tennisnet.com Kolumne

Es braucht ein „Wir”-Gefühl

Nur gemeinsam geht es für das deutsche Tennis wieder aufwärts.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 18.09.2016, 08:20 Uhr

BERLIN, GERMANY - SEPTEMBER 18: Jan-Lennard Struff of Germany celebrates winning the 5th rubber match between Jan-Lennard Struff of Germany and Hubert Hurkacz of Poland in the Davis Cup Playoff between Germany and Poland at Steffi Graf Stadium on Se...

Man muss nicht lange überlegen, um zu sehen, was das Beste an diesem Davis-Cup-Wochenende in der Hauptstadt war: Das nackte Ergebnis,der Verbleib in der Weltgruppe.Das deutsche Herrentennis hat damit quasi eine Bewährungsfrist erhalten, um seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen und sich auch organisatorisch besser für kommende Herausforderungen zu rüsten. Es nützt wenig, sich jetzt noch einmal die Fehler der vergangenen Wochen gegeneinander aufzurechnen, die Problematik vor allem mangelnder Kommunikation ist hinreichend bekannt. Jetzt geht es wirklich darum, sich für die Zukunft im deutschen Herrentennis besser aufzustellen.

Nach den Sanktionen, die gegen Dustin Brown, Tobias Kamke und Mischa Zverev ausgesprochen wurden,unddem Rücktritt von Florian Mayerist die Personaldecke für Bundestrainer Michael Kohlmann noch dünner geworden. Wichtig ist deshalb, mit einem größeren Kreis von Spielern als zuletzt in einem dauernden Dialog zu bleiben, auch als vertrauensbildende Maßnahme, wenn vermeintliche Ersatzleute dann einmal in einer Nominierungskrise gebraucht werden. In der Regel bietet der Auftakt-Grand-Slam in Melbourne die Chance, sich an einem großen runden Tisch zusammenzusetzen und über die Saisonplanung zu reden. Gleichzeitig muss der Weg der langsamen, stetigen Integration der besten Jugendlichen in die Auswahlmannschaft weiter beschritten werden – es machte Mut zu sehen, wie sich die nächste Generation in Berlin rund um das Relegationsspiel präsentierte und sogar Trommelwirbel am Centre Court für das Team lieferte.

Teamchef Kohlmann sprach nach dem Gesamtsieg gegen Polen davon, er habe den Eindruck, dass das deutsche Team dran sei an den größeren Nationen – also auch jenen, die am letzten Wochenende in den Halbfinals kämpften. Dieses Gefühl früher oder später mit Fakten zu belegen, muss das Ziel sein. Noch steht Deutschland im Rang eines Teams, das sich zwischen den Sphären der Weltgruppe und der Zweiten Liga bewegt. Zu verändern ist dieser Status nur über die Präsenz aller Topspieler. Und über gemeinschaftliche Stärke, über den Zusammenhalt, über ein starkes Wir-Gefühl. Da kann Deutschland noch wachsen.

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Sonntag
18.09.2016, 08:20 Uhr