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Laura Siegemund – Bonus-Spiel auf Ashe

Die Niederlage gegen Venus Williams tut der großartigen Saison der Deutschen keinen Abbruch.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 04.09.2016, 02:40 Uhr

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 03: Laura Siegemund of Germany waves to the crowd after being defeated by Venus Williams of the United States in her third round Women's Singles match on Day Six of the 2016 US Open at the USTA Billie Jean King National Tenn...

Von Jens Huiber aus New York City

Noch nicht einmal ein halbes Jahr ist es her, dassLaura Siegemundkeinen garantierten Startplatz in einem Hauptfeld auf der WTA-Tour in Anspruch nehmen durfte. In Madrid musste die 28-jährige Stuttgarterin letztmals durch die Qualifikationsmühlen, eine Aufgabe, die sie ebenso souverän meisterte wie zwei Wochen zuvor beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart. Eben dort hatte sich aber schon angedeutet, wozu Siegemund imstande sein könnte – nämlich, sich in die erweiterte Weltspitze zu spielen.

Dort ist man angekommen, wenn die Veranstalter der US Open eine Spielerin für die Night Session nominieren. Und zwar nicht zu Beginn der Veranstaltung, wo den Stars gerne Gegner von überschaubarer Spielstärke zum Einspielen unter Wettkampfbedingungen angeboten werden. Laura Siegemunds Spielstärke ist 2016 längst nicht mehr überschaubar, auch wenn sie am Samstagabend gegenVenus Williamsals klare Außenseiterin ins Match geht.

Finesse trifft Athletik

Für die 36-jährige US-Amerikanerin ist das Arthur Ashe Stadium gewohntes Terrain, auch im laufenden Wettbewerb hat sie sich dort schon bewiesen. Auch gegen eine Deutsche, Julia Görges. Davor war die ältere der Williams-Schwestern bei Grand-Slam-Turnieren dreimal hintereinander an Spielerinnen in Schwarz-Rot-Gold gescheitert, gegen Görges stand ihr Sieg nie in Frage. Laura Siegemund ist die spielerische Antithese zu ihrer Landsfrau wie auch zu Venus Williams. Finesse ersetzt im Zweifel Tempo, hinsichtlich der Häufigkeit von Stoppbällen muss die Deutsche auf der WTA-Tour ganz an der Spitze stehen.

Venus Williams auf der anderen Seite, das hatte Görges nach ihrer Niederlage angemerkt, kennt nur eine Spielgeschwindigkeit, Vollgas nämlich. Egal, ob in der Offensive oder aus einer Verteidigungsposition hinter der Grundlinie. In Letzterer befindet sie sich gegen Siegemund eher selten, die zu bewältigenden Aufgaben sind andere als gegen Görges. Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner hatte vor Spielbeginn noch gemeint, dass Siegemund ihre Gegnerin wahrscheinlich würde ärgern können, ein Sieg wäre aber als Sensation zu werten.

Das deutsche Team ruft

Das 1:6 und 2:6, das es letztlich geworden ist, wird Laura Siegemund nicht weiter grämen. In der aktuellen Form ist Venus immer noch eine Anwärterin auf zumindest das Halbfinale, die Deutsche wiederum hat ihre Anwartschaft auf einen Platz im Fed-Cup-Team wie schon zuvor in Rio de Janeiro auch in New York untermauert. Was auch Barbara Rittner, die als Betreuerin bei den Olympischen Spielen engsten Kontakt zu ihren dort vertretenen Spielerinnen gehalten hat, genau so sieht. Wer hätte das vor wenigen Monaten in Stuttgart gedacht?

von tennisnet.com

Sonntag
04.09.2016, 02:40 Uhr