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„Nie wieder Wildcard“ – Juan Martin del Potro wittert Höhenluft

Der Argentinier sieht sich mit den Topspielern auf Augenhöhe, abgesehen von einem entscheidenden Makel.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 09.09.2016, 14:06 Uhr

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 07: Juan Martin del Potro of Argentina waves to the crowd after being defeated by Stan Wawrinka of Switzerland during their Men's Singles Quarterfinals Match on Day Ten of the 2016 US Open at the USTA Billie Jean King Nation...

Es war einer der Gänsehaut-Momente dieser US Open.Juan Martin de PotrokullertenTränen der Rührung über die Wangen, nachdem ihn das New Yorker Publikum mit stehenden Ovationen und „Delpo“-Gesängen frenetisch gefeiert hatte.Wenig später verlor der mit einer Wildcard gestartete del Potro zwar sein ViertelfinalegegenStan Wawrinka, als Sieger der Herzen durfte sich der beliebte Argentinier aber dennoch fühlen. Auf der anschließenden Pressekonferenz konnte er seine Gefühle kaum in Worte fassen: „Ich werde das nie vergessen, das war größer als jeder einzelne Sieg.“

Durch seinen starken Auftritt im „Big Apple“ wird del Potro in der kommenden Woche wieder unter die Top 70 der Weltrangliste zurückkehren.Seit Jimmy Connors (damals ATP 174) vor 25 Jahrenhat es kein Spieler mehr geschafft, mit einem so niedrigen Ranking ins Viertelfinale der US Open einzuziehen – del Potro ging als Nummer 142 der Welt ins Turnier. Nächstes Etappenziel sind die Top 40, durch deren Erreichen ein Hauptfeldstartplatz bei den ATP-Masters-1000-Turnieren garantiert wäre. Eines will der 27-Jährige zukünftig aber auf keinen Fall mehr machen müssen, wie er mit einem Lächeln sagte: „Nach einer Wildcard werde ich nicht mehr fragen, nie mehr.“

„Körperlich bin ich noch nicht auf der Höhe“

Die ansteigende Formkurve spricht für dieses Vorhaben. Del Potro sieht sich sogar schon wieder fast auf Augenhöhe mit den Topstars der Tour: „Wir kämpfen auf dem selben Level. Ich konnteDjokovicundNadalschlagen, lieferteMurrayein großes Match(alle Partien bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro; Anmerkung)und spielte jetzt gegen Wawrinka gut mit. Mein Tennis beginnt mir wieder zu gehorchen.“ Einen großen Unterschied gebe es dann aber doch noch, räumte der „Turm von Tandil“ ein: „Ich muss weiter arbeiten, um meine Physis so schnell wie möglich zu verbessern. Dann habe ich eine Chance, mit den gleichen Voraussetzungen gegen die Besten anzutreten.“Der Silbermedaillengewinner von Riowill diese Saison als Sprungbrett nutzen, um im kommenden Jahr wieder ganz oben anzugreifen. Mit den Glücksgefühlen von New York im Herzen dürfte der Hunger auf mehr bei Juan Martin del Porto jetzt noch einmal größer geworden sein.

von tennisnet.com

Freitag
09.09.2016, 14:06 Uhr