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Ein Ende als Anfang – aber kein perfektes Ende

Die Gebrüder Bryan verlieren das allerletzte Match im „alten” Louis Armstrong Stadium.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 07.09.2016, 01:12 Uhr

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 06: Bob Bryan (L) and Mike Bryan of the United States wave to fans as they walk off Louis Armstrong court after their Men's Doubles Quarterfinals Match against Feliciano Lopez and Marc Lopez on Day Nine of the 2016 US Open a...

Von Jens Huiber aus New York City

Kei Nishikoriist nicht als Lautsprecher bekannt, im Gegenteil: Pressegespräche in größerem Kreis mit dem Japaner muten wie kontemplative Meditationsstunden an, vor allem, wenn die Fragen in Nishikoris Muttersprache abgehandelt werden. Was nicht heißt, dass die aktuelle Nummer sieben der Welt nicht auch große Momente feiern könnte, wenn dazu Anlass besteht. Kein Wunder also, dass Nishikori über die sozialen Netzwerke seiner Freude darüber Ausdruck verlieh, dass er der letzte Spieler bleiben wird, der im „alten“ Louis Armstrong Stadium ein Einzel-Match bei den US Open gewonnen hat.

Für die Doppel-Wettbewerbe ist das einstige Mekka des zumindest US-amerikanischen Tennissports ein letztes Mal noch gut genug, und der einzig passende Abschluss für den Armstrong wäre natürlich ein Sieg der Bryan-Brothers gewesen. Der Konjunktiv ist angebracht, denn die ZwillingeBobundMikeverlieren am Dienstagnachmittag vor fast voll besetzten Rängen gegen die spanischen French-Open-ChampionsFelicianoundMarc Lopez, bekannterweise weder verwandt noch verschwägert. In einem Re-Match des Endspiels von Roland Garros im Frühsommer dieses Jahres.

Kleiner Mann, großes Jahr

38 Jahre zählen die amerikanischen Doppel-Legenden, nie fällt die Unterscheidung zwischen den beiden leichter als im Spiel gegen die spanische Paarung, die am Ende nach drei Sätzen gewinnen wird. Bob, der Linkshänder, trägt eine schwarze Legging unter der Tennishose, Mike gibt sich beinfrei. Auf der anderen Seite: Selbst was das Kineso-Tape auf den Schlagarmen anbelangt, gehen die Zwillinge deckungsgleich vor – der eine links, der andere rechts. Der „Signatur-Move“ der Bryans, das Brust-an-Brust-Springen, kommt diesmal schon früher als gewohnt zur Aufführung, Anfang des zweiten Satzes.

Der interessanteste Mann auf dem Court mag allerdings Marc Lopez sein – und der kleinste. Nur 175 cm werden dem 34-Jährigen zugeschrieben, gerade 2016 hat er aus jedem Zentimeter das Maximum herausgeholt. Vor allem in Rio de Janeiro, wo er im Duett mit Rafael Nadal eine olympische Goldmedaille für Spanien holte. Marcs Stärke liegt in der Antizipation, der Beinarbeit, dem Return. Eine ideale Ergänzung zu Feliciano, der zwar nicht zu den Schnellsten, aber präzisesten Aufschlägern auf der Tour zählt.

Neue Pracht, alter Name

Lopez/Lopez gehen also als letzte Sieger im Louis Armstrong Stadium in die Historie der US Open ein. Ein stimmungsvolles Doppel-Viertelfinale beschließt den Spielbetrieb auf dem zweitgrößten Court des National Tennis Center, der erst 2018 wieder zur Verfügung stehen wird – in neuer Pracht, aber immer noch mit klassischem Namen.

Hier die Ergebnisse von den US Open:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

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Mittwoch
07.09.2016, 01:12 Uhr