tennisnet.com Kolumne

Interstate 495, Exit 22A – Tag 8

Kleiner Reisebericht von den US Open 2016.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.09.2016, 03:12 Uhr

US Open 2016 Feature, Serve Clock, Uhr auf der Anzeigetafel bei einem Juniorenspiel, Tennis - US Open 2016 - Grand Slam ITF / ATP / WTA - USTA Billie Jean King National Tennis Center - New York - New York - USA - 4 September 2016.

Die Kinder sind da! Das darf man über Unter-18-Jährige durchaus noch sagen, so als deutlich älterer Kolumnist. Eigentlich haben die, also gut, JuniorInnen schon seit einigen Tagen ihre Zelte rund um das National Tennis Center aufgeschlagen, Wettkampfsport dürfen sie erst ab diesem Sonntag auf der Hauptanlage betreiben. Der erste Eindruck: gut. Vor allem das Benehmen.

Eine Stichprobe ist per se unvollständig, aber der Besuch vierer Nachwuchspartien hat keinen einzigen Wutausbruch gebracht, nicht einmal geflucht wurde. Schön. Auf der anderen Seite: Dieses Handtuchbringenlassen von gleichaltrigen Menschen – komisch. Artet aber nicht so aus wie bei den Erwachsenen, weil im Hintergrund ja auch die Shot Clock tickt. Bildlich gesprochen. In Wahrheit läuft diese herunter, bleibt irgendwann nach dem ersten Aufschlag stehen, switcht automatisch wieder auf die erlaubten 20 Sekunden.

Man will diesen jungen, aufstrebenden Menschen nichts Schlechtes wünschen, aber: Wäre es denn zu viel verlangt, die Zeit einfach mal verstreichen zu lassen? Aus reinen Demonstrationszwecken, beim Stand von 6:2, 5:1, 40:0 könnte man sich das doch einmal erlauben. Oder wissen die jungen Damen und Herren etwa genau Bescheid, was dann passiert? Ein Pfeifton, eine Sirene, ein mahnendes Wort des Schiedsrichters?

Vielleicht morgen. Heute bleibt festzuhalten, dass man auch mit fünf Linienrichtern eine unfallfreie Partie bestreiten kann. Den besten Job hat dabei der Herr oder die Dame mit Blick auf die Servicelinie, nicht nur, weil die Kollegen an der Seite weit blicken müssen, nämlich bis hinter das Netz. Nein, es lässt sich zudem noch sagen, dass die Kinder zwar da sind, ein Aufschlagmonster à la John Isner allerdings noch nicht. Die Spieleröffnungen erfolgen in noch überschaubarem Tempo, was auch insofern hilft, als dass auf den Juniorenplätzen keine Hawk-Eyes installiert sind. Trotz Shot Clock.

von tennisnet.com

Montag
05.09.2016, 03:12 Uhr