochte. Nach Miami steht Lisicki zunächst einmal dort, wo sie nach Verletzungspausen und Leistungen der jüngeren Vergangenheit eben stehen muss: Außerhalb der Top 50, nicht im Kontakt mit der engeren Weltspitze. Die Rangliste allerdings bietet ihr ab sofort auch alle Möglichkeiten eines Comebacks mit nachhaltigem Aufschwung: Wenige Punkte sind demnächst zu verteidigen, nicht viele auch in Wimbledon, ihrem einstigen Tennisparadies. Dort war sie vergangenes Jahr in der dritten Runde sang- und klanglos ausgeschieden.

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28.03.2016, 09:22 Uhr