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US Open: Historisches Debakel für die Gastgeber

Das Viertelfinale der US Open 2021 findet ohne US-amerikanische Beteiligung statt. Das gab es seit Beginn der Open Era noch nie.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 07.09.2021, 18:56 Uhr

See ya! Jenson Brooksby, als letzter Lokalmatador ausgeschieden
© Getty Images
See ya! Jenson Brooksby, als letzter Lokalmatador ausgeschieden

Von Jens Huiber aus New York City

Nun hat wohl niemand damit gerechnet, dass Jenson Brooksby allen Ernstes am Montagabend im Arthur Ashe Stadium den Lauf von Novak Djokovic in Richtung Kalender-Grand-Slam würde stoppen können. Tatsächlich aber war Brooksby die letzte Hoffnung der Gastgeber, eine historische Pleite abzuwenden. Denn nach der Vier-Satz-Niederlage des Lokalmatadors gegen den Weltranglisten-Ersten ist es nun amtlich: Erstmals seit Beginn der Open Era sind die USA weder bei den Frauen noch bei den Männern im Viertelfinale vertreten. Öffentliche Empörungswellen sind indes nicht zu erwarten: Am Donnerstag startet die National Football League in ihre neue Spielzeit, diese liegt den Sportfans hierzulande doch viel enger am Herzen.

James Blake saß dann aber doch einigermaßen ratlos im Studio des übertragenden TV-Senders ESPN. Der Turnierdirektor von Miami, früher selbst kurzzeitig Mitglied der Top Ten, versuchte ein paar Silberstreifen am Horizont zu finden. Die Leistungen von Brooksby gehörten da sicherlich dazu. Auch wenn Blake dem jungen Kalifornier nahelegte, ein Angebot von Andy Roddick wahrzunehmen. Der hatte Brooksby nämlich dazu eingeladen, bei ihm in die groß Aufschlagsschule zu gehen.

Viel Druck auf Cori Gauff

Roddick ist bekanntermaßen der letzte Mann, der für die USA ein Major holen konnte, 2003 in New York City war´s. Bei den Frauen war die Lage seitedem grundsätzlich ein wenig freundlicher, vor allem Serena Williams sei Dank. Den bislang letzten Titel holte Sloane Stephens 2017, damals hatten die USA mit Madison Keys, Venus Williams und Coco Vandeweghe auch alle übrigen Plätze im Halbfinale besetzt.

Nun darf man in der aktuellen Situationsanalyse nicht vergessen, dass mit Sofia Kenin und Jennifer Brady die beiden bestplatzierten Amerikanerinnen in Flushing Meadows nicht an den Start gehen konnten. Zur letzten Hoffnung im Turnier wurde somit Shelby Rogers, die von Emma Raducanu am Labour Day aber ziemlich rüde des Platzes verwiesen wurde.

Die größten Hoffnungen ruhen auf Cori Gauff, das hat James Blake gleich mehrmals angemerkt. Wie weit Gauff von der absoluten Weltspitze entfernt ist, hat allerdings die Lehrstunde in Runde zwei gezeigt, die sie von Sloane Stephens kostenfrei erhalten hat. Stephens wiederum ist schlichtweg nicht fit genug, um ein großes Turnier zu gewinnen. Die athletischen Defizite sind gegen eine top austrainierte Angelique Kerber ab Mitte des zweiten Satzes nicht zu übersehen gewesen.

Korda und Opelka als größte Hoffnungen

Bei den Männern  hat Blake neben Brooksby vor allem Sebastian Korda auf seiner Rechnung. Der 20-Jährige musste aufgrund einer Lebensmittelvergiftung allerdings schon in Runde eins aufgeben. Frances Tiafoe hat gegen Andrey Rublev brilliert, gegen Félix Auger-Aliassime ging ihm dann die Luft aus. Bleibt noch Reilly Opelka. Der hatte sich bis zum Achtelfinale keine Blöße gegeben, auch gegen Lloyd Harris den ersten Satz gewonnen. Danach aber war der Südafrikaner Opelka immer einen Schritt voraus.

Wen werden die Fans, die von vielen Experten als die wahren Gewinner des Turniers gefeiert werden, nun in ihre Arme schließen? Da böten sich in erster Linie die nördlichen Nachbarn aus Kanada an. Leylah Fernandez und Félix Auger-Aliassime haben heute die Chance, erstmals in die Vorschlussrunde eines Majors einzuziehen. Für Bianca Andreescu kam in der Nacht auf Dienstag das Aus.

Hier das Einzel-Tableau der Männer

Hier das Einzel-Tableau der Frauen

   

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