"Verrückte und stressige Zeiten" - Keiner weiß, wie es 2021 losgeht

Das Gezerre um den Zeitpunkt der Australian Open geht weiter. Derweil deutet sich auch eine Kontroverse um eine mögliche Impfpflicht an.

von SID
zuletzt bearbeitet: 25.11.2020, 15:57 Uhr

Drei Männer, die nicht wissen, wie es weitergeht: Patrick Mouratoglou, Novak Djokovic, Andy Murray
© Getty Images
Drei Männer, die nicht wissen, wie es weitergeht: Patrick Mouratoglou, Novak Djokovic, Andy Murray

Die Köpfe rauchen seit Wochen, und es gibt noch immer keinen Durchbruch: Die Hängepartie um die Australian Open geht weiter, der Start des Tennisjahres 2021 steht noch immer in den Sternen. Für die Profis eine zunehmend schwierige Situation.

"Die Vorbereitung beginnt schon, um sich für das Jahr 2021 bereit zu machen", twitterte Patrick Mouratoglou, Starcoach von Serena Williams und Stefanos Tsitsipas: "Aber wir wissen nicht einmal, wann und wo wir beginnen werden. Verrückte und stressige Zeiten für professionelle Tennisspieler."

Mittlerweile zeichnet sich immer mehr eine Verschiebung des ersten Jahreshighlights in Melbourne um ein bis zwei Wochen ab. Ein solcher Zeitplan sei jetzt "höchstwahrscheinlich", sagte Martin Pakula, Sportminister des Bundesstaates Victoria. Aber auf dieser Grundlage ist es für Alexander Zverev und Co. kaum möglich, zu planen und die Vorbereitung perfekt auszurichten. Ursprünglich sollte das Grand-Slam-Turnier am 18. Januar in Melbourne starten.

Eher kürzere als längere Verzögerung

"Ich denke immer noch, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass es eine kürzere als eine längere Verzögerung geben wird", sagte Pakula und verwies auf "sehr komplexe Verhandlungen". Beteiligt sind neben der Regierung des Bundesstaates der veranstaltende Verband Tennis Australia (TA), der Rechtehalter "Nine" sowie die Spielervereinigungen ATP und WTA. Es ist höchst knifflig, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.

Australien ist wegen der Coronakrise seit fast acht Monaten so gut wie abgeschottet vom Rest der Welt, fraglich ist, wie nun mit der Quarantäne-Verordnung für die Teilnehmer umgegangen wird. Realistisch scheint weiterhin, dass die Spieler mit ihrem Staff Anfang Januar einreisen.

Djokovic strikt gegen Impfpflicht

Pakula kündigte nun ein "extrem strenges Testsystem" an, und womöglich nimmt auch die Diskussion um eine mögliche Impfpflicht noch an Fahrt auf. Andy Murray, dreimaliger Grand-Slam-Champion aus Großbritannien, ist dafür, wenn die Wissenschaft zu dem Zeitpunkt schon soweit ist. "Ich würde hoffen, dass alle Spieler bereit sind, dies zum Wohle des Sports zu tun", sagte Murray: "Vorausgesetzt, alles hat sich als sicher erwiesen, klinische Studien und alles wurden durchgeführt, und es gibt keine signifikanten Nebenwirkungen."

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic nimmt dagegen eher eine defensive Haltung ein. "Ich bin kein Experte", sagte der Serbe der New York Times: "Aber ich möchte die Chance haben, selbst zu entscheiden, was für meinen Körper am besten ist." 

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