Tim Henman: "Zverevs Problem ist, dass er keinen Plan hat"

Alexander Zverev muss sich nach seinem unbefriedigenden Vorrunden-Aus bei den ATP-Finals in Turin allerlei Kritik gefallen lassen. Nun schießt der ehemalige Weltranglisten-Vierte und jetzige TV-Experte Tim Henman scharf.
 

von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet: 16.11.2025, 16:37 Uhr

© Getty Images
Alexander Zverev strebt ein versöhnliches Saison-Ende beim Davis Cup an.

„Im Moment sehe ich bei ihm keinen Plan, wenn er den Platz betritt “, kritisierte der Brite den Hamburger nach der Niederlage gegen Felix Auger-Aliassime. „Sein Aufschlag ist phänomenal, das wissen wir bereits, und in manchen Matches gelingt es ihm auch, ihn sicher zu halten. Das Problem kommt danach, von der Grundlinie, wo seine Vorhand sehr anfällig wird. Er reagiert fast immer zu spät und kann viele Ballwechsel nicht durchhalten. Ich denke, er sollte jetzt eine Weile vom Wettkampf zurücktreten und sich neu erfinden“, so Henman unverblümt.

Der ehemalige Weltranglisten-Vierte ortet Zverevs Hauptproblem in der mangelnden Aktivität: "Eine Strategie, zu der er oft greift, ist, sich zurückzuziehen und darauf zu hoffen, dass seine Gegner Fehler machen. […] Das Problem ist, dass man das auf diesem Niveau nicht tun kann, weil es normal ist, überpowert zu werden. Er ist ein sehr, sehr guter Spieler, daran besteht kein Zweifel, er ist aktuell die Nummer drei der Weltrangliste… aber ich habe nicht das Gefühl, dass sich sein Spiel in die richtige Richtung entwickelt“, meint der sechsfache Grand Slam-Halbfinalist.

“Er braucht neue Impulse”

Zverev müsse nun auch sein Team neu aufstellen, ist Henman überzeugt: "Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, welchen Einfluss sein Vater und sein Bruder auf seine Spielstrategie haben, aber es ist offensichtlich, dass er in dieser Phase seiner Karriere neue Impulse braucht“, meint der Brite. Wenn er sich den Traum eines Major-Sieges erfüllen wolle, sei dies unabdingbar.

Der Hamburger selbst hatte seine Saison nach seinem Ausscheiden bei den ATP Finals 2025 in Turin als „unglaublich unbefriedigend“ bezeichnet - und das trotz eines Australian Open-Endspiels und der Verteidigung von Weltranglisten-Position drei.
 

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16.11.2025, 18:17 Uhr
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