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„Domi-Watch” – Herr Millman, Court 13

Beobachtungen zum Erstrundenspiel von Dominic Thiem.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 31.08.2016, 01:20 Uhr

MASON, OH - AUGUST 19: Dominic Thiem of Austria hits a return shot to Milos Raonic of Canada during a quarterfinal match on Day 7 of the Western & Southern Open at the Lindner Family Tennis Center on August 19, 2016 in Mason, Ohio. (Photo by Joe Robb...

Dieses Match auf Court 13 anzusetzen, entbehrt nicht eines gewissen humoristischen Ansatzes: Schon vor Spielbeginn sind alle Tribünen voll besetzt. Hinter den Sitzplätzen wird in Dreierreihen gestanden.

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Marcel Hirscher, einer der anderen großen Einzelsportler Österreichs, fährt oft mit Blick auf den alpinen Gesamtweltcup: zügig, aber auf Durchkommen. Auch bei Dominic Thiem hat man in Satz eins den Eindruck, dass er erst mal kein Risiko gehen möchte, die Bälle nicht voll durchzieht.

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Was spielerisch von Anfang an beißt: der Rückhand-Slice. Aufmerksame Beobachter merken an: „Da sieht man, dass Dominic mit Federer trainiert hat.“

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Zwölf Menschen würde es brauchen, um mit T-Shirts mit Einzelbuchstaben den Namen des Österreichers auf der Tribüne zu Markte zu tragen. Ein Teil der österreichischen Fan-Kolonie hat sich für die Variante Vor-Nachnamen entschieden. „Dominik“. „Thiem“. In der Tat: Dominik.

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Millman muss den ganzen Nachmittag Videos von Björn Borg auf YouTube studiert haben: Der Junge passiert wie weiland der größte aller Tennis-Schweden.

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Um 18:00 Uhr gehen die Lichter an. Trotz Sonne. Gut so. Ein paar Minuten später wird es schlagartig dunkel.

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Der Eindruck Mitte des zweiten Satzes, Millman führt mit einem Break: Möglich, dass der Australier einen Durchgang gewinnt. Unmöglich, dass er das Tempo dreimal besser mitgehen kann als Thiem.

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Der Eindruck Mitte des vierten Satzes, das Match steht auf der Kippe: Das gibt es ja gar nicht, was Millman alles zurückspielt. Und vor allem: wie!

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Die Banane für Dominic Thiem – sie kommt, aber sie kommt spät. Ende des vierten Durchgangs.

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Ab irgendwann gibt der Österreicher den Pete Sampras in dessen Spätphase: kein Ball mehr in der Hose. Zu jedem Aufschlag kommt ein Einzelball vom jugendlichen Hilfspersonal.

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Wobei: Die Alters- und Größenunterschiede der Balljungen und -mädchen - so frappierend wie einzigartig. Ebenso wie die Präzision beim Ballwurf zum diagonal postierten Kollegen.

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Sehr fair: Bei 2:2 im Entscheidungssatz schenkt Millman dem Österreicher einen ersten Aufschlag. Szenenapplaus.

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Die Sachlage nach Matchball: Die Zuschauer stehen bis zu acht Reihen tief hinter den regulären Tribünen. Großer Sport.

von tennisnet.com

Mittwoch
31.08.2016, 01:20 Uhr