Von Davydenko bis Medvedev - die russische Klammer in London

Das war es also mit den ATP Finals in London. Ab dem kommendem Jahr wird das Jahresend-Turnier in Turin ausgetragen. Wir wagen einen höchst subjektiven Rückblick.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 23.11.2020, 22:24 Uhr

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Nikolai Davydenko 2009, Daniil Medvedev 2020
© Getty Images
Nikolai Davydenko 2009, Daniil Medvedev 2020

Einer der ersten Gratulanten für Daniil Medvedev nach dessen Triumph im Endspiel bei den ATP Finals in London gegen Dominic Thiem meldete sich direkt aus dem Studio des in Russland übertragenden Senders: Nikolai Davydenko, Sieger der Premiere in London 2009, überbrachte Medvedev fernmündliche Glückwünsche. Ein russischer Sieg zu Beginn, einer zum Abschluss der Londoner Ära - Davydenko und Medvedev haben eine Klammer um mehr als eine Dekade Spitzentennis in der O2 Arena.

Zeit für ein paar Gedanken, bevor sich der Tenniszirkus irgendwie ins Jahr 2021 schleppt. Und den Jahresabschluss dann in neuer Umgebung in Turin feiert …

- Keiner der letzten vier Champions der ATP Finals hat vor oder nach dem Sieg in London ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Bei Alexander Zverev (Gewinner 2018), Stefanos Tsitsipas (2019) und Daniil Medvedev (2020) scheint dies eine Frage der Zeit. Für Grigor Dimitrov (2017) könnte der Zug in dieser Hinsicht schon abgefahren sein.

- Da stand Novak Djokovic am Endspielsonntag 2014 also in der O2 Arena und nahm zum vierten mal den Siegerpokal entgegen. Aber nicht nach dem erwarteten großen Fight gegen Roger Federer. Sondern kampflos. Der Schweizer, der sich am Vortag mit seinem Landsmann Stan Wawrinka ein extrem emotionales Duell geliefert hatte (genau genommen war Mirka Federer der Anlass für Wawrinkas Unmut), konnte aufgrund von Rückenbeschwerden nicht antreten. Diese quälten Federer auch noch beim Davis-Cup-Finale in Frankreich ein paar Tage später. Dennoch holten die Schweizer erstmals den wichtigsten Mannschafts-Titel im Tennissport. Mit einem wichtigen Sieg des Doppels Federer/Wawrinka.

- 2016 gab es den einzigen Heimsieg im Einzel. Andy Murray besiegte im Endspiel Novak Djokovic und überwinterte damit auch als Nummer eins der Welt. In den Wochen und Monaten vor den Finals in London hatte Murray aber seinem Körper viel, wahrscheinlich zu viel zugemutet. Dem immensen Kraftaufwand musste der Schotte Tribut zollen, Anfang 2019 erklärte er bei den Australian Open mehr oder minder seinen Rücktritt, dem im Juni vergangenen Jahres dann doch wieder ein Comeback folgte.

- Lediglich zwei Spielern ist es während der zwölf Turnierejahre in London gelungen, ihren Titel zu verteidigen: Roger Federer gewann 2010 und 2011. Danach setzte vier Jahre lang in Folge Novak Djokovic die Maßstäbe. Bis er eben von Andy Murray im Finale 2016 gestoppt wurde.

- Im Doppel konnte sich die Klammer nicht mehr schließen: Bob und Mike Bryan waren die ersten Sieger in London, die beiden legendären US-Amerikaner haben in diesem Sommer ihre Karriere beendet. Und waren beim letzten Auftritt der Tennisasse in der O2 doch präsent: Als Namensgeber für die beiden Gruppen, in denen die Doppel ausgetragen wurden.

Hier die Sieger der ATP Finals seit 2009

JahrSiegerFinalistErgebnis
2020Daniil MedvedevDominic Thiem4:6, 7:6 (2), 6:4
2019Stefanos TsitsipasDominic Thiem6:7 (6), 6:2, 7:6 (4)
2018Alexander ZverevNovak Djokovic6:4, 6:3
2017Grigor DimitrovDavid Goffin7:5, 4:6, 6:3
2016Andy MurrayNovak Djokovic6:3, 6:4
2015Novak DjokovicRoger Federer6:3, 6:4
2014Novak DjokovicRoger Federerkampflos
2013Novak DjokovicRafael Nadal6:3, 6:4
2012Novak DjokovicRoger Federer7:6 (6), 7:5
2011Roger FedererJo-Wilfried Tsonga6:3, 6:7 (6), 6:3
2010Roger FedererRafael Nadal6:3, 3:6. 6:1
2009Nikolay DavydenkoJuan Martin del Potro6:3, 6:4

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Dienstag
24.11.2020, 11:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 23.11.2020, 22:24 Uhr